Plan B nach der Krise

Vor einigen Wochen haben wir uns gefragt: „Wie kann’s weitergehen?“. Die Corona-Pandemie hatte unser aller Alltag fest im Griff und ein Gefühl hat uns dabei täglich begleitet: Ungewissheit. Auch heute ist Corona natürlich noch nicht passé, und viele Dinge bleiben ungewiss. Eins haben wir aber in den vergangenen Wochen gelernt: Es geht aufwärts – Schritt für Schritt. Wichtig ist nun, diesen Weg bestmöglich zu gestalten und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Neue Märkte sind entstanden, und wir leben digitaler denn je. Für Unternehmen bedeutet das: Je früher sie einen Plan B entwickeln, desto erfolgreicher können sie in der neuen Marktsituation agieren.

Mehr zu dem Thema „Plan B“ lesen Sie im Doppelinterview mit Dr. Harald Balzer, Gründer und Vorstandsvorsitzender der CONCEPT AG, und Prof. Dr. Wolfgang Biegert, stellv. Vorsitzender des Vorstands der Risk Management & Rating Association (RMA) e.V. und Honorarprofessor für Banking, Finance, Rating and Risk an der SRH Fernhochschule. Die beiden Experten erklären, wie Unternehmen die Restrukturierung als Chance nutzen können und die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie überstehen.

In unserem eigenen Whitepaper – erstellt von den beiden Sympra-Geschäftsführern Veronika Höber und Veit Mathauer – stellen wir Ihnen Kommunikationsstrategien für den erfolgreichen Corona-Exit vor – denn auch die Unternehmenskommunikation muss wieder durchstarten.

Bildquelle: Pixabay/Daniel Kirsch

Storytelling fürs D-Netz

Ganz vorab: Bin heute im Büro beim Aufräumen zufällig auf zwei ungewöhnliche Pressebilder gestoßen.

Vorab: Das D-Netz, Nachfolger des C-Netzes, das war das erste digitale Mobilfunknetz in Deutschland und wurde 1992 eingeführt.  Da die Deutsche Telekom (D1) mit Mannesmann Mobilfunk (D2) zum ersten Mal einen Wettbewerber hatte und Digitaltechnik günstiger war als die analoge, war abzusehen, dass die Preise purzeln würden und das “Handheld” (der deutsche Begriff “Handy” war noch nicht Usus) zu einem Alltagsgerät für ein paar Millionen Menschen werden könnte – wenn man ihnen nur nahebringt, dass sie so was tatsächlich brauchen.

Das Briefing an die PR-Agentur*: An die Zielgruppe denken! Einsatzszenarien erfinden! Nutzen aufzeigen! Geschichten erzählen! Locker sein!

Die Umsetzung: 

„Reben-Kostbarkeiten werden einem nicht jeden Tag angeboten. Wie wichtig ist da die schnelle Verbindung zum Kunden oder zum Büro zuhause. Aber nicht jede Winzer-Schatzkammer bietet gleich ein Telefon. Mit dem D-Netz-Handtelefon 9109 HA hat man sofort die entscheidende Verbindung. Innerhalb Deutschlands und in Europa. High-Tech auf kleinstem Raum gepaart mit Leistungsstärke und zukunftsweisendem Design.“

 

„Wie schnell wird man Zeuge eines Unfalls. Und wie oft ist auch heute noch kein Telefon in der Nähe. Hilfe holen und entscheidende Informationen vorab durchgeben können, ist ein ganz dicker Pluspunkt mobiler Funktelefone. Mit dem D-Netz-Handtelefon 9109 HA hat man sofort die entscheidende Verbindung. Innerhalb Deutschlands und in Europa. High-Tech auf kleinstem Raum gepaart mit Leistungsstärke und zukunftweisendem Design.“

Zwei Akkuversionen hielten das ‘Handheld’ zwischen 48 Stunden (Standard) und 72 Stunden (Power-Pack) in Bereitschaft und boten 1,5 Stunden Sprechzeit. Je nach Akku-Version wog das 9109 HA bis zu 425 Gramm.

Mein Rating: Jo, Storytelling gut und schön, aber die Geschichten sollten halt auch Sinn machen. Ob der Weinkenner im tiefen Keller wohl Mobilfunkempfang hatte? Ich würde das mal bezweifeln. Und der Herr im zweiten Bild ist ja offensichtlich ein Arzt, was die Arzttasche mit Stethoskop vermuten lässt. Vielleicht sollte er lieber die kleine Schürfwunde des Mädchens versorgen, als gleich den Notarzt zu rufen? Genaue Beobachter erkennen übrigens den vermeintlichen Arzt wieder: Er kam wohl direkt von der Weinprobe und fuhr mit seinem Volvo das Rad fahrende Kind an …

*Sympra hat dieses Telekommunikationsunternehmen über 20 Jahre lang bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt – kreativ und erfolgreich. Für diesen frühen Storytelling-Ansatz gab ein Wettbewerber ein kurzes Gastspiel. Das ist auch schon wieder so eine Art Storytelling …

14 statt 34

Vor ein paar Wochen habe ich darüber berichtet, wie sehr mir die Arbeit für die Initiative pro Wirtschaft Stuttgart zur Herzenssache geworden ist. In den Tagen vor der IHK-Wahl haben wir uns alle noch einmal kräftig ins Zeug gelegt. Über Facebook, LinkedIn und XING haben wir über das Wahlprogramm informiert, Kandidaten vorgestellt, Standpunkte definiert, manchmal auch die Kommentare der Kammerkritiker, die zu jedem Posting so sicher wie das Amen in der Kirche kamen, reagiert. Wir haben Mailings formuliert und mehrere Tausend davon wochenends konfektioniert (unter Mithilfe von Tochter und deren Freundinnen). Die Kollegen einer befreundeten Werbeagentur haben eine informierende und provozierende Anzeige entworfen, die wir in der Gesamtausgabe von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, in Ludwigsburg und Waiblingen geschaltet haben. Einige Kandidaten haben Videos von sich gedreht und im Web geteilt, andere Corona-Masken zum Selberbasteln ihren Mailings beigelegt. Die Kandidaten, die nicht den Kammerkritikern zuzurechnen sind, haben wirklich um jede Stimme gekämpft. (Okay, die Kammerkritiker bestimmt auch …)

Am vergangenen Freitag hat die IHK das Wahlergebnis veröffentlicht: Die Kandidaten, die die Kammer konstruktiv nach vorne bringen wollen, haben 86 der 100 Sitze gewonnen; 20 mehr als bei der letzten Wahl! Im Umkehrschluss: Die Anzahl der Kammerkritiker beträgt künftig nur noch 14 statt 34.

Dieser Erfolg hat viele Väter. Dass wir ein Stück dazu beitragen konnten, freut uns sehr.

Aller guten Dinge sind drei!

Andrea Wyrwoll, Lisa Curdes und Julia Wolf

Seit dem 1. Januar ist Julia Wolf (30) als Consultant bei Sympra tätig. Zuletzt arbeitete sie als PR-Manager bei einer Stuttgarter Werbeagentur und unterstützte dort die Kommunikation im Bereich Mobilität. Zuvor war sie bei einer PR-Agentur als Manager Communications beschäftigt, in der sie die Pressearbeit für Kunden aus diversen Branchen betreute, die von Lifestyle-Produkten über das Thema Bildung bis hin zu Investments reichten – dort absolvierte sie ebenfalls ein PR-Volontariat. Julia Wolf hat Germanistik und Anglistik an der Universität Stuttgart studiert.

Andrea Wyrwoll (33) unterstützt seit 1. April als Consultant das Team von Sympra. Zuvor betreute sie als Projektmanagerin und Redakteurin in einer auf Health Care spezialisierten Agentur verschiedene Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister in Marketing und Kommunikation. Die gelernte Journalistin war zuvor bei den Stuttgarter Nachrichten für die täglich erscheinende Verbraucherseite „Wissenswert“ zuständig. Andrea Wyrwoll hat einen Master in Politischer Wissenschaft und Soziologie der RWTH Aachen.

Julia Wolf unterstützt Kunden aus dem Bereich Werkzeugmaschinenbau, Weiterbildung und Industrie (KI-Projekte). Bei Sympra betreut Andrea Wyrwoll Unternehmen aus der Telekommunikation, dem Maschinenbau, und unterstützt die Kommunikation von Stiftungen.

Außerdem neu im Team: Lisa Curdes (25). Sie hat Bachelorabschlüsse Kommunikations- und Medienwissenschaft und in English-Speaking Cultures und war in der Unternehmenskommunikation einer Lebensmittelhandelskette und am Leibniz-Institut für werkstofforientierte Technologien Bremen tätig, außerdem als Redakteurin bei der Nordwest-Zeitung. Bei Sympra absolviert sie ein Praktikum.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die drei neuen Kolleginnen für unser Team gewinnen konnte. Zwei von ihnen starteten im Homeoffice, was natürlich eine besondere Herausforderung für uns alle war“, so die beiden Sympra-Geschäftsführer Veronika Höber und Veit Mathauer.

 

Virtuelle Sprechstunde für Unternehmen in Asien

COVID-19 lässt Unternehmen weltweit keine Wahl: Stellenabbau, Schließungen, Übernahmen oder Lieferengpässe schaffen Kommunikationsbedarf. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, überzeugende Antworten zu liefern, damit das Vertrauen der Mitarbeiter und Kunden keinen nachhaltigen Schaden nimmt. Die ergriffenen Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie müssen kommuniziert werden – nicht nur an die Öffentlichkeit, sondern auch an die eigenen Mitarbeiter. Krisenkommunikation ist jedoch komplex und kann nicht mal eben aus dem Ärmel geschüttelt werden. Die Agentur brandnow.asia in Bangkok hat sich deshalb mit weiteren Mitgliedern des Agenturverbunds Public Relations Network (PRN) in Asien zusammengetan, um Unternehmen während und nach der Krise bei ihren Kommunikationsmaßnahmen zu unterstützen.

In der „COVID Communications Clinic“ bieten die PR-Experten in Thailand, China, Korea, Singapur und Taiwan eine 30-minütige kostenfreie Beratung für Unternehmen und Organisationen an und geben Hilfestellungen für die interne und externe Kommunikation. „Wir haben die COVID Communications Clinic ins Leben gerufen, um Unternehmen in Asien zu unterstützen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden noch viele Monate spürbar sein. Die richtige Kommunikation ist entscheidend dafür, Unternehmen sicher durch dieses ungewisse Terrain zu navigieren“, erklärt Pacharee Pantoomano, Managing Director bei Brandnow.asia.

Betroffene Unternehmen und Organisationen können sich über die Website https://covidcommunicationsclinic.com/ an die teilnehmenden Agenturen wenden und konkrete Fragen formulieren. Eine der Agenturen meldet sich per E-Mail oder Telefon zurück und schlägt geeignete Maßnahmen und Lösungen vor. Diese Erstberatung erfolgt kostenlos.

https://www.pr-network.biz/

Wie kann’s weitergehen?

Als wir uns vor einigen Wochen in unsere Homeoffices verzogen, konnte niemand realistisch vorhersagen, wann wir uns wieder alle in der Stafflenbergstraße treffen würden. Wir waren alle gespannt, wie wir von zu Hause mithilfe von bis dato nicht oder eher selten benutzen Tools den Kontakt halten und Kundenprojekte vorantreiben konnte. (Das hat übrigens erstaunlich schnell richtig gut geklappt!)

Inzwischen bewegt uns – und  viele andere – vor allem, wie wir die Krise überwinden können und Wirtschaft und Gesellschaft schnell wieder auf Touren kommen. Zusammen mit unserem Partner CONCEPT AG haben wir eine Reihe von Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik nach ihren Lösungsansätzen befragt. Entstanden ist eine hochinteressante Gesprächsreihe , die Mut macht und echte Hilfestellung bietet – alle Interviews findet man in unserem Sympramagazin.

Wir machen uns natürlich auch Gedanken darüber, wie die Pandemie Geschäftsmodelle verändert, welche aus der Not geborenen Errungenschaften bleiben werden (z. B. Homeoffice, Videokonferenzen), welche Technologien künftig angesagt sind – kurz: wie die Post-Corona-Ökonomie aussieht. Mit genau diesen Themen befasst sich vom 27. – 29. Mai 2020 auch die #ZZNEXT KONFERENZ, die die Kollegen unserer befreundeten Agentur LINGNER.COM veranstalten. An drei Tagen wartet das virtuelle Event mit hochkarätigen Rednern auf (z. B.  Harry Gatterer vom  ZukunftsInstitut, Prof. Dr. Stefan Tewes, Stephan Grabmeier, Michael Aechtler und Daniel Nill). Klar, dass wir das mit von der Partie sind und die Konferenz gerne als Partner unterstützen. Informationen und Anmeldung: zukunftszeichen.de/zznext-post-corona-oekonomie.

Leclanché setzt auf die PR-Unterstützung von Sympra

Leclanché zählt zu den wenigen unabhängigen Herstellern hochwertiger Lithium-Ionen-Batteriezellen in Europa – sie stammen zu 100 Prozent aus nachhaltiger Produktion am Standort Willstätt in Baden-Württemberg. Die Public-Relations-Agentur Sympra GmbH (GPRA) unterstützt Leclanché dabei, zunächst in Deutschland seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen und Marken-Image auszubauen.

Ein Hauptaugenmerk der PR-Aktivitäten liegt dabei auf der einheimischen Herstellung, die den Kunden Liefersicherheit bietet und es Leclanché im Gegensatz zum asiatischen Wettbewerb ermöglicht, auch maßgeschneiderte Systeme in kleineren Stückzahlen umzusetzen. Neben der Anwendungsvielfalt ein weiterer Anknüpfungspunkt für die PR-Strategen: Von der Elektrochemie bis hin zur Batterie-Management-Software deckt das Unternehmen die gesamte technische Wertschöpfungskette ab.

Sympra wurde nach einem Agenturauswahlverfahren beauftragt. Ziel ist es, die verschiedenen Stakeholder von potenziellen Kunden bis hin zu relevanten Entscheidern in der Politik mit einem breiten Maßnahmenmix zu erreichen. „Uns hat die Expertise von Sympra überzeugt, komplexe Inhalte passgenau aufzubereiten“, sagt Anil Srivastava, CEO von Leclanché. „Wir brauchen einen agilen Partner, der uns und unsere Produkte versteht und Kreativität mit verlässlicher Umsetzung vereint.“

Beide Unternehmen gewährleisten durch zahlreiche Maßnahmen die Sicherheit ihrer jeweiligen Teams zum Schutz vor dem Corona-Virus.

 

Über Leclanché

Leclanché SA mit Sitz in der Schweiz ist ein führender Anbieter von hochwertigen Energiespeicherlösungen, die die Fortschritte in Richtung einer sauberen Energiezukunft beschleunigen sollen. Die Geschichte und das Erbe von Leclanché wurzeln in mehr als 100 Jahren innovativer Entwicklung von Batterien und Energiespeichern – das Unternehmen ist ein zuverlässiger Anbieter von Energiespeicherlösungen weltweit. Dies, kombiniert mit der Unternehmenskultur des deutschen Maschinenbaus und der Schweizer Präzision und Qualität, macht Leclanché zum bevorzugten Partner für neue Markteilnehmer, etablierte Unternehmen und Regierungen, die an der Spitze positiver Veränderungen in der weltweiten Energieerzeugung und -verteilung sowie ihres Verbrauchs stehen. Der Energiewandel wird hauptsächlich durch Veränderungen im Management der Stromnetze und in der Elektrifizierung des Transports vorangetrieben; beide Märkte sind das Rückgrat der Strategie und des Geschäftsmodells von Leclanché. Die Produkte von Leclanché sind das Herzstück der Konvergenz der Verkehrselektrifizierung und der Entwicklung des Verteilungsnetzes. Leclanché ist das einzige weltweit gelistete, reine Energiespeicherunternehmen, das in drei Geschäftseinheiten organisiert ist: stationäre Speicherlösungen, e-Transportlösungen und spezielle Batteriesysteme. Leclanché ist an der Schweizer Börse notiert (SIX: LECN). www.leclanche.com

20 Jahre im Homeoffice

Neulich habe ich meinen Schulfreund Stefan Hahn getroffen. Der arbeitet bei einem großen IT-Unternehmen und berichtete mir, dass er seit Anfang der 2000er Jahre zu Hause arbeitete. Daran erinnerte ich mich, als jetzt das Thema Homeoffice plötzlich auch für mich relevant wurde. Also rief ich an, nein: Ich ließ mich von ihm zu einem Skype-for-Business-Call einladen.

Lieber Stefan, meine vierte Woche im Homeoffice ist angebrochen, und ich kann mich immer noch nicht so recht daran gewöhnen. Wie geht es dir damit?

Hallo Veit, da muss ich jetzt schmunzeln. Denn für mich ist die Arbeit im Homeoffice seit Anfang der 2000er Jahre der Normalzustand und: Ich liebe es. Natürlich bin ich auch gerne mal in einer unserer Niederlassungen und oft bin ich bei Kunden oder Partnern unterwegs, aber an den allermeisten Tagen arbeite ich zu Hause.

Wie kam es, dass du seit so langer Zeit vor allem im Homeoffice arbeitest?

Ich habe im Jahr 2001 die Tätigkeit eines Krisenmanagers für Europa, den Nahen Osten und Afrika in unserem Servicebereich übernommen. Eine Krise beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Büro, sondern passiert irgendwo: auch mal in Böblingen, wo mein offizielles Büro damals war, aber typischerweise nicht dort, sondern bei Kunden in Amsterdam, München, Lissabon, Kapstadt oder Jerusalem. Und typischerweise fängt eine Krise nicht am Morgen um 8 Uhr an, sondern irgendwann am Tag. Und endet spät … Da ist ein Homeoffice als Arbeitsplatz nur konsequent.

Erzähl‘ doch mal, was ist dein aktueller Job?

Nach meiner Tätigkeit als Krisenmanager hatte ich verschiedene Managementjobs mit nationalen und internationalen Verantwortlichkeiten. Aktuell leite ich, nach einer fünfmonatigen Auszeit mit der Familie letztes Jahr, interimsmäßig ein Team von Installationsfachleuten für ganz Deutschland. Sprich: Meine Mitarbeiter sind über die ganze Bundesrepublik verteilt.

Wie du weißt, fahre ich sonst jeden Morgen in mein Büro in der Stafflenbergstraße, zu Hause habe ich bisher nur im Notfall oder am Wochenende gearbeitet. Hast du Tipps für mich als Homeoffice-Neuling?

Natürlich! Ich musste hier erst ein wenig in mich gehen, da viele Dinge für mich selbstverständlich geworden sind über die Jahre.

Das ist zunächst die Infrastruktur: Eine räumliche Trennung vom Wohnbereich ist meines Erachtens notwendig. Dazu gehört auch eine klare Abmachung mit der Familie: Der Raum, in dem ich arbeite, hat eine Tür, an der man klopfen muss. Und wenn ich nicht „Herein!“ sage, darf man auch nicht reinkommen. Das ziehe ich konsequent durch. Das hat auch mein kleiner Sohn sehr schnell verstanden – übrigens schneller als meine Frau.

Dann die Technik: Die meisten meiner Termine sind Gespräche über das Headset, oft begleitet durch eine Präsentation. Eine stabile DSL-Internetleitung ist dafür natürlich essentiell. Ich rate von den Billiganbietern ab und fahre mit einem der beiden „Großen“ ohne einen einzigen Ausfall seit 2001 sehr gut. Kollegen von mir mussten schlimme Erfahrungen mit der günstigen Konkurrenz machen. Ein guter, großer Bildschirm ist optimal, ein Laptopmonitor geht nicht. Ein besonderes Erlebnis habe ich durch die Anschaffung von ordentlichen Lautsprechern gewonnen. Mein Tipp sind Multimedialautsprecher aus dem Musikinstrumentenhandel, die nicht signifikant mehr kosten als normale Computerlautsprecher, aber qualitativ in einer ganz anderen Liga spielen. Dann lassen sich auch stundenlange Telefonate viel besser ertragen. Und beim Headset unbedingt darauf achten, dass dieses schnurlos und nicht über Bluetooth funktioniert. Ansonsten ist es nicht möglich, aufzustehen und sich im Raum zu bewegen, um Gedanken besser zu fassen.

Okay, das sind die Rahmenbedingungen. Und nun zu dir: Wie arbeitest du?

Wichtig ist Selbstdisziplin: Wenn ich arbeite, dann arbeite ich, auch wenn mein privates Umfeld ja vor der Zimmertüre ist. Das mag trivial klingen, ist aber eine Einstellungssache. Ich strukturiere meinen Tag und trage mir Termine und Aufgaben in meinen Kalender ein – typischerweise am Sonntagabend oder Montagmorgen und überprüfe diesen Plan täglich. Termine dürfen nicht direkt aufeinander folgen, stattdessen gönne ich mir kurze Verschnaufpausen. Ich bearbeite viele sehr unterschiedliche Themen den Tag über – und ich nutze diese drei bis zehn Minuten langen Breaks, um mich zu sammeln und mich zu erholen. Mein Tagesablauf beinhaltet auch eine feste Mittagspause und meinen Feierabend.

Und das klappt ausnahmslos?

Fast. Natürlich fällt z. B. auch mal ungeplante Kinderbetreuung an. Das bespreche ich mit meiner Frau und trage auch diese Zeiten in meinen Kalender ein, sodass wir die Aufgabe wie beim Staffellauf übergeben können. Bis auf wenige Fälle hat das funktioniert, obwohl wir beide Vollzeitjobs haben. Natürlich hole ich die Zeiten am Abend oder am Wochenende nach oder nehme, in Absprache mit meinem Vorgesetzten, stundenweise frei. Hier ist mein Unternehmen sehr flexibel.

Danke dir, das hilft mir bestimmt, die nächsten Wochen durchzuhalten. Vermisst du denn das Zusammentreffen mit Kollegen im „echten“ Büro gar nicht? Die Meetings mit Kaffeeduft, Mimik der Kollegen, der Smalltalk auf dem Weg in die Kantine?

Manchmal treibt das Homeoffice schon seltsame Blüten. In meinem Job bis 2019 hatte ich ein Team mit Mitarbeitern aus der Schweiz, Österreich, Deutschland, Bulgarien und Russland. Es hat 18 Monate gedauert, bis ich das erste physische Teammeeting mit allen Mitarbeitern hatte. Ausschließlich mithilfe von IT und Telekommunikation Vertrauen zwischen und mit den Mitarbeitern aufzubauen war sehr herausfordernd. So saß zum Beispiel meine Assistentin in Sofia, verwaltete meine E-Mail-Inbox und meine Termine. Ich habe sie nie gesehen. Aber habe schnell festgestellt, dass durch meinen Vertrauensvorschuss in sie eine exzellente Zusammenarbeit möglich war. Was hatten wir für einen Spaß, als wir uns dann endlich alle „in echt“ trafen.

Wie schafft man es trotzdem, das Team zusammenzuhalten bzw. auch in neue Richtungen zu motivieren?

Das kostet natürlich Zeit und Energie. Aber: Mit jedem meiner Mitarbeiter habe ich, je nach seinem Wunsch, wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich einen 1:1-Termin, dessen Länge individuell festgelegt ist, zwischen 15 Minuten und 1 Stunde. Zusätzlich gibt es einmal im Monat eine Telko mit allen Mitarbeitern, in der wir Strategisches und Neuigkeiten, aber auch Ergebnisse und Erfolge austauschen. Dazu kommen eine operative Telko alle zwei Wochen. Das reicht in Normalzeiten erfahrungsgemäß aus, da sich die Mitarbeiter in den Niederlassungen oft physisch treffen.

Aktuell fallen die Treffen mit Kollegen im Büro in der Regel weg. Deshalb habe ich einzelne Mitarbeiter gebeten, Videokonferenzen als „virtuelle Kaffeeecke“ einzurichten. Ich wollte dazu als Vorgesetzter nicht einladen, da die Teilnahme freiwillig ist, aber ich nehme natürlich oft daran teil. Das wird gerne angenommen, gerade von jungen Mitarbeitern, die jetzt in ihren kleinen Wohnungen alleine sitzen. Und da finden dann Gespräche über alles statt – aber typischerweise nicht über die Arbeit.

Glaubst du, wenn sich alles etwas beruhigt hat, werden mehr Menschen die Möglichkeit nutzen, im Homeoffice zu arbeiten?

Ich bin überzeugt, dass einige Menschen in meinem Umfeld ihre Verweigerungshaltung gegenüber der Digitalisierung aufgeben und die Bedeutung von Homeoffice relativieren werden. Ein schönes Beispiel dafür sind ja die Schulen und Hochschulen, die das Potenzial meines Erachtens bisher kaum genutzt haben und jetzt positive Erfahrungen machen. Auch viele Unternehmen lernen gerade, wie wertvoll es ist, für Fragen das Team oder einen Partner oder Kunden kurz und spontan in eine Telko oder eine Videokonferenz zu holen.

Stefan, danke dir für deine Einschätzung und deine wertvollen Tipps. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder in der realen Welt. Bis dahin, bleib gesund!

Das hoffe ich auch! Alles Gute, Veit.

 

Wenn aus einem Mandat eine Mission wird

Vor einigen Monaten haben wir einen Pitch gewonnen. Es ging um Kommunikationsunterstützung für eine Gruppe von Mitgliedern in der Vollversammlung der IHK Region Stuttgart. Dass es in diesem Gremium seit einiger Zeit rumort, war mir aus der Lektüre der Tageszeitung bekannt.

Was war geschehen? Aus den Reihen der Stuttgart-21-Gegner formierte sich eine Gruppe IHK-kritischer Unternehmer, die der Kammer vor allem ihre Positionierung zugunsten des Bahnprojekts übelnahmen. Bereits vor acht Jahren schafften es Mitglieder dieser „Kaktus-Initiative“, in die IHK-Vollversammlung gewählt zu werden. Dazu muss man wissen, dass dieses Gremium die regionale Wirtschaft vertritt und der IHK-Geschäftsführung die Richtlinien für ihr Handeln vorgibt. Bei der letzten Wahl vor vier Jahren konnten die Kammerkritiker ihre Unterstützer so gut aktivieren, dass sie aktuell rund ein Drittel der Plätze in diesem „Parlament“ belegen.

Wie diese Gruppierung ihren Reformeifer lebt, konnte ich bereits in der ersten Sitzung der Vollversammlung, der ich als Gast beiwohnte, erleben. Eine Dreiviertelstunde wurde über die Reihenfolge der Tagesordnungspunkte diskutiert, anschließend rügten die Kakteen das Präsidium, weil das Protokoll der vergangenen Sitzung nicht pünktlich zugestellt wurde, Ständige Wortmeldungen sorgten dafür, dass man in der Agenda stockend oder gar nicht vorankam. Trotz aller Provokation blieben die Akteure auf dem Podium souverän und versuchten, den geordneten Ablauf sicherzustellen. Als die Wortmeldung eines Kritikers nicht gleich beachtet wurde, verließen sämtliche Mitglieder der Kakteengruppe die Versammlung – so gut choreografiert übrigens, dass es sich offensichtlich nicht um eine spontane Reaktion handeln konnte. Mit dem Ergebnis, dass man nicht mehr abstimmfähig war, weil nicht mehr die vorgeschriebenen 50 Prozent der Mitglieder anwesend waren. Dutzende von Inhabern, Geschäftsführern und Vorständen bekannter Unternehmen der Region konnten nach Hause gehen. Ähnlich verliefen auch all die anderen Sitzungen der Vollversammlung, bei denen ich zugegen war.

Darüber hinaus liegt das Hauptaugenmerk der Kakteen auf zahlreichen Klagen gegen das Präsidium, Schmähungen über soziale Medien bis hin zur Verbreitung von nachweislichen Unwahrheiten.

Bisschen Piesacken tut doch gut, oder?

Stimmt: Eine Institution wie eine Industrie- und Handelskammer ist sicher kein Schnellboot, und es gibt einige Bereiche, die man effizienter oder effektiver aufstellen kann. Kritisches Hinterfragen und außergewöhnliche Ideen bringen hier frischen Wind.

Aber darum geht es gar nicht.

Mein Eindruck ist, dass die Kammerkritiker das System IHK per se unterminieren wollen. Dass es ihnen ein Dorn im Auge ist, dass hier die Wirtschaft in Eigenregie (aber im staatlichen Auftrag) die duale Ausbildung, Unterstützung beim Export und letztlich auch Lobbying zugunsten der Unternehmen (in der Region Stuttgart sind das mehr als 160.000) organisiert.

Als Unternehmer nervt es mich sehr

Auch, wenn meine Agentur viele Dienstleistungen der IHK nicht in Anspruch nimmt oder nehmen muss, so profitieren auch wir davon. Indirekt, weil unsere Kunden ihre Lehrlinge mit Kammerhilfe ausbilden lassen oder ihr internationales Geschäft ausbauen. Direkt, weil es hier immer einen Ansprechpartner gibt, der Auskunft geben kann zu oft sehr speziellen Fragen oder weiß, wo die richtigen Antworten zu finden sind. Ich erlebe selbst, mit welchem Einsatz sich Unternehmer und Geschäftsführer ehrenamtlich in den zahlreichen Gremien der IHK engagieren. Und ich sehe, wie sich die Mitarbeiter der Kammer in der aktuellen Krise um die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region kümmern.

Wenn dann eine kleine Gruppe öffentlichkeitswirksam Haupt- und Ehrenamt verklagt und beschimpft, Versammlungen aus Protest sprengt oder mit sinnarmen Anfragen Kammerpersonal tagelang beschäftigt, dann ärgert mich das. Als Unternehmer und als Kammermitglied.

Demnächst sind Wahlen zur Vollversammlung der IHK. Wenn wir vermeiden wollen, dass wir in Stuttgart verheerende Zustände wie bei der Handelskammer Hamburg bekommen, dann empfehle ich den Besuch der Website www.pro-wirtschaft-stuttgart.de, wo ausführlich zur Situation in der Vollversammlung nachzulesen ist. Und anschließend die richtigen Kreuzchen zu setzen.

 

Über die Initiative pro Wirtschaft Stuttgart: Rund 30 Unternehmer, Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen der Region – viele von ihnen Mitglieder der IHK-Vollversammlung – haben die Initiative pro Wirtschaft Stuttgart gegründet. Ihr Ziel ist es, Aufgaben und Nutzen der Industrie- und Handelskammer für ihre Mitgliedsunternehmen und die Wirtschaft in der Region den Mitgliedern und Öffentlichkeit bekannt zu machen. Zudem will sie Hintergrundinformationen zu erklärungsintensiven Themen rund um die IHK und ihre Bezirkskammern liefern und sachliche Diskussionen darüber führen. https://www.facebook.com/InitiativeproWirtschaftStuttgart/

Bildquelle: IHK Region Stuttgart/Thomas Wagner

Sympra und Corona

Auch wir bei Sympra haben natürlich Vorkehrungen getroffen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen und um die Gesundheit des Teams und der Menschen in unserem Umfeld sicherzustellen. Wir haben daher beschlossen, ab Dienstag, dem 17. März 2020, vom Homeoffice aus für Sie da zu sein.

Wir haben sichergestellt, dass wir Ihnen auch in dieser Situation den zuverlässigen Service bieten können, den Sie von uns gewohnt sind. Alle Kollegen sind technisch so ausgestattet, dass sie voll handlungsfähig sind. Auch der Versand von Pressemeldungen ist problemlos möglich.

Sie erreichen uns per Mail und telefonisch über die Zentrale (0711 / 94767-0. Statt persönlicher Termine können wir jederzeit Telefonkonferenzen oder Webmeetings mit Ihnen durchführen.

Gerade jetzt ist die richtige Kommunikation sehr wichtig. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn wir Sie dabei unterstützen können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Sympra-Team