Einblicke in die wunderbare Welt der PR

Seit ein paar Jahren darf ich mit Studierenden der Kommunikationswissenschaften an der Universität Hohenheim jeweils ein Semester lang Projekte aus dem Bereich Public Relations bearbeiten. Zwei Jahrgänge beschäftigten sich mit dem Thema Konzeption und erstellten für reale Fälle aus dem Agenturumfeld Kommunikationskonzepte. Im vergangenen Jahr hieß das Seminar “Zielgruppengerecht texten”. Die Studierenden hatten die Aufgabe, eine Broschüre zum Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit zu konzipieren, ihre Inhalte zu recherchieren, Beiträge zu schreiben und diese zu layouten. Das Ergebnis, entstanden in Zusammenarbeit mit der Landesgruppe Baden-Württemberg der Deutschen Public Relations Gesellschaft e. V. (DPRG), kann sich sehen lassen:

Sympra unterzeichnet die Charta der Vielfalt

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Als wir Sympra 1992 gegründet hatten, entstanden kurz darauf Leitlinien für die Zusammenarbeit in der Agentur und mit unseren Kunden und Partnern. Einer dieser Leitsätze war immer, ausnahmslos respektvoll miteinander umzugehen. Diese Haltung ist zu einem wichtigen Teil der Symprakultur geworden. Und sie ist ein wichtiger Grund, warum uns die Arbeit im Kollegium und mit unseren Kunden nicht nur Spaß macht, sondern zu einem dauerhaften, tragfähigen und fruchtbaren Miteinander führt.logo_charta-der-vielfalt

Wir haben – durch Zufall – die Charta der Vielfalt entdeckt, die bereits 2006 von Daimler, BP, der Deutschen Bank und der Deutschen Telekom ins Leben gerufen wurde. Die Initiative will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland voranbringen. Organisationen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Mit diesem Ansatz können wir uns bei Sympra identifizieren. Und wir glauben, dass ein Commitment gerade heute außerordentlich wichtig ist. Mehr als 2.200 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben die Charta der Vielfalt bereits unterzeichnet – vor wenigen Tagen auch Sympra.

Wir freuen uns über die Urkunde von Aydan Özoguz, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und wollen damit unsere Haltung in Sachen Diversität nach außen sichtbar machen. Und für Diskussionen rund um das wahrhaft diverse Thema Vielfalt stehen wir jederzeit gerne bereit.

Die Charta der Vielfalt im Wortlaut kann man hier nachlesen.

Das Buch zum Raum der Stille

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Im vergangenen Jahr wurde im Olga-Krankenhaus, dem “Olgäle”, in Stuttgart ein besonderer Ort eingeweiht: der „Raum der Stille”, konzipiert und gestaltet von dem Lichtkünstler Nikolaus Koliusis. Ein Ort des Rückzugs, nicht nur für Patienten und ihre Angehörigen. Ein Ort der Ruhe, eine kraftvolle Oase mitten im Klinikbetrieb und gleichzeitig weit entfernt davon. Der Besucher ist eingetaucht in blaues, intensives Licht, fühlt sich umhüllt und erkennt gleichzeitig die Weite des Horizonts.

Jetzt hat die av edition ein sehenswertes Buch über diesen Raum und seine Entstehungsgeschichte herausgebracht. Es zeigt stimmungsvolle Ansichten des Raumes und geht den Einflüssen nach, die zu dieser ungewöhnlichen Membran- und Farbgestaltung geführt haben: von Mauerstrukturen des Fernen Ostens bis hin zu Farbstimmungen in der Natur. Hier ist es tatsächlich gelungen, das wohltuende, fast mystische Ambiente des realen Raums in Buchform wiederzugeben.

Der Förderkreis krebskranke Kinder e. V. hat den Künstler mit der Gestaltung des Raums der Stille beauftragt und den gesamten Ausbau mit über 100.000 Euro finanziert. „Wir freuen uns, mit diesem Raum einen Ort mit Strahlkraft geschaffen zu haben, der umarmt und Geborgenheit bietet”, so Prof. Dr. Stefan Nägele, der Vorsitzende des Förderkreises, dem auch ich angehöre und den Sympra regelmäßig unterstützt.

Das Buch „Nikolaus Koliusis – Raum der Stille” ist für 19 Euro bei www.avedition.de erhältlich (ISBN 978-3-89986-220-1).

(Bild: avedition)

Livevideos – the next big thing?

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Vor zwei Tagen übertrug ich zum ersten Mal ein Livevideo vom iPhone ins Web: Wer wollte, konnte zehn Minuten lang den Blick aus meinem Bürofenster bzw. auf einen stattlichen Philodendron mit mir teilen. Tatsächlich hatte ich mit dem Chef einer befreundeten Agenturgruppe auch gleich meinen ersten – weiß nicht, wie es offiziell heißt: Fan? Follower? Freund?

An diesem Tag poppten die ersten Meldungen über Meerkat in meinen Timelines auf. Dabei handelt es sich um einen Livevideodienst, der über eine App für iOS aktivierbar ist und mit dem man sehr einfach Livevideos vom Smartphone übertragen kann. Innerhalb von weniger als zwei Wochen sollen ihn bereits mehr als 120.000 Nutzer ausprobiert haben. Ich probiere es gleich aus. Die Übertragung starte ich mit einem Klick, gleichzeitig geht ein Link zum Livestream (#meerkat) an meine Twitter-Abonnenten: „@veit64: [LIVE NOW] #meerkat …“ Wer dann den Link im Tweet anklickt, landet in meinem Livevideostream; ich sehe, wer das Video gerade anschaut.

Während Videos ja schon seit langem in die sozialen Netze eingespeist und dort geteilt werden können, sind Livevideos etwas Neues. Vielleicht tatsächlich die Neuerfindung des Social Webs, wie es der Meerkat-Gründer Ben Rubin bei der Präsentation seines Dienstes angekündigt hat? Ich frage mich, wer dieses Format braucht, und mache mich auf die Recherche, indem ich willkürlich die URLs in Tweets mit dem entsprechenden Hashtag anklicke. Ich lande zunächst in Fort Lauderdale, wo ein Zuschauer vom Straßenrand eine St. Patrick’s Day Parade filmt. Danach wieder in den USA bei einer Dame, die minutenlang eine Katze streichelt, was etwas langweilt. Nächster Klick: wieder ein Patrick’s-Umzug, diesmal in Springfield; ein Straßenmusikant spielt bravourös auf seiner Mundharmonika, der Kameramann geht mit seinen Freunden in einen Irish Pub, das Bild ist jetzt ein wenig verwackelt… Interessanter ist das nächste Video, live aus einer Session der SXSW in Austin, leider aus der vierten Reihe gestreamt und daher nicht von allerbester Bild- und Tonqualität. Ein Ted aus Columbia isst mit seiner Frau Müsli in der Küche und unterhält sich über Lokalpolitik. Ständig werden mir neue Tweets mit dem Hinweis auf Liveübertragungen angezeigt – ich habe den Eindruck, dass die Nutzerzahl von 120.000 längst überschritten sein muss.

Livevideos dürften tatsächlich den nächsten großen Hype im Web auslösen. So wie bereits visuelle Plattformen wie Pinterest oder Instagram fester Bestandteil der 2.0-Kommunikation sind, so bieten Echtzeit-Videos ein großes Potenzial. Jugendliche fahren schon heute auf YouNow ab, wo sie sich vor Hinz und Kunz live zeigen und mit ihnen chatten oder wo sie während dem Unterricht live aus dem Klassenzimmer übertragen; eine ziemlich gruselige Plattform, die wieder einmal deutlich macht, dass sich viele Nutzer arg sorglos im Web bewegen. Twitter selbst hat soeben mit Periscope den Betreiber einer Videoplattform übernommen.

Für Meerkat kann ich mir, neben der privaten Nutzung („Schaut mal meinen schnarchenden Mops an.“), interessante professionelle Einsatzszenarien vorstellen. „Breaking News“ kommen jetzt als Bewegtbilder. Veranstaltungen lassen sich mit geringstem Aufwand ins Web verlängern, die Twitter-Community kann einem Vortrag lauschen oder an einer Betriebsführung teilnehmen, Videosprechstunden sind möglich. Livevideos sind definitiv ein Format, das in PR-Konzepten Einzug halten wird. Für die Vortragsveranstaltung eines Sympra-Kunden ist Meerkat bereits gesetzt.

Bei Sympra werden wir via Meerkat demnächst immer wieder mal über Branchentrends sprechen und durch die nächste Ausstellung in der Stafflenbergstraße mit Werken von Stefan Wieland führen. Wann das sein wird, erfährt man über Twitter. Ein Grund mehr, dort @sympra zu folgen.

Zu den Mindeststandards für Praktikanten in GPRA-Agenturen

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Praktika sind aus meiner Sicht ein ganz wesentlicher Bestandteil der Ausbildung, will man in die Public-Relations-Branche einsteigen. Wie, wenn nicht durch die Mitarbeit in einer Agentur, in einer Pressestelle oder in einer Redaktion soll man sonst erfahren, wie’s im wahren PR-Leben abgeht. Dass nicht jedes Praktikum wertvolle Inhalte vermittelt und dass Praktikanten immer wieder als kostengünstige Mitarbeiter für alle möglichen Arbeiten hinzugezogen werden, wurde zuletzt durch die Diskussion um den Mindestlohn wieder einmal thematisiert.

Dass wir bei Sympra den Ausbildungsauftrag ernst nehmen (und daher einen Mindestlohn für unsinnig erachten), darüber habe ich schon mehrfach an dieser Stelle berichtet. Um so erfreulicher finden wir es, dass unser Verband, die GPRA, nun Mindeststandards für Praktikanten in Mitgliedsagenturen festgelegt hat. Diese untermauern den Qualitätsanspruch der Verbandsmitglieder.

Wie sehen diese Mindeststandards aus?

Lernziele:

  • Geschäftsmodell Agentur kennen lernen (inkl. Unterschied Agentur und Unternehmen und der Antwort auf die Frage, ob Agentursystem auf die eigene Persönlichkeit passt)
  • Berufsbild kennen lernen (Ein- und Aufstiegschancen, Entwicklungsperspektiven Agentur)
  • Grundlagen der PR bzw. Kommunikation (inkl. Darstellung der Vielfalt des Berufsfeldes, auch wenn praktische Erfahrung nicht in allen Bereichen möglich ist)
  • Grundlagen des Projektmanagements
  • Effektives Arbeiten im Team
  • Grundlagen der Medienbeobachtung inkl. erste Ausblicke auf qualitative Auswertungsmethoden
  • Grundlagen der Datenbankarbeit (Presseverteiler etc.)
  • Grundlagen Medienarbeit (Journalistenkontakte, Blogger Relations etc.)
  • Mitarbeit an der Erstellung von Texten (kanalunabhängig)
  • Vermittlung von Recherchetechniken
  • Einführung in Büro-/Agenturorganisation
  • Selbstständig arbeiten lernen anhand eigener kleiner Projekte


Organisatorisches:

  • Zeitraum: in der Regel 3 Monate
  • Besprechung Ablauf zu Beginn des Praktikums
  • Ein fester Betreuer für Praktikanten in der Agentur
  • (Mind.) ein Feedbackgespräch in der Mitte und zum Ende des Praktikums
  • Vergütung: Orientierung an Bafög-Höchstsatz zwischen € 600,00 – 700,00
  • Strukturierte Befragung am Ende des Praktikums zur Beurteilung des tatsächlichen Lernerfolgs


Anforderungen an die Praktikanten:

  • Abitur
  • Eingeschrieben als Student / altern. Weiterbildung
  • Umgang mit MS Office
  • Englisch-Kenntnisse

 

Bei Sympra begrüßen wir diese Mindeststandards für Praktika und verpflichten uns gerne, diese einzuhalten – weiterhin einzuhalten, denn wir erachten sie seit mehr als 20 Jahren als eigentlich selbstverständlich. Da dies auch die GPRA-Mitgliedsagenturen wohl so sehen dürften, finde ich es prima, dass der Verband hier ein klares Statement setzt und sich von den schwarzen und grauen Schafen der Branche distanziert.

 

Foto: www.foto.lamker.de

In eigener Sache

Helmut_v._StackelbergZum Jahreswechsel wird es auch bei Sympra einen Wechsel geben: Mein Mitgeschäftsführer Helmut v. Stackelberg beendet zum Ende 2014 seine Tätigkeit bei Sympra und begibt sich in den verdienten Ruhestand. Seine Nachfolgerin ist Veronika Höber, die ab 1. Januar 2015 gemeinsam mit mir die Geschicke der Agentur lenken wird.

Helmut v. Stackelberg und ich haben Sympra 1992 gegründet und die Agentur im Laufe der Zeit zu einer festen Größe in der Branche aufgebaut. Sympra beschäftigt heute mehr als 20 Mitarbeiter an den Standorten Stuttgart, München und Berlin, ist seit zwölf Jahren Mitglied in der GPRA, dem Verband der führenden Kommunikationsagenturen in Deutschland und international im Public Relations Network mit Agenturen in 26 Ländern verbunden. Die Zusammenarbeit in den vergangenen 22 Jahren war nicht nur erfolgreich, sondern hat uns beiden immer viel Spaß gemacht. Lassen Sie mich die Gelegenheit nutzen, meinem Kollegen Helmut v. Stackelberg auch an dieser Stelle für die vielen gemeinsamen Jahre zu danken und ihm von Herzen alles Gute für die Zukunft in sonnigen Gefilden zu wünschen.

VHo und Ma

Meine neue Mitgeschäftsführerin Veronika Höber hat Sympra schon von 1995 bis 2010 begleitet und als Mitglied der Geschäftsleitung zuletzt neben der Kommunikationsberatung für unsere Kunden auch die strategische Ausrichtung der Agentur mit gestaltet. In den Jahren danach ist sie der Öffentlichkeitsarbeit treu geblieben und konnte in anderen Zusammenhängen zu ihren Erfahrungen neue Perspektiven hinzugewinnen. Wir sehen unserer zukünftigen Zusammenarbeit gleichermaßen mit Spannung und Gelassenheit, hochmotiviert und erwartungsfroh entgegen – sie birgt eine Menge Potenzial für Neues, ohne gänzlich ungewiss zu sein.

Auf die neue Konstellation in der Sympra-Geschäftsführung freue ich mich schon sehr.

Veit Mathauer

Vom Blauen Haus und anderen guten Projekten

Blaues-Haus-2012-klein-217x200Vor ein paar Wochen durfte ich den Abschluss einer karitativen Aktion kommunikativ begleiten: Ein Lions Club übergab die letzte Rate einer großzügigen Spende an das Blaue Haus. Dort, im Herdweg in Stuttgart, fand die Veranstaltung auch statt.

Das Blaue Haus bietet Familien mit krebskranken Kindern ein Zuhause auf Zeit – verteilt auf 900 qm und drei Etagen. Betroffene können hier während der stationären Behandlung ihrer Kinder wohnen, zur Ruhe kommen und vor allen Dingen ganz nah bei ihren Kindern sein, denn der Standort des Blauen Hauses befindet sich ganz bewusst in unmittelbarer Nähe zum neuen Olgahospital. 2009 wurde der Gründerzeitbau vom Förderkreis krebskranke Kinder e.V. mithilfe privatwirtschaftlicher Spenden gekauft, in den folgenden zwei Jahren umgebaut und renoviert.

Ich war sehr beeindruckt von der Einrichtung, die ich bis dato nicht gekannt hatte. Wer sein krebskrankes Kind tage-, wochen- oder monatelang zur Behandlung in der Klinik hat, sollte in seiner Nähe sein und sich keine Sorgen um die Beherbergung und deren Kosten machen müssen. Wenn mit dieser Einrichtung die Sorgen der Eltern und Geschwister ein klein wenig gelindert werden können, dann ist dies sehr viel wert.

Der Förderkreis krebskranke Kinder e.V. Stuttgart wurde 1982 von Eltern krebskranker Kinder gegründet; finanziert wird er fast ausschließlich über Spenden. Viele ehrenamtliche Helfer unterstützen den Verein, der neben dem Blauen Haus weitere Projekte fördert.

Ich bin Mitglied im Förderverein geworden und freue mich, dass ich gestern auch in den Beirat gewählt wurde. In meiner neuen Funktion möchte ich an dieser Stelle für den Verein werben und zur Mitgliedschaft oder zum Spenden einladen. Weitere Informationen bei mir oder www.foerderkreis-krebskranke-kinder.de

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Unternehmenskultur 2.0

Über das Thema Social Media kann man lange diskutieren: über Vor- und Nachteile, Risiken und Nutzen oder auch die zahllosen Möglichkeiten, die sich auch für uns in der PR ergeben. Tatsache ist, dass soziale Netzwerke auch Einzug in Unternehmen halten, sowohl direkt in Form von Unternehmensprofilen wie auch indirekt durch Veränderungen in Arbeitsweisen und Lernverhalten. Sympra hat schon seit Jahren 2.0-Plattformen im Einsatz, und deshalb möchte ich die aktuelle Frage des Massive Open Online Course der Know How! AG gerne mit Blick auf meine Agentur beantworten: Inwiefern merken Sie bereits selbst, dass sich Arbeitsweisen, Unternehmenskulturen und Lernformen verändern? #e20mooc

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„Steht im Wiki!“

In den letzten Jahren haben sich Arbeitsweisen und die Unternehmenskultur bei Sympra durch den Einsatz verschiedener Social Media Tools merklich verändert. Dies zeigt sich unter anderem in mehr Transparenz und kürzeren Wegen zu Informationen. 2007 haben wir ein internes Wiki aufgebaut, in dem alle wichtigen Informationen zu unserem Alltagsgeschäft, aber auch zu organisatorischen Fragen hinterlegt sind. Dieses Wiki wird aktiv von allen Mitarbeitern gepflegt und erweitert. „Steht im Wiki“ ist daher längst zu einem feststehenden Begriff geworden, den neue wie langjährige Mitarbeiter häufig zu hören bekommen. Durch das Wiki ist nicht nur die Informationsbeschaffung einfacher und schneller geworden, sondern Sympra generell auch transparenter. Denn alle wichtigen Informationen werden direkt eingepflegt. Dadurch ist sichergestellt, dass alle Infos immer aktuell sind und sich keine „Datenleichen“ einschleichen.

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„Hast du das schon gebloggt?“

Die zweite wichtige Informationsquelle ist das interne Blog, das im Gegensatz zum Wiki mit Neuigkeiten, aktuellen Entwicklungen und Alltagstipps befüllt wird. Hier bloggen alle Mitarbeiter, wenn zum Beispiel ein spannendes Projekt ansteht, abgeschlossen wird oder ein neues Tool entdeckt wurde. Außerdem stellen sich neue Mitarbeiter vor und auch kleine Hinweise zur Aufheiterung dürfen hin und wieder nicht fehlen. So wird sichergestellt, dass alle Mitarbeiter – egal ob in Stuttgart, Berlin oder München – immer auf dem Laufenden sind. Gerade nach dem Urlaub ist das der schnellste Weg, um das Verpasste aufzuholen. Dank der Kommentarfunktion und weiterer Plugins, beispielsweise für Umfragen, können zudem Abstimmungen erfolgen und Diskussionen geführt werden, ohne dass alle Mitarbeiter dazu zusammen kommen müssen. So können sich auch Kollegen an anderen Standorten problemlos beteiligen. Besonders wichtig: Die Menge interner Mails hat sich drastisch verringert.

Diese zwei Tools sind bereits seit Jahren fester Bestandteil der Unternehmenskultur bei Sympra.  Der kontinuierliche Wissenstransfer, der gerade in einer Agentur wichtig ist,  um Prozesse zu beschleunigen und die Informationssuche abzukürzen, ist dadurch schneller und einfacher geworden. Das hat auch zur Folge, dass sich die Lernkultur verändert hat. Grundlegende Infos können sich alle Mitarbeiter schnell und unkompliziert selbst beschaffen. Gerade neue Mitarbeiter finden sich dadurch viel schneller bei uns zurecht.

Ist das nicht unpersönlich?

Auf den ersten Blick scheinen all diese Tools also dazu zu führen, dass keine persönlichen Treffen mehr notwendig sind. Doch dieser Eindruck täuscht! Stattdessen bleibt in Besprechungen und kurzen Treffen an der Kaffeemaschine endlich genug Zeit, um über wichtige Projektfragen oder Konzepte zu sprechen, anstatt diese Zeit für Organisatorisches zu verwenden. Außerdem können sich die Mitarbeiter leichter und schneller als Unternehmensfragen beteiligen und ihre Meinung einbringen. Daher hat sich die Unternehmenskultur bei Sympra aus meiner Sicht dahin entwickelt, dass alle Mitarbeiter stärker in die Vorgänge innerhalb der Agentur eingebunden sind und auch neue Mitarbeiter leben sich schneller ein, da sie über das Blog rasch einen Eindruck der Abläufe bekommen und dank dem Wiki und entsprechenden Kategorien alle relevanten Informationen zur Verfügung haben, die man so im Arbeitsalltag braucht.

Als nächster Schritt ist die Zusammenführung der beiden Plattformen geplant, um die Vernetzung und Handhabung noch einmal zu vereinfachen. Aber schon jetzt hat sich Einführung dieser Tools gelohnt und ich bin gespannt, welche Weiterentwicklungen und Ergänzungen uns noch erwarten.

Sympra bietet ab 1.1.2015 keine Praktika mehr an.

Praktidesk

a) Fast so lange es Sympra gibt (seit 23 Jahren), gibt es auch Sympra-Praktika. Wir finden Praktika bestens geeignet, um durch aktive Mitarbeit einen Einblick in die Öffentlichkeitsarbeit zu erhalten. (Ich selbst bin über verschiedene Praktika in die PR-Branche gelangt.) Praktikanten kommen für mindestens drei, besser für sechs Monate zu uns; kürzere Zeiträume haben sich für beide Seiten nicht bewährt. Wir möchten ihnen die Gelegenheit bieten, Praxiserfahrung zu sammeln und ihr theoretisches Wissen über Kommunikation zu ergänzen. Entsprechend Mühe geben wir uns: Wir leisten ausführliche Hilfestellung, binden sie aktiv in Projekte mit ein und lassen sie teilhaben an Ideenfindung und Umsetzung. Dafür zeigen wir z. B., wie man eine gute Pressemitteilung erstellt, nehmen die Praktis mit zu Besprechungen und Terminen, schicken sie auf Veranstaltungen, lassen sie Texte schreiben, die wir mit ihnen besprechen. Und ja, Praktikanten unterstützen uns, etwa bei Vorrecherchen für die Redakteure, Erstellen von Einladungsverteilern, beim Bestücken von USB-Sticks oder – wenn es jahreszeitlich passt – bei der Organisation der Sympra-Weihnachtsfeier. In der Regel gelingt uns eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Schon vor vielen Jahren schlossen wir uns der Initiative „Fair Company“ von Handelsblatt und karriere.de an, weil wir deren Grundsätze und Regeln uneingeschränkt unterstützen. Und: Wir haben Praktika immer vergütet, nicht fürstlich, aber fair (500-700 Euro im Monat). Von den schätzungsweise 50 Praktikanten, die wir in den vergangenen zwei Dekaden beschäftigt haben, dürfte kaum einer nicht positiv über seine Zeit bei Sympra berichten; in einigen Fällen hat es so gut gepasst, dass sie bei uns geblieben sind.

500-700 EUR sind kein Spitzengehalt, aber wir müssen intern den Aufwand dazu kalkulieren, den die Anleitung und Betreuung des Praktikanten durch einen Consultant mit sich bringt. Wenn wir wirklich Orientierung bieten und Praxis vermitteln wollen, dann müssen wir hier investieren und nur wenige Prakti-Stunden lassen sich am Monatsende Kundenprojekten zu- und damit abrechnen.

b) Wir wollten es ja nicht glauben, aber ab 1. Januar 2015 greift der Mindestlohn auch für Praktikanten, wenn sie länger als drei Monate tätig sind. Das trifft, siehe oben, auf Sympra-Praktikanten normalerweise zu. 8,50 Euro pro Stunde führen zu Lohnkosten von über 1.600 Euro – mehr als das Doppelte wie bisher. Dieser Betrag lässt sich für ein Unternehmen unserer Größe nur noch darstellen, wenn wir den Praktikanten als günstige Arbeitskraft einsetzen, der möglichst viele Arbeiten erledigt, die wir weiterberechnen können, und der ansonsten die Botengänge und das Kaffeekochen übernimmt. Denn Consultants- oder gar Geschäftsführerstunden für Aus- und Weiterbildung sind da nicht mehr drin.

Wir haben daher beschlossen, aus betriebswirtschaftlichen Gründen ab 1. Januar 2015 keine Praktika mehr anzubieten.

c) Mag sein, dass es Agenturen und Verlage gibt, die Praktikanten die Aufgaben von (Junior) Consultants geben und diese entsprechend abrechnen. Oder Quasi-Praktikanten über ein Jahr und länger beschäftigen. So wollen wir es ja aber gerade nicht machen. Möglicherweise bricht bei dem einen oder anderen Dienstleister das Geschäftsmodell zusammen, weil er seinen Praktikanten jetzt als das bezahlen muss, was er eigentlich ist: eine Arbeitskraft. Das wäre zu begrüßen und reinigt die Branche.

d) Ein Praktikum ist, so jedenfalls haben wir die ursprüngliche Idee begriffen, in erster Linie eine Orientierungsphase und keine Zeit, in der man mal für ein paar Wochen malocht, um richtig Kohle zu verdienen. Wir haben den Eindruck, dass alle unsere Praktikanten das genau so verstanden hatten – und sie konnten immer sicher sein, dafür an anderer Stelle umso mehr zu profitieren.

e) Es tut uns wirklich Leid für all die Studierenden, die während oder nach ihrem Studium ein paar Monate Praxisluft schnuppern wollen (davon gibt es ja sehr viele, wie wir aus den eingehenden Bewerbungen wissen). Wir halten die Mindestlohnlösung für Praktikanten für katastrophal. Sie sorgt dafür, dass ein für die Branche und ihren Nachwuchs wichtiger Ausbildungs-, Berufsfindungs- und Rekrutierungsweg praktisch wegfallen wird. Dass dem so sein wird, wissen wir von unseren Partneragenturen in Großbritannien, Frankreich und Österreich, wo ebenfalls ein Mindestlohn vorgeschrieben ist und wo es kaum noch Praktikantenplätze gibt.

f) Ausbildung und Nachwuchsförderung liegen uns nach wie vor am Herzen, und traditionell bauen wir unseren Mitarbeiterstamm auch darüber auf. Wir werden uns künftig darauf verlegen, Traineestellen anzubieten, bei denen wir mindestens 15 Monate lang einen künftigen Sympraner in die PR-Welt einführen, ihn trainieren und externe Seminare besuchen lassen. Hier ist die Praktikumszeit dann sozusagen mit eingepreist; der Return-on-Invest ist bei 15+ Monaten gegeben.

Vom ungeilen Content

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Mirko Lange fragt “Geiler Content – aber wie geht das?”, ich sage: „Indem man ungeilen Content vermeidet!“

Eigentlich kann ich sie nimmer hören, den Aufruf, dass Inhalt der König über allem sei, und den Ratschlag, dass man sich erst eine Content- und dann eine Technikstrategie erarbeiten solle. Mein Gott, wir als Agentur für Public Relations machen seit mehr als zwei Dekaden doch nix anderes, als Themen zu generieren und Geschichten zu erzählen … Haben es denn immer noch nicht alle kapiert?

Nein, offenbar nicht. Beispiele gefällig? Voilà!

Da ist das Unternehmen, das eine Webagentur und eine PR-Agentur zum Thema Facebook pitchen lässt. Der Sieger ist: die Webagentur mit ihren – zugegebenermaßen wirklich tollen – gestalterischen Ansätzen. Die Seite entsteht, sieht super aus, die ersten Postings sind prima (kommen von der Agentur) und dann wird’s dünn: Gewinnspiel Nr. 1(so, wie es der Plattformbetreiber halt gerade nicht erlaubt), Bild vom Stammessen 1 in der Kantine (nette Idee, muss aber nicht zwingend jeden Montag wiederholt werden), WM-Tippspiel, Bild vom Sonnenuntergang hinter dem Firmengebäude, Gewinnspiel Nr. 2 (legal, aber der Hauptpreis ist unattraktiv, aber so was von!) Anekdote eines Pensionärs als Sparwitz getarnt, … Soll ich fortfahren? Okay, ich breche an dieser Stelle ab; wer will, findet die weiteren Postings ja live auf Facebook. Schade, dass der präferierte Dienstleister nicht gezeigt hat, vielleicht auch nicht weiß, wie man schöne Formate mit interessanten Storys füllt.

„Wir brauchen auch eine Blog!“, sagte der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, nachdem er in einer Männerrunde von diesem Format gehört hatte. „Jetzt will er einen Blog, ich weiß nicht wie’s geht und habe keine Zeit dafür“, jammert der Marketingleiter seinem Agenturconsultant vor, der das gerne hört und Eurozeichen in seinen Augen leuchten lässt. Wenige Tage später ist ein Angebot auf dem einen, tagsdrauf eine Beauftragung auf dem anderen Schreibtisch. Der Dienstleister legt los, programmiert einen Blog, recherchiert Themen, schreibt schöne und sogar interessante Postings, zeigt auf, wie Traffic auf den Blog kommen kann. Anfangs sind’s nur wenige, die zum Weblog finden, nach und nach immer mehr – der Mailabbinderbinder mit der Blog-URL wirkt wahre Wunder! Ja, es gibt sogar Kommentare, die in Kooperation zwischen Agentur und Marketingabteilung schnell erwidert werden. Klasse! Neue Budgetperiode, kein Etat mehr für den Dienstleister; aber auch kein Problem: Marketingleiter und ein „pfiffiger“ Werkstudent können es selber. Der letzte Eintrag datiert vom 10. November 2013. Jetzt wird der Blog abgeschaltet, denn: Es gab ja kaum Reaktionen darauf und vermissen wird ihn daher wohl niemand. Tja.

„XING bringt mir gar nix. Ich habe vor zwei Jahren ein Profil angelegt, aber habe nie eine Reaktion erfahren. Sollte gelegentlich mal schauen, ob da überhaupt noch alles aktuell ist.“

Es muss ja auch nicht immer ein Unternehmen sein, das ungeilen Content liefert; auch Privatleute können dies ganz prima. Ich habe in meiner Timeline leider keinen Platz mehr frei für Freunde, die dreimal am Tag zeigen, was sie sich demnächst in den Mund schieben werden, die wöchentlich ihr Profilbild wechseln und Alben mit jeweils mehr als 50 Fotos anlegen(„Auf Safari in Südwestafrika“ Teil 1 und Teil 2), die jedes gefallene WM-Tor auf Facebook posten, Nachrichten automatisiert und synchron auf XING, LinkedIn, Facebook und Twitter veröffentlichen, und zwar nachgewiesenermaßen bis zu 15 Mal am Tag etc. pp. Jeder Leser dürfte wissen, wovon ich schreibe.

Ja, die Videos „Charlie Bit My Finger“, „How Animals Eat Their Food“, das mit der lustigen Miley-Cyrus-Parodie und das mit den tanzenden Evian-Babies habe ich auch schon ein paar Mal gesehen. Nett, dass die immer wieder mal gepostet werden (gern mit dem Hinweis: „LOL!“ oder „ROFL!“); blöd aber, wenn eine Pressestelle das tut.

Ergo

Vermutlich teile ich nicht – weder privat, noch professionell – das Sendungsbedürfnisse manch anderer, was mich abhält, alles Mögliche in die Welt 2.0 hinauszuposaunen. Es ist vor allem aber einfach auch Teil meiner Arbeit und der meiner Kollegen, Inhalte zu finden, zu recherchieren, zu erzeugen und zu publizieren, die die Zielpublika wirklich interessieren, die Mehrwert bieten, Diskussionen anregen, Impulse geben! Als Blogger und Social-Media-Manager in eigener Sache und im Auftrag des Kunden tun wir uns da relativ leicht. Als webbeobachtender Berater rollt es uns zuweilen die Zehennägel hoch ob dem, was da so alles an ungeilen Inhalten produziert wird; das ist weit entfernt davon, eine Königsrolle in der Kommunikation einzunehmen.