Im Interview: Digital Evangelist Lukas-Pierre Bessis

Leben 2025: Das bringt uns die Zukunft

Nächste Woche live in der Stuttgarter Liederhalle: Lukas-Pierre Bessis – als Digital Evangelist unterwegs, auf den Bühnen der Welt zuhause. Seine Erfahrungen und sein Wissen teilt er gerne und mitreißend in Vorträgen und Workshops. Thema am 29. Oktober ist „Leben 2025: Das bringt uns die Zukunft“. Aber wer ist eigentlich Lukas-Pierre Bessis, woher kennt er die Zukunft und was hat es mit dem rosaroten Pony auf sich?

Agenturchef, Redner, Buchautor und Familienvater – und das alles in einer Person. Erzähl uns, wie Du dazu gekommen bist und wie Du das unter einen Hut bekommst?

Ich denke, zwei Dinge kommen bei mir zusammen: Erstens ein unbändiger Wissensdrang bzw. eine permanente Unruhe, immer weitermachen zu wollen. Ich suche ständig nach der nächsten Herausforderung. Das Zweite ist, dass ich immer nur das mache, was mir auch Spaß macht. Egal ob es Ideen sind, Vorträge oder Workshops – diese innere Haltung spüren meine Gegenüber. Gleichzeitig fühlen sich meine vielen Tätigkeiten nicht wie ein stressiger Job an, sondern sind einfach mein Leben.

Studiert hast Du Kommunikationspädagogik und Dein Jobeinstieg war im Bereich Marketing und Sales Controller. Wie bist Du auf Pink Pony gekommen?

Ich wollte eine Agentur oder vielmehr eine Ideenberatung aufbauen, die wirklich neue Wege geht und das musste sich selbstredend auch im Namen manifestieren. Pink Pony ist eine Analogie und gleichzeitig eine Disruption des Trojanischen Pferdes. Das Pink Pony erobert Herzen mit smarten Ideen.

Es gibt sehr viele Kreativagenturen. Kannst Du uns Deine Erfolgsgeheimnisse von Pink Pony nennen?

Pink Pony ist frei von Zwängen und kann dadurch frei beraten – und auch wirklich radikal sein. Pink Pony hat keine Agenturräume und keine festangestellten Mitarbeiter. Pink Pony ist die erste cloudbasierte Ideenagentur. Diese Struktur macht Pink Pony superagil und ermöglicht es, immer die richtige Idee mit den richtigen Leuten am dafür richtigen Ort umzusetzen.

Auch in der Wissenschaft hast Du mitgemischt. Den Creative-Effectiveness-Prozess hast Du mitentwickelt. Erzähl uns doch etwas über die Idee bis hin zur Umsetzung.

Insbesondere in einem Land wie Deutschland, das über keine Rohstoffe verfügt, sind Ideen der größte Rohstoff bzw. unser Kapital. Obwohl das eigentlich jeder weiß, gibt es erstaunlicherweise keinen Ausbildungsweg oder Studiengang der explizit auf Ideenentwicklung zielt. Mitte der 2000er Jahre haben sich eine Gruppe aus der Universität der Künste, Berlin und ein Institut aus Frankfurt die Frage gestellt, was überhaupt richtige Ideen sind. 2007 kam ich dazu und wir fanden nicht nur die Antwort auf diese Frage, sondern definierten, durch Kombinieren unterschiedlicher Methoden u.a. aus der Neurowissenschaft und dem Design Thinking, einen Prozess, der es jedem ermöglicht herausragende Ideen zu entwickeln.

Inwieweit hat der Prozess Dich inspiriert, 2015 das Buch „Kill your Agency“ zu veröffentlichen?

Das Buch war eine logische Konsequenz. Nachdem wir die Methode seit 2009 in Anwendung hatten wurde ich immer häufiger gefragt, wo es das ganze Wissen nachzulesen gibt – und so schrieb ich das Buch.

Welche Resonanz gab es aus der Kreativbranche zu dem Creative-Effectiveness-Prozess und Deinem Buch?

Alles in allem positiv. Gute Agenturen wurden in ihrem Tun bestätigt, mittelmäßige Agenturen fühlten sich bedroht. Ein bis dahin befreundeter Agenturchef kündigte mir sogar die Freundschaft. Über ein Jahr lang war das Buch bei Amazon ein Bestseller unter den Top-Marketing-Fachbüchern.

Jetzt kommst Du in die Liederhalle nach Stuttgart. Was erwartet das Publikum?

Als nimmermüder Wissensjäger kam ich immer mehr mit der Digitalisierung in Berührung. Seit drei Jahren bereise ich die Welt, interviewe große und kleine Unternehmen bei der Digitalisierung, treffe mich mit Wissenschaftlern und halte mit dem erarbeiteten Wissen inspirierende Vorträge zum Thema Digitalisierung und Zukunft – meist auf Fachkongressen und Konferenzen. Insbesondere das Tempo dieser neuen Technologien und die Macht der Veränderung im beruflichen wie auch im privaten Umfeld haben mich dazu bewegt, den Vortrag Leben 2025 zu schreiben. Ich werde für jeden verständlich und nachvollziehbar die zentralen neuen Technologien, die in den kommenden sieben Jahren auf uns zukommen, in einem kurzweiligen Vortrag vorstellen.

Karten für den Vortrag von Lukas-Pierre Bessis in der Liederhalle gibt es hier: https://tickets.c2concerts.de/lukas-pierre-bessis-tickets-271.html

 

 

Einmal Klassik und zurück

Mit dem Arbeitskreis Baufachpresse unterwegs

DerArbeitskreis Baufachpresse ist der Berufsverband für „baupublizistisch Tätige“. Seine Mitglieder decken das gesamte Spektrum des Bauens, angefangen bei Architektur und Planung, über die einzelnen Sparten des Tiefbaus, Hochbaus und Ausbaus bis hin zum Ingenieurbau, dem Baumanagement wie auch dem Facility Management ab. Sie arbeiten in Redaktionen der Fachmedien, in Pressestellen von Unternehmen der Bau(stoff)industrie, in Verbänden, – wie ich – in Agenturen oder sind als Freelancer unterwegs. Hauptaktivität des Arbeitskreises ist die Jahrestagung, immer im Herbst, diesmal in Weimar. Ein paar Eindrücke.

Mit oder ohne Glas: da neue Bauhaus-Museum
In Weimar wurde 1919 das Bauhaus gegründet. 2008 haben der Bund und das Land Thüringen die Klassik Stiftung Weimar mit dem Bau eines neuen Bauhaus-Museums beauftragt. Den internationalen Architekturwettbewerb hat Prof. Heike Hanada, laboratory for art and architecture in Berlin, gewonnen – 536 Architekturbüros hatten ihre Beiträge eingereicht. Die Bauarbeiten begannen im November 2015, zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses wird das bauhaus museum weimar am 6. April 2019 eröffnen. Prof. Hanada führte uns durch die weit fortgeschrittene Baustelle, erläuterte uns ihr Konzept, das Museumsgebäude als Verbindung zwischen dem Gau-Forum, einem Relikt der NS-Zeit, dem Stadtpark und der Innenstadt zu platzieren. Eine Besonderheit des Kubus ist seine vorgehängte Betonfassade: 400 Stahlbetonelemente aus weißem Zement werden derzeit montiert; später sollen integrierte LED-Bänder für Lichteffekte sorgen. Sehr beeindruckend, wie präzise die gerillten Elemente gestapelt am Gebäude verankert werden. Ein Museum in Betonoptik also? Das ist noch nicht ganz klar: Denn eigentlich soll (oder sollte) vor die Betonfassade eine Glasfassade gehängt werden, was meines Erachtens dem Gebäude ein komplett anders Aussehen geben würde. Da sich die Bauherren das Ganze inzwischen aber auch ohne Glas vorstellen könnten, wird noch einmal neu diskutiert. Dabei geht’s diesmal nicht in erster Linie ums Geld, sondern tatsächlich um die Ästhetik. Im November 2018 soll final entschieden werden – die Eröffnung im Frühjahr 2019 erfolgt aber auf jeden Fall ohne Glasfassade!

Viele Böden und ein Bunker im Stadtschloss
Seit Juli und bis 2023 ist das Stadtschloss Weimar wegen Sanierung geschlossen. Hier werden künftig verschiedene Kunstmuseen untergebracht sein, wobei der Zugang durch das Untergeschoss erfolgen wird. Und genau dieses haben wir uns angeschaut: ein Labyrinth von Gängen und Räumen, Gewölben und Treppen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Böden immer wieder mal aufgeschüttet oder abgetragen, sodass es Höhenunterschiede von gut einem Meter gibt. Regelmäßig entdecken die Archäologen neue Steinböden. Im Dritten Reich wurde in den tiefsten Gewölbekeller ein riesiger Bunker einbetoniert. Zurzeit sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, diesen Stück für Stück auszubauen. Die meterdicke Decke wird mithilfe von Seilen zerschnitten, über Hubbühnen herabgelassen und über Rampen ins Freie transportiert. Der Rückbau dürfte ein Vielfaches der damaligen Bauzeit und der Baukosten betragen.

Was gab’s noch?
Rechtsanwalt Florian Eckert von Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft erläuterte uns die Auswirkungen der DSGVO auf die journalistische Arbeit. Es ging um Präventionsmöglichkeiten im Umgang mit Asbest und Staub. Und die neue Initiative Pro Steildach stellte sich vor: Sie will auf die Vorteile geneigter Dächer hinweisen und dafür sorgen, dass deren Marktanteil von rund 65 Prozent nicht vom Flachdach gefährdet wird. Vor allem gab’s natürlich interessante Gespräche mit den Kollegen, Erfahrungsaustausch, angeregte Diskussionen. Bemerkenswert fand ich, dass von den rund hundert Teilnehmern die meisten zum ersten Mal in Weimar waren, einige sogar zum ersten Mal in den östlichen Bundesländern. Nächstes Jahr findet die Jahrestagung in Wilhelmshaven statt – auch da war ich schon mal. 1973.

 

© Bilder: Sympra, AK Baufachpresse

Backstube 4.0 – zum Glück bleibt der Duft analog

Feinste Macaroons aus der ältesten Bäckerei Islands, preisgekröntes Gebäck von Tartine Bakery in L.A. oder von Hand geknetetes Biobrot aus Wien: Nein, ich bin nicht um die halbe Welt geflogen, um einen Blick in ausgezeichnete Bäckereien in den USA und in Europa zu werfen. Stattdessen habe ich mich in München in einen bequemen Lounge-Sessel gesetzt, mir eine 12 Oculus GO-Brille aufgezogen und bin auf virtuelle Besichtigungstour gegangen. Dieses multimediale Erlebnis war eine Premiere auf der iba 2018, der international größten Fachmesse für Bäcker und Konditoren, zu der rund 77.000 Fachbesucher aus aller Herren Länder kamen. Mich begeistert diese alle drei Jahre stattfindende Leistungsschau immer wieder aufs Neue, denn nirgendwo sonst gibt es diese einzigartige Mischung aus hochmoderner Maschinen- und Anlagentechnik, eingehüllt in den leckeren Duft frisch gebackener Brötchen.

Mit Sensorik aufs Gramm genau arbeiten
Digitalisierung, im Sinne von Backstube 4.0 mit intelligenten, vernetzten Maschinen, ist bislang vor allem ein Thema für die industriellen Großbäckereien. In der Großproduktion geht es schließlich auch um enorme Dimensionen. Als Normalverbraucher, der sich sein Brötchen beim Bäcker um die Ecke oder abgepackt im Supermarkt kauft, macht man sich davon keine Vorstellung. So misst ein industrieller Durchlaufofen leicht mal mehr als 37 m und  backt 11.000 Brote á 1,3 kg in einer Stunde. Eine industrielle Donut-Anlage kann stündlich bis zu 50.000 Donuts fertigen. Digitale Technologien eröffnen angesichts solcher Mengen ein enormes Einsparpotenzial, wenn Maschinenbauer sie geschickt einsetzen. Denn jedes Gramm Teig, das in der Produktion verschwendet wird, ergibt in der Summe viel Geld. Die zur iba neuentwickelte Sensorik ViControl beispielsweise zielt darauf ab, Kosten zu verringern. Sensoren überwachen die Teigstücke optisch, indem sie diese während des Produktionsprozesses exakt vermessen. Weicht etwa ein Brötchenteigling in der Höhe oder dem Durchmesser vom Zielwert ab, wird das visuell erkannt und auf einem Bildschirm angezeigt. Dadurch kann das Bedienpersonal frühzeitig reagieren, etwa, indem es die Anlagen anders konfiguriert. Das spart Ressourcen, produziert weniger Ausschuss und steigert insgesamt die Effizienz der Fertigungslinie.

Erfolgsrezepte virtuell veranschaulichen
In den kleinen Backstuben ist die Digitalisierung noch Zukunftsmusik. Doch mehr als 1.770 „Reisende“ auf der Virtual Bakery Tour und dementsprechend lange Warteschlangen vor der 3D-Rotunde belegten: Digitalisierung ist auch für Handwerksbäcker interessant  – und zwar keinesfalls nur als Unterhaltungsprogramm. Die 360-Grad-Videos zeigten erfolgreiche Geschäftsmodelle von Bäckereien in aller Welt, gewährten Einblicke in traditionell fertigende Backstuben und erklärten überzeugende Verkaufskonzepte. Das ist wertvoller Input für handwerklich arbeitende Bäckereien. Deren Zahl ist in den vergangenen 60 Jahren in Deutschland von rund 55.000 auf etwa 11.300 geschrumpft und viele kämpfen weiterhin ums Überleben. Um im Wettbewerb zu bestehen, ist jeder Impuls willkommen – vor allem, wenn er Erfolgsrezepte so anschaulich macht, wie bei der virtuellen Bäckereitour.

Tag 5: Sympra @ 100 Stunden Morgen – eine Woche über digitale Zukunft und Innovation

Festivalatmosphäre mit spannenden Keynotes, inspirierende Workshops, faszinierende Technologie-Showcases: Das verspricht das neue Veranstaltungsformat der IHK Region Stuttgart. 100 Stunden Morgen: Themenwoche zur digitalen Zukunft und Innovation im Mittelstand behandelt Themen, die Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels beschäftigen – oder beschäftigen sollten. Ob Informations- und Lösungsangebote für Unternehmen oder Workshops, in denen selbst Hand angelegt werden kann: in den 100 Stunden an fünf Tagen ist alles dabei. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Daher sind jeden Tag zwei Sympra-Kollegen vor Ort und berichten über #neuartigeGeschäftsmodelle #TechnologienvonMorgen #Innovationsmethoden #Experimentierräume #OpenInnovation und #Startups.

Von Blockchain zu Sozialwissenschaften – der letzte Tag
mit Constanze Trojan und Isabelle Hirsch

Nach einer Woche voller Innovationen rund um digitale Transformation stand der letzte Tag der Veranstaltung #100hMorgen unter dem Motto „Digitale Kulturen für Morgenmacher“. Digitale Kulturen? Nein, es ging dabei nicht um die Unterschiede verschiedener Nationen und ihre Fortschritte. Es handelte sich um zwei Themen, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Blockchain und der Wandel in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung.

Keine Angst vor der Blockchain
Blockchain – irgendwie hat jeder schon davon gehört, aber so richtig ernst nehmen tun das nur wenige. Dabei sind Blockchain und Kryptowährung in vielen Bereichen auf dem Durchmarsch. Erste Kurse zum Thema bieten sowohl die Frankfurt School of Finance & Management als auch die Hochschule Mittweida. Und auch Stuttgart braucht sich nicht zu verstecken – nach Berlin zählt die baden-württembergische Landeshauptstadt zur zweitgrößten Blockchain Stadt in Deutschland, da sich neben zahlreichen hier ansässigen Unternehmen und Banken auch die Börse Stuttgart aktiv mit der Thematik auseinandersetzen. Daher ist Stuttgart nicht nur wegen der geografischen Nähe besonders attraktiv für andere Länder wie die Schweiz. Für Prof. Dr. Philipp Sandner der Frankfurt School ein großer Vorteil – der kleine Staat wird nämlich auch „Kryptovalley“ genannt. Eine dezentralisierte Plattform bietet in den Augen der Blockchain-Professoren eine Menge Vorteile: Anonymität, Sicherheit, Schnelligkeit und vieles mehr. Auch wenn es sich auf Grund des Stromverbrauchs derzeit noch nicht lohnt eine Pizza mit Kryptowährung zu zahlen ist sich Prof. Rafael Capurro von der Hochschule der Medien Stuttgart, sicher, dass „die ganze Blockchain-Thematik normal für die Gesellschaft wird.“ Und Capurro muss es wissen: Der 73-jährige Philosoph und Experte für Informationsethik beschäftigt sich in seiner Funktion mit der moralischen Seite von neuen Technologien und hinterfragt diese kritisch.

Neue Geschäftsmodelle für die Industrie
Blockchain ist überall ein wichtiges Thema – die Hochschule Furtwangen beschäftigt sich mit Blockchain im industriellen Umfeld und das Start-up Astratum im Bereich der neuen Geschäftsmodelle. Was beide gemeinsam haben? Die Fortschritte, die rund um die Materie gemacht werden. Ob in zehn Jahren jedoch alle rechtlichen Fragen geklärt sind? Die Profis sind sich alle samt sicher: In zehn Jahren wird sich zum Thema einiges tun. Blockchain Ecosysteme, also die intelligente Verbindung der verschiedenen Blockchain-gestützten Services, sind bereits jetzt nicht mehr so abstrakt wie die Gesellschaft annimmt. Das Berliner Projekt „IOTA“ ist hierfür ein Beweis – und auch viele „Big Fish“-Unternehmen sind im Wandlungsprozess. Es bleibt also spannend, wie sich die Industrie im Bereich Blockchain verändern wird.

Digitalisierte Arbeitskultur
Dr. Benedikt Sommerhoff der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. erläutert, dass die Arbeit 4.0 einen großen Umbruch mit sich bringt –für Arbeitnehmer, vor allem aber für Führungskräfte. Daher spielt das Qualitätsmanagement in Unternehmen eine äußerst wichtige Rolle. Sommerhoff hat die Veränderungen anhand der Unternehmenskultur beschrieben. Wichtige Prämissen sind hierfür die Balance zwischen Veränderung und Stabilität, die Integration von Innovation und Qualität und nicht zuletzt den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Denn insbesondere das Verständnis von „Kultur und Soziologie“ ist die zentrale Herausforderung im Digitalisierungsprozess, damit sich Unternehmen im Einklang mit dem technischen Fortschritt weiterentwickeln. Laut Anette Dietz von dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, werden aber insbesondere die Soft Skills zu Schlüsselkompetenzen bei den Mitarbeitern.

Organisation anders verstehen
Starke Beziehungen, gegenseitiges Vertrauen und motivierte Mitarbeiter – Faktoren, die Unternehmen für den Wandel in der Arbeitswelt nicht außer Acht lassen sollten. Durch Transparenz kann dabei oftmals einiges erreicht werden. Denn nicht zu vergessen: Der Faktor Mensch spielt in der neuen Arbeitskultur eine wesentliche Rolle. Persönlichkeit lässt sich nämlich nicht digitalisieren und die Führung von Mitarbeitern werden zukünftig weiterhin Menschen übernehmen. Timo Schnell von AS-Systeme hat in seinem lebhaften Vortrag das Wesentliche verdeutlicht, dass Kreativität noch nicht programmierbar ist und die Persönlichkeit und Authentizität der Mitarbeiter kann von Maschinen nicht ersetzt werden. Daher müssen sich Führungskräfte und Unternehmen mit der Frage beschäftigen: Mensch oder Technologie? Die Antwort bleibt wohl erstmal Mensch.

Tag 2: Sympra @ 100 Stunden Morgen – eine Woche über digitale Zukunft und Innovation

Festivalatmosphäre mit spannenden Keynotes, inspirierende Workshops, faszinierende Technologie-Showcases: Das verspricht das neue Veranstaltungsformat der IHK Region Stuttgart. 100 Stunden Morgen: Themenwoche zur digitalen Zukunft und Innovation im Mittelstand behandelt Themen, die Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels beschäftigen – oder beschäftigen sollten. Ob Informations- und Lösungsangebote für Unternehmen oder Workshops, in denen selbst Hand angelegt werden kann: in den 100 Stunden an fünf Tagen ist alles dabei. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Daher sind jeden Tag zwei Sympra-Kollegen vor Ort und berichten über #neuartigeGeschäftsmodelle #TechnologienvonMorgen #Innovationsmethoden #Experimentierräume #OpenInnovation und #Startups.

Raus aus der Komfortzone!
mit Veronika Höber und Rebecca Weiand-Schütt

Nein, wir unterhalten uns nicht mehr über das „Ob“. Dafür hat das „Wie“ der digitalen Transformation so viele Facetten, dass es den klärenden Gesamtüberblick nicht gibt. Darum ist es gut und wichtig, sich ab und an zu fragen: Was passiert hier eigentlich? Und: Wo genau stehen wir? Dafür bot der zweite Tag der Veranstaltung #100hMorgen der IHK Stuttgart eine gute Gelegenheit.

Erfolg als Bremse
Eine irritierende Erkenntnis vorab: Uns geht es gut – und das ist schlecht. Denn tatsächlich scheint es auf den ersten Blick unsinnig, ein funktionierendes, Gewinn bringendes Geschäftsmodell disruptiv über den Haufen zu werfen und gänzlich neu zu denken. Mit dem Schaudern des Voyeurs betrachten wir aus vermeintlich sicherer Entfernung die sattsam bekannten Beispiele, wo branchemfremde Plattformkapitalisten alterhergebrachte Branchen durcheinanderwirbeln. Betrifft uns das? Wirklich? Ja, das tut es!

Konkurrenz aus ungeahnter Richtung
Deswegen geht es auch weniger darum, das Kind mit dem Bad auszuschütten, sondern mit einem zweiten Blick sehr genau hinzuschauen. Etwa, was es bedeutet, dass wir in Anwendungdomänen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie oder im Dienstleistungsbereich zwar hervorragend aufgestellt sind, sich aber beispielweise jetzt auch IT-Unternehmen mit dem Thema autonome Fahrzeuge oder Finanzierungsangebote beschäftigen. Wenn neue Player über digitale Marktplätze den Kundenkontakt übernehmen. Wenn bislang analoge Produkte vollständig digital werden. Wenn das lebenszyklusorientierte Geschäftsmodell Services abtreten muss. Und wenn noch dazu das alles ganz und gar im Sinne des Kunden ist.

Keine Panik
Es lohnt sich nicht nur, es ist einfach schlicht notwendig, mit Mut und Verstand, vor allem aber mit einer großen Offenheit und Kreativität der Frage nachzugehen, wo die Digitalisierung nicht nur ihr disruptives Potenzial entfaltet, sondern auch Enabler neuer Geschäftsmodelle in meiner Domäne sein kann. Das bedeutet nicht, der konventionellen Wertschöpfung eine generelle Absage zu erteilen. Aber es heißt, mal der operativen Hektik ganz energisch zu verbieten, für geistige Windstille zu sorgen. Auch bislang gänzlich Abwegiges zu Ende denken. Horizontale, offene Netzwerke zu knüpfen und dann ja nicht zu versuchen, die neue Geschäftsmodellidee in die vertikale Struktur zu pressen. Überhaupt: Innovationscenter, Ausgründungen, Start-ups oder welche Form auch immer so eine Idee annehmen kann, dürfen gerne auch räumlich ein wenig entfernt sein vom Erfüllungsort des bisherigen Kerngeschäfts. Denn ja, es kann in der Tat passieren, dass man sich zunächst nur ein wenig selbst kannibalisiert, am Ende des Tages aber vielleicht sogar das bestehende Geschäftsmodell obsolet wird. Und die Cases zeigen: Das ist richtig erschütternd, aber eben auch nicht der befürchtete Untergang.

Von den Gamern lernen
Vielleicht, der Gedanke sei am Schluss hier noch erlaubt, bringt uns die Digitalisierung dem noch einmal näher, was wir alle ja als unsere vornehmste Aufgabe sehen – dem Kundennutzen zu dienen. Die Gaming-Branche hat es vorgemacht und den Kunden mit der Idee des user-generated Content gleich einen aktiven Part im Geschäftsmodell zugewiesen. Das bedeutet ein völlig neues Mindset, nicht nur bei den Entwicklern. Und das Verständnis aller Beteiligten dafür, dass die digitale Transformation als strategische Antwort verstanden werden muss auf die älteste Frage aller Unternehmen: Wo stehen wir heute und wo wollen/müssen wir morgen sein?

Tag 1: Sympra @ 100 Stunden Morgen – eine Woche über digitale Zukunft und Innovation

Festivalatmosphäre mit spannenden Keynotes, inspirierende Workshops, faszinierende Technologie-Showcases: Das verspricht das neue Veranstaltungsformat der IHK Region Stuttgart. 100 Stunden Morgen: Themenwoche zur digitalen Zukunft und Innovation im Mittelstand behandelt Themen, die Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels beschäftigen – oder beschäftigen sollten. Ob Informations- und Lösungsangebote für Unternehmen oder Workshops, in denen selbst Hand angelegt werden kann: in den 100 Stunden an fünf Tagen ist alles dabei. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Daher sind jeden Tag zwei Sympra-Kollegen vor Ort und berichten über #neuartigeGeschäftsmodelle #TechnologienvonMorgen #Innovationsmethoden #Experimentierräume #OpenInnovation und #Startups.

Motivation Monday
mit Veit Mathauer und Wibke Kroll

Digitalisierung im eigenen Unternehmen voranbringen, das war das Credo der Speaker am ersten Tag der Veranstaltung #100hMorgen. Los ging es jedoch mit warnenden Worten von Prof. Dr. Manfred Spitzer zu Risiken der Digitalisierung. Empathieverlust, Kurzsichtigkeit und Bluthochdruck sind nur drei seiner alarmierenden Nebenwirkungen. Dabei appelliert er an Politiker und Eltern, die Nutzung von Smartphones und PCs, z.B. in Schulen, konsequent einzudämmen, damit Kinder sich wieder auf das Lernen konzentrieren können. Elmar Pritsch, CIO von Robert Bosch, ruft Mittelständler dazu auf, sich zu öffnen, mit Partnern zusammenzuarbeiten, denn: „das nächste große Ding schafft ein Unternehmen heute nicht mehr alleine“. Auch ist ihm wichtig, dass mehr „digitale Ökosysteme“ made in Europe entstehen; für Bosch bedeutet dies, eigene Rechenzentren und eigene Plattformen aufzubauen. Data Lake ist das Stichwort für Klaus Bürg von Amazon; er rät Unternehmern, alle Daten im Unternehmen in einem Tool zusammenzuführen, um dadurch für die Kunden einen Mehrwert zu generieren.

Über Irrtümer der Digitalisierung hat das Breitbandbüro des Bundes aufgeklärt: Digitalisierung bedeutet High-Tech, hohe Kosten und Geschäftsmodelle müssen neu aufgestellt werden. Stimmt nicht, manchmal reichen auch schon kleine Lösungen und günstige Tools, um Prozesse und Arbeitsschritte zu optimieren. Sven Jung von Handelsblatt Research ermutigt, neue Trends wie Augmented Reality oder die Datenspeicherung per Cloud zu nutzen und Plattformen mit „gleicher Sprache“ zu entwickeln, dass Produkte verschiedener Hersteller kompatibel sind.

Im Innovationsworkshop von Avance fordern Tobias Bartel und Dr. Ralf Seitz dazu auf, „out of the Box“ zu denken und Prozesse aus einer anderen Perspektive zu sehen. Eine Methode ist z.B. abstrakte Begriffe in bildlicher Sprache zu beschreiben, um dadurch auf andere Ideen zu kommen.

Are You Making the Most of India’s Media Bang?

Consider this: India’s newspaper readership at 407 million(mn) is close to the number of people living in the entire European Union. The world’s largest selling English language newspaper is not British or American but Indian – The Times of India which has a readership of over 10 mn. According to the World Economic Forum – India now has the world’s largest number of paid newspapers, and the number continues to grow, from 5,767 in 2013 to 7,871 in 2015. What is also interesting that Indian newspapers have overcome the global decline in newspaper readership. Comparable data from Audit Bureau of Circulation report (May 2017), show that while newspaper circulation grew by 12% in India, it fell in almost every other major media market: in the UK by 12%, 7% in the US and 3% in Germany and France.

Growing Appetite

Today, there are over a hundred thousand publications (dailies and periodicals) in India and 1600+ TV stations. Consumption of news is not restricted to newspapers only, India’s digital market is also mushrooming rapidly. The influx of digital new media channels over the last few years is a testimony for Indians love for news be it on paper or a smartphone. A country where there are more mobile phones than toilets it is no surprise that Indian netizens are feasting more and more news on their mobile phones.

While the country is breaking international trends in more traditional media formats simultaneously its global market share is booming in social media too. Twitter in India has become the number one fastest growing market for in terms of daily active users, growing 5 times as a market than the global average. Facebook users in India have crossed 240-million mark, becoming the largest audience country for the social media giant. India’s digital population is close to 500 million seconds after China.

Unique Offer

A media market so diverse and complex with as many languages as you can think off! How do you ensure that your brand or product gets the attention it deserves? Sympra can help resolve some of the complexities and create an all-inclusive print and digital media strategy and implementation for you. We bring along a wealth of over 25 years of strong public relations record for big and medium-sized German businesses. Our Public Relations Network stretching across the globe with Skateboard Media as our India partner. Plus Sympra now has me as an in-house India expert in Germany. My multi-disciplinary work experience spans across journalism, development communications at  Greenpeace and political and business communications with the British Government. I have a strong understanding of social media trends and a good network with journalists in India.

So what are you waiting for? Contact us today to make an impressive media splash in the Indian market.

Runter mit dem Energieverbrauch: Neues Wohnen in der Stadt

Wohnraum in den Städten wird immer kostbarer, Energie immer teurer. Micro-Apartments, Tiny-Houses, die mit weniger als 10 m2 Fläche auskommen, oder Aktiv-Stadthäuser, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen – das sind Ansätze, um die hohen Kosten für Energie und Wohnen zu senken. Intelligente Grundrisse, moderne Bautechnik mit hohem Vorfertigungsgrad, nachhaltige Baustoffe und neuartige Energiekonzepte tragen zum energieeffizienten Gebäudebetrieb bei. Wie dabei technisches Monitoring ins Spiel kommt, und wie der Plus-Energie-Standard weiter optimiert werden kann, gab es beim ersten „Talk im Tower“ zu hören, den die Stuttgarter Ingenieursgesellschaft EGS-plan im 14. Stock des debitel-Gebäudes in Stuttgart-Vaihingen veranstaltet hat.

Alles nach Plan? Gebäude auf dem Prüfstand
Wer heute baut oder Gebäude betreibt, hat einige Herausforderungen zu meistern: Sie müssen nutzer- und umweltfreundlich sein, Technik und Anlagen haben stets optimal zu funktionieren, Verbrauch sollte reduziert und der Komfort gesteigert sein. Ab 2020 sollen Neubauten nach der europäischen Gebäuderichtlinie nur noch als Niedrigenergiegebäude errichtet werden. „Energieeffizienz bei Neubau und Sanierung von Gebäuden reicht aber nicht aus, um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen“, sagt Dr. -Ing. Boris Mahler von EGS-plan. „Wir müssen zusätzlich an den Bestand.“ Und da jedes Bauwerk ein Unikat ist, kann die Fehlerquote hoch sein. Beispiele dafür gibt es genug, etwa falsch angeschlossene oder eingestellte Anlagen oder auch nur offen gelassene Fenster. Komplexe Gebäude sollten daher mit Probebetrieb und aussagekräftiger Datenerhebung übergeben werden. Ein Monitoring des Gebäudebetriebs ist empfehlenswert, energetische Ziele werden häufig erst nach einem Jahr erreicht.

Architekten AG, Kassel Bildquelle: Constantin Meyer Photographie
Aktiv-Stadthaus Frankfurt | HHS Planer + Architekten AG, Kassel Bildquelle: Constantin Meyer Photographie

Pilotprojekt AktivPlus-Stadthaus in Frankfurt
Beim ersten und größten innerstädtischen Mehrfamilien-Wohnhaus im Effizienzhaus-Plus-Standard wurde gleich nach der Fertigstellung vor zwei Jahren ein Monitoring durchgeführt, das bewies: Das achtgeschossige Aktiv-Stadthaus mit 74 Wohnungen erzeugt in der Jahresbilanz mehr Energie als es verbraucht. Dafür sorgen unter anderem ein „Energiedach“ mit Photovoltaikanlage und eine Fassade mit Photovoltaikelementen. Wärme wird mit einer elektrischen Wärmepumpe erzeugt, als Wärmequelle wird der nahegelegene Abwasserkanal genutzt. Der Bau liegt auf einem schmalen 150 m langen Grundstück in der Nähe des Hauptbahnhofs, das lange unbebaut war. Die Tragkonstruktion ist aus Stahlbeton, Dach- und Außenwände aus vorgefertigten Holzrahmenelementen. Die Apartments sind zwischen 60 und 120 m2 groß und mit einem Budget für Heizung, Warmwasser und Elektrizität vermietet, das bereits im Mietpreis enthalten ist. Die spannende Frage für die Mieter war: Wie viel Strom und warmes Wasser verbrauche ich eigentlich, und wann?

Mit iPads in jeder Wohnung die Energie im Blick
Hier war Nutzerfeedback gefordert: Um den Verbrauch genau nachverfolgen zu können, wurde jede Wohnung mit einem Tablet PC mit einer vorinstallierten App ausgestattet. Jede Mietpartei erhielt damit den Überblick über den Energieverbrauch im Verhältnis zum Budget. Außerdem gab es ein Ranking aller Verbräuche im Haus, zu einzelnen Haushaltsgeräten in einem Teil der Wohnungen oder auch Infos zum Car-Sharing-Angebot. Laut einer Umfrage haben 80 Prozent der Mieter das Tablet im ersten Jahr einmal pro Woche bedient und damit ihr Bewusstsein für Energie und Wohnen geschärft. Interessant dabei: besonders beliebt war das Ranking – und damit die Antwort auf die Frage „Wie gut stehe ich mit meinem Energieverbrauch eigentlich da?“.

EnergiePlus für Studenten
Zurzeit baut die Wohnbau Studio Planungsgesellschaft das erste Studentenwohnheim, das mehr Energie produziert, als es verbraucht. Das „Campo V“ ist damit das erste AktivhausPlus in Geschossbauweise in Stuttgart. Mit einem hohen Eigenstromanteil aus erneuerbaren Energien, reduzierten Energiebedarf und Speichermöglichkeiten für Strom und Wärme mithilfe einer Batterie setzt es Standards für energieeffizientes Wohnen in Ballungsräumen. Auch hier wird es ein Monitoring-Projekt zum energieeffizienten Gebäudebetrieb geben – und die Nutzer sind gefragt!

Sitzfleischkultur oder #arbeitviernull ?

Wann werden wir arbeiten – 9 to 5 oder wann immer wir wollen? Das ist nur eine der Fragen, die vergangenen Donnerstagabend auf der Agenda standen: Die Reinhold-Maier-Stiftung und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hatten zum Thema „Arbeiten in der digitalisierten Welt“ eingeladen. Stempeluhr oder flexible Arbeitszeiten, Crowdworking oder Dezentralität – die Digitalisierung verändert die Wirtschaft auch durch neue Arbeitsformen. Und keine Frage, dass eine Arbeitskultur, die auf Flexibilität beruht, auch Herausforderungen mit sich bringt. Genug Stoff also für interessante Diskussionen rund um #arbeitviernull, was die Gäste trotz sonnigen Wetters in die stylischen Räumlichkeiten der Design Offices lockte.

Den Impuls gab Dr. Thomas Sattelberger, Innovationspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, mit seinem sehr lebhaften Vortrag. Seine Botschaft: Veränderungen gab es schon immer, und auch die kommenden werden wir meistern. Bis dahin müssen wir aus seiner Sicht aber noch ein paar Hürden nehmen. Arbeitsrecht und Arbeitsschutz etwa müssten sich den neuen Gegebenheiten anpassen, denn natürlich ist es eine rhetorische Frage, ob der Arbeitsschutz künftig ins Homeoffice kommen wird, um die Beleuchtung zu prüfen oder Kabelbinder im Arbeitszimmer anzubringen. Arbeitsverträge, auf Flexibilität ausgerichtet und individuell auf den einzelnen Mitarbeiter abgestimmt, machen nicht nur deutlich mehr Arbeit, sondern strapazieren auch den Überblick über die Konditionenvielfalt. Nichtsdestotrotz sieht Sattelberger uns der digitalisierten Arbeitswelt näher, als es vielen Unternehmen derzeit bewusst ist. Hotelbranche, Einzelhandel oder das Verlagswesen haben bereits digitale Wettbewerber, die klassische Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen infrage stellen. Doch so drastisch muss es gar nicht sein. Die Veränderungen sind allerorten spürbar, und für Sattelberger gibt es keine Alternative, als „sich mit ihnen anzufreunden“.

Die anschließende Diskussionsrunde bereicherte Tobias Ködel, Head of Leadership 2020 der Daimler AG mit seinen Erfahrungen aus einer „Legehennen-Fabrik“, wie Sattelberger Großkonzerne zuvor betitelt hatte. Ködel ist sich sicher, dass es vor allem einer Veränderung in der Führungskultur bedarf, um Arbeit 4.0 zu etablieren. Wichtige Faktoren der neuen Arbeitskultur sind flache Hierarchien und Flexibilität. Ihnen will Daimler mit dem Projekt „Leadership 2020“ ausreichend Raum geben. Denn, da sind sich die beiden Referenten einig, es wird nicht damit getan sein, dass Unternehmen „die Mitarbeiter in den fancy Hauptstadtbüros der Corporate Start-ups mit flachen Hierarchien unterbringen“. Zwar lernten Menschen durch Inspiration und das Einfinden in neue Situationen, Vorbilder und ein bisschen Übung könnten indes nicht schaden: „Wir Menschen sind Gewohnheitstiere“, sagt Ködel. „Best-Practice-Beispiele helfen, aus alten Strukturen herauszukommen und neue anzunehmen.“ Ergo: Auch digital Ding will Weile haben.