Unternehmenskultur 2.0

Über das Thema Social Media kann man lange diskutieren: über Vor- und Nachteile, Risiken und Nutzen oder auch die zahllosen Möglichkeiten, die sich auch für uns in der PR ergeben. Tatsache ist, dass soziale Netzwerke auch Einzug in Unternehmen halten, sowohl direkt in Form von Unternehmensprofilen wie auch indirekt durch Veränderungen in Arbeitsweisen und Lernverhalten. Sympra hat schon seit Jahren 2.0-Plattformen im Einsatz, und deshalb möchte ich die aktuelle Frage des Massive Open Online Course der Know How! AG gerne mit Blick auf meine Agentur beantworten: Inwiefern merken Sie bereits selbst, dass sich Arbeitsweisen, Unternehmenskulturen und Lernformen verändern? #e20mooc

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„Steht im Wiki!“

In den letzten Jahren haben sich Arbeitsweisen und die Unternehmenskultur bei Sympra durch den Einsatz verschiedener Social Media Tools merklich verändert. Dies zeigt sich unter anderem in mehr Transparenz und kürzeren Wegen zu Informationen. 2007 haben wir ein internes Wiki aufgebaut, in dem alle wichtigen Informationen zu unserem Alltagsgeschäft, aber auch zu organisatorischen Fragen hinterlegt sind. Dieses Wiki wird aktiv von allen Mitarbeitern gepflegt und erweitert. „Steht im Wiki“ ist daher längst zu einem feststehenden Begriff geworden, den neue wie langjährige Mitarbeiter häufig zu hören bekommen. Durch das Wiki ist nicht nur die Informationsbeschaffung einfacher und schneller geworden, sondern Sympra generell auch transparenter. Denn alle wichtigen Informationen werden direkt eingepflegt. Dadurch ist sichergestellt, dass alle Infos immer aktuell sind und sich keine „Datenleichen“ einschleichen.

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„Hast du das schon gebloggt?“

Die zweite wichtige Informationsquelle ist das interne Blog, das im Gegensatz zum Wiki mit Neuigkeiten, aktuellen Entwicklungen und Alltagstipps befüllt wird. Hier bloggen alle Mitarbeiter, wenn zum Beispiel ein spannendes Projekt ansteht, abgeschlossen wird oder ein neues Tool entdeckt wurde. Außerdem stellen sich neue Mitarbeiter vor und auch kleine Hinweise zur Aufheiterung dürfen hin und wieder nicht fehlen. So wird sichergestellt, dass alle Mitarbeiter – egal ob in Stuttgart, Berlin oder München – immer auf dem Laufenden sind. Gerade nach dem Urlaub ist das der schnellste Weg, um das Verpasste aufzuholen. Dank der Kommentarfunktion und weiterer Plugins, beispielsweise für Umfragen, können zudem Abstimmungen erfolgen und Diskussionen geführt werden, ohne dass alle Mitarbeiter dazu zusammen kommen müssen. So können sich auch Kollegen an anderen Standorten problemlos beteiligen. Besonders wichtig: Die Menge interner Mails hat sich drastisch verringert.

Diese zwei Tools sind bereits seit Jahren fester Bestandteil der Unternehmenskultur bei Sympra.  Der kontinuierliche Wissenstransfer, der gerade in einer Agentur wichtig ist,  um Prozesse zu beschleunigen und die Informationssuche abzukürzen, ist dadurch schneller und einfacher geworden. Das hat auch zur Folge, dass sich die Lernkultur verändert hat. Grundlegende Infos können sich alle Mitarbeiter schnell und unkompliziert selbst beschaffen. Gerade neue Mitarbeiter finden sich dadurch viel schneller bei uns zurecht.

Ist das nicht unpersönlich?

Auf den ersten Blick scheinen all diese Tools also dazu zu führen, dass keine persönlichen Treffen mehr notwendig sind. Doch dieser Eindruck täuscht! Stattdessen bleibt in Besprechungen und kurzen Treffen an der Kaffeemaschine endlich genug Zeit, um über wichtige Projektfragen oder Konzepte zu sprechen, anstatt diese Zeit für Organisatorisches zu verwenden. Außerdem können sich die Mitarbeiter leichter und schneller als Unternehmensfragen beteiligen und ihre Meinung einbringen. Daher hat sich die Unternehmenskultur bei Sympra aus meiner Sicht dahin entwickelt, dass alle Mitarbeiter stärker in die Vorgänge innerhalb der Agentur eingebunden sind und auch neue Mitarbeiter leben sich schneller ein, da sie über das Blog rasch einen Eindruck der Abläufe bekommen und dank dem Wiki und entsprechenden Kategorien alle relevanten Informationen zur Verfügung haben, die man so im Arbeitsalltag braucht.

Als nächster Schritt ist die Zusammenführung der beiden Plattformen geplant, um die Vernetzung und Handhabung noch einmal zu vereinfachen. Aber schon jetzt hat sich Einführung dieser Tools gelohnt und ich bin gespannt, welche Weiterentwicklungen und Ergänzungen uns noch erwarten.

Über den Verfasser

Veit Mathauer ist einer der beiden Geschäftsführer von Sympra. Wirtschaftswissenschaftler, Journalist, PR-Mensch, Boardmitglied im internationalen Public Relations Network (PRN) und Blogger. Ansonsten auch in den einschlägigen sozialen Netzwerken zu finden.

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