Runter mit dem Energieverbrauch: Neues Wohnen in der Stadt

Wohnraum in den Städten wird immer kostbarer, Energie immer teurer. Micro-Apartments, Tiny-Houses, die mit weniger als 10 m2 Fläche auskommen, oder Aktiv-Stadthäuser, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen – das sind Ansätze, um die hohen Kosten für Energie und Wohnen zu senken. Intelligente Grundrisse, moderne Bautechnik mit hohem Vorfertigungsgrad, nachhaltige Baustoffe und neuartige Energiekonzepte tragen zum energieeffizienten Gebäudebetrieb bei. Wie dabei technisches Monitoring ins Spiel kommt, und wie der Plus-Energie-Standard weiter optimiert werden kann, gab es beim ersten „Talk im Tower“ zu hören, den die Stuttgarter Ingenieursgesellschaft EGS-plan im 14. Stock des debitel-Gebäudes in Stuttgart-Vaihingen veranstaltet hat.

Alles nach Plan? Gebäude auf dem Prüfstand
Wer heute baut oder Gebäude betreibt, hat einige Herausforderungen zu meistern: Sie müssen nutzer- und umweltfreundlich sein, Technik und Anlagen haben stets optimal zu funktionieren, Verbrauch sollte reduziert und der Komfort gesteigert sein. Ab 2020 sollen Neubauten nach der europäischen Gebäuderichtlinie nur noch als Niedrigenergiegebäude errichtet werden. „Energieeffizienz bei Neubau und Sanierung von Gebäuden reicht aber nicht aus, um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen“, sagt Dr. -Ing. Boris Mahler von EGS-plan. „Wir müssen zusätzlich an den Bestand.“ Und da jedes Bauwerk ein Unikat ist, kann die Fehlerquote hoch sein. Beispiele dafür gibt es genug, etwa falsch angeschlossene oder eingestellte Anlagen oder auch nur offen gelassene Fenster. Komplexe Gebäude sollten daher mit Probebetrieb und aussagekräftiger Datenerhebung übergeben werden. Ein Monitoring des Gebäudebetriebs ist empfehlenswert, energetische Ziele werden häufig erst nach einem Jahr erreicht.

Architekten AG, Kassel Bildquelle: Constantin Meyer Photographie
Aktiv-Stadthaus Frankfurt | HHS Planer + Architekten AG, Kassel Bildquelle: Constantin Meyer Photographie

Pilotprojekt AktivPlus-Stadthaus in Frankfurt
Beim ersten und größten innerstädtischen Mehrfamilien-Wohnhaus im Effizienzhaus-Plus-Standard wurde gleich nach der Fertigstellung vor zwei Jahren ein Monitoring durchgeführt, das bewies: Das achtgeschossige Aktiv-Stadthaus mit 74 Wohnungen erzeugt in der Jahresbilanz mehr Energie als es verbraucht. Dafür sorgen unter anderem ein „Energiedach“ mit Photovoltaikanlage und eine Fassade mit Photovoltaikelementen. Wärme wird mit einer elektrischen Wärmepumpe erzeugt, als Wärmequelle wird der nahegelegene Abwasserkanal genutzt. Der Bau liegt auf einem schmalen 150 m langen Grundstück in der Nähe des Hauptbahnhofs, das lange unbebaut war. Die Tragkonstruktion ist aus Stahlbeton, Dach- und Außenwände aus vorgefertigten Holzrahmenelementen. Die Apartments sind zwischen 60 und 120 m2 groß und mit einem Budget für Heizung, Warmwasser und Elektrizität vermietet, das bereits im Mietpreis enthalten ist. Die spannende Frage für die Mieter war: Wie viel Strom und warmes Wasser verbrauche ich eigentlich, und wann?

Mit iPads in jeder Wohnung die Energie im Blick
Hier war Nutzerfeedback gefordert: Um den Verbrauch genau nachverfolgen zu können, wurde jede Wohnung mit einem Tablet PC mit einer vorinstallierten App ausgestattet. Jede Mietpartei erhielt damit den Überblick über den Energieverbrauch im Verhältnis zum Budget. Außerdem gab es ein Ranking aller Verbräuche im Haus, zu einzelnen Haushaltsgeräten in einem Teil der Wohnungen oder auch Infos zum Car-Sharing-Angebot. Laut einer Umfrage haben 80 Prozent der Mieter das Tablet im ersten Jahr einmal pro Woche bedient und damit ihr Bewusstsein für Energie und Wohnen geschärft. Interessant dabei: besonders beliebt war das Ranking – und damit die Antwort auf die Frage „Wie gut stehe ich mit meinem Energieverbrauch eigentlich da?“.

EnergiePlus für Studenten
Zurzeit baut die Wohnbau Studio Planungsgesellschaft das erste Studentenwohnheim, das mehr Energie produziert, als es verbraucht. Das „Campo V“ ist damit das erste AktivhausPlus in Geschossbauweise in Stuttgart. Mit einem hohen Eigenstromanteil aus erneuerbaren Energien, reduzierten Energiebedarf und Speichermöglichkeiten für Strom und Wärme mithilfe einer Batterie setzt es Standards für energieeffizientes Wohnen in Ballungsräumen. Auch hier wird es ein Monitoring-Projekt zum energieeffizienten Gebäudebetrieb geben – und die Nutzer sind gefragt!

Sitzfleischkultur oder #arbeitviernull ?

Wann werden wir arbeiten – 9 to 5 oder wann immer wir wollen? Das ist nur eine der Fragen, die vergangenen Donnerstagabend auf der Agenda standen: Die Reinhold-Maier-Stiftung und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hatten zum Thema „Arbeiten in der digitalisierten Welt“ eingeladen. Stempeluhr oder flexible Arbeitszeiten, Crowdworking oder Dezentralität – die Digitalisierung verändert die Wirtschaft auch durch neue Arbeitsformen. Und keine Frage, dass eine Arbeitskultur, die auf Flexibilität beruht, auch Herausforderungen mit sich bringt. Genug Stoff also für interessante Diskussionen rund um #arbeitviernull, was die Gäste trotz sonnigen Wetters in die stylischen Räumlichkeiten der Design Offices lockte.

Den Impuls gab Dr. Thomas Sattelberger, Innovationspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, mit seinem sehr lebhaften Vortrag. Seine Botschaft: Veränderungen gab es schon immer, und auch die kommenden werden wir meistern. Bis dahin müssen wir aus seiner Sicht aber noch ein paar Hürden nehmen. Arbeitsrecht und Arbeitsschutz etwa müssten sich den neuen Gegebenheiten anpassen, denn natürlich ist es eine rhetorische Frage, ob der Arbeitsschutz künftig ins Homeoffice kommen wird, um die Beleuchtung zu prüfen oder Kabelbinder im Arbeitszimmer anzubringen. Arbeitsverträge, auf Flexibilität ausgerichtet und individuell auf den einzelnen Mitarbeiter abgestimmt, machen nicht nur deutlich mehr Arbeit, sondern strapazieren auch den Überblick über die Konditionenvielfalt. Nichtsdestotrotz sieht Sattelberger uns der digitalisierten Arbeitswelt näher, als es vielen Unternehmen derzeit bewusst ist. Hotelbranche, Einzelhandel oder das Verlagswesen haben bereits digitale Wettbewerber, die klassische Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen infrage stellen. Doch so drastisch muss es gar nicht sein. Die Veränderungen sind allerorten spürbar, und für Sattelberger gibt es keine Alternative, als „sich mit ihnen anzufreunden“.

Die anschließende Diskussionsrunde bereicherte Tobias Ködel, Head of Leadership 2020 der Daimler AG mit seinen Erfahrungen aus einer „Legehennen-Fabrik“, wie Sattelberger Großkonzerne zuvor betitelt hatte. Ködel ist sich sicher, dass es vor allem einer Veränderung in der Führungskultur bedarf, um Arbeit 4.0 zu etablieren. Wichtige Faktoren der neuen Arbeitskultur sind flache Hierarchien und Flexibilität. Ihnen will Daimler mit dem Projekt „Leadership 2020“ ausreichend Raum geben. Denn, da sind sich die beiden Referenten einig, es wird nicht damit getan sein, dass Unternehmen „die Mitarbeiter in den fancy Hauptstadtbüros der Corporate Start-ups mit flachen Hierarchien unterbringen“. Zwar lernten Menschen durch Inspiration und das Einfinden in neue Situationen, Vorbilder und ein bisschen Übung könnten indes nicht schaden: „Wir Menschen sind Gewohnheitstiere“, sagt Ködel. „Best-Practice-Beispiele helfen, aus alten Strukturen herauszukommen und neue anzunehmen.“ Ergo: Auch digital Ding will Weile haben.

„Komm in die Agentur“ – Aber warum?!

Kampagne #kommindieagentur

Wibke und Anita arbeiten seit Kurzem bei Sympra, einer Agentur für Public Relations in Stuttgart. Anita startete Mitte Januar als Junior Consultant und Wibke hat kurz danach als Werkstudentin begonnen. Im Interview erzählen die beiden von ihren Eindrücken und warum sie sich für einen Job in einer Agentur entschieden haben.

Was war eure Motivation, einen Job in einer Agentur anzunehmen?

Wibke: Neben dem Studium möchte ich so viel Praxiserfahrung sammeln wie möglich und dabei unterschiedliche Perspektiven der PR kennenlernen. In der Agentur habe ich die Möglichkeit, mich mit verschiedenen Branchen und Kunden zu beschäftigen. Zudem komme ich im Agenturalltag mit der ganzen Bandbreite an klassischen PR-Tätigkeiten in Berührung.

Anita: Das sehe ich genauso, ich möchte einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag, bei dem ich viel lernen und erfahren kann. Nach meinem Masterstudium wollte ich alle Facetten der Public Relations aus praktischer Sicht kennenlernen. Etwas Agenturerfahrung habe ich schon während meines Volos gesammelt, aber als Berufseinsteiger ist das nochmal etwas anders.

Abwechslung ist euch beiden also wichtig. Löst der Agenturalltag das ein?

Wibke: Durch die Werkstudentenstelle bekomme ich einen Eindruck, wie in einer Agentur gearbeitet wird, wie Prozesse ablaufen und wie sich die Arbeit im Vergleich zum Unternehmen unterscheidet. Mit der Erfahrung kann ich mich nach meinem Studium leichter entscheiden, wo meine Reise hingehen soll.

Anita: In ein paar Jahren möchte ich fest im PR-Sattel sitzen – das verspreche ich mir von meinem Job bei Sympra. Wir betreuen unsere Kunden in verschiedenen Teamkonstellationen, da nimmt man immer was für sich mit bzw. kann eigene Ideen weiterentwickeln. Unsere Agentur ist nicht sehr groß und das macht es einfacher, Erfahrungen und Wissen miteinander zu teilen. Außerdem lerne ich hier, Einschätzungen zu geben und Aussagen zu treffen, denn als Kommunikationsberater sollten wir immer einen Schritt voraus sein.

Die Arbeit in Agenturen ist in den Augen vieler immer noch gleichbedeutend mit Überstunden und schlechter Bezahlung. Was denkt ihr darüber?

Wibke: Vor allem im Studium hört man oft von den Vorurteilen gegenüber Agenturen. Davon sollte man sich nicht abhalten lassen. Heutzutage bieten mehr Agenturen angemessene Arbeitszeiten und ein gutes Gehalt, als man denkt.

Anita: Ich stimme dir zu. Das Vorurteil kommt sicher nicht von ungefähr, aber ich für meinen Teil kann sagen: Es lohnt sich, genau hinzusehen. Dann findet man auch eine Agentur, die professionell arbeitet, anständig bezahlt und Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Ich empfehle, sich die Agenturen näher anzuschauen, die Mitglied im Verband GPRA sind. Das ist die Gesellschaft der führenden PR-und Kommunikationsagenturen in Deutschland. Zentrale Themen sind u.a. Nachwuchsförderung und verbindliche Standards, z.B. für Traineeships.

Das klingt doch optimistisch. Als abschließende Frage: Was macht denn das Arbeiten in einer Agentur so besonders?

Wibke: Neben den unterschiedlichen Themen und der Anwendung von diversen PR-Instrumenten, ist mir der persönliche Kontakt wichtig. Gerade als Studentin bin ich manchmal unsicher und kenne vieles nur aus dem sicheren Hochschulrahmen. Daher ist es hilfreich, einen persönlichen Betreuer zu haben, um von der Pike auf das Handwerk richtig zu lernen. In einer mittelgroßen Agentur wie Sympra ist das kein Problem, auch das ganze Team unterstützt.

Anita: Ob mehrsprachige Messemagazine, formelle Fachbeiträge, coole Social-Media-Posts und Blogartikel oder informative Newsletter – Langeweile gibt es nicht. Es macht mir Spaß, mit Kunden in Kontakt zu sein, sie kennenzulernen und zu erfahren, wie die Unternehmen in den verschiedenen Branchen ticken und was sie beschäftigt. Das und schnell wechselnde Themen sind sicherlich Dinge, die einen Agenturjob von der Arbeit in einem Unternehmen unterscheiden. Auf der Stelle trete ich hier jedenfalls nicht. Das Spannende an unserem Beruf ist ja, sich immer wieder in komplexe Themen einzuarbeiten und so seinen Horizont ständig zu erweitern.

Lost Cosmonaut bei Sympra

Die Werke von Lost Cosmonaut könnten unterschiedlicher nicht sein. Hündin Laika trifft Micky Maus, Ikarus hängt neben Rasputin, St. Peter neben Bacchus. Der Künstler verwendet Acrylfarbe und Holz, Ölfässer, Orangenpapierchen und Suppentüten, Orientteppiche und Eisenhanteln. Seine Bilder erinnern an sowjetische Propaganda und russische Ikonen, an Pop-Art und an Bauhaus-Collagen – und sind doch ganz eigenständig.

Lost Cosmonaut (alias Georg Barinov) ist in Sankt Petersburg geboren und in Deutschland aufgewachsen. Sein Werk ist eine Synthese beider Kulturen, die zuweilen einander ganz ähnlich und dann wieder ganz unterschiedlich sind. Eine außergewöhnliche Ausstellung in der Stafflenbergstraße.

Lost Cosmonaut bespielt bis Oktober unser Büro in der Stafflenbergstraße 32 mit Gemälden, Collagen und Skulpturen. Die Schau ist dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung zu besichtigen.

Impressionen der Vernissage am 15. März 2018:

 

Noch’n Jubiläum

Websites oder Social-Media-Kanäle sind der erste Weg, den wohl jeder von uns einschlägt, wenn es um Informationen zu irgendwemoderirgendwas geht. Unsere www.sympra.de ist in ihrer aktuellen Version nicht nur ganz besonders schön, sondern auch schon ein echtes Urgestein. Um genau zu sein: 20 Jahre alt!

Seit 1998 – und damit zählen wir sicher zu den ersten PR-Agenturen, die überhaupt im Netz erreichbar waren – findet man uns online. Wer sich noch dran erinnert: Im selben Jahr kam der iMac auf den Markt (Erfolgsstory!), Daimler und Chrysler fusionieren (nicht ganz so erfolgreich…)  und das deutsche Team führt bei den Olympischen Winterspielen in Nagano den Medaillenspiegel (go, go, go Pyeongchang!).

Für eine Reise in die Vergangenheit, einfach klicken: Wayback

 

Kennen Sie Lalamove? Sollten Sie kennen.

Dass das Problem der Logistik vor allem die “letzte Meile” ist, weiß ich nicht zuletzt durch die Arbeit für unseren Kunden pakadoo. Während Pakete von Stadt zu Stadt relativ einfach und preisgünstig befördert werden, ist die Auslieferung hin zum Empfänger aufwändig, kompliziert (wenn der Empfänger nicht da ist, zum Beispiel) und teuer.

Letzte Woche war ich auf dem PRN Digital Forum in Hongkong, das unsere dortige Partneragentur organisiert hatte. Es ging hier um die digitale Transformation in ganz unterschiedlichen Geschäftsbereichen, was zu sehr anregenden Diskussionen geführt hat. Besonders beeindruckt hat mich dabei der Vortrag von Blake Larson, MD International von Lalamove.

Lalamove – bis dato noch nie gehört. Das Unternehmen, das 2014 in Hongkong an den Start ging, beschäftigt sich mit Innenstadtlogistik, und zwar in Südostasien und China. Und weil in dieser Region sowieso alles in anderen Dimensionen gerechnet wird: Das Unternehmen beschäftigt mehr als zwei Millionen Fahrer. Zum Vergleich: UPS hat weltweit 435.000 Mitarbeiter, DHL 340.000. Der große Unterschied ist, dass UPS und DHL ihre Mitarbeiter angestellt haben und ihnen Fahrzeuge bereitstellen; Lalamove hingegen hat lediglich ein cooles Geschäftsmodell entwickelt und dieses in eine App gepackt.

Lalamove funktioniert nämlich nach dem UBER-Prinzip. Wer als Fahrer tätig werden will, registriert sich online. Fortan bekommt er auf seinem Smartphone mögliche Fahrten angezeigt, die er annehmen kann. Die Abholstellen befinden sich jeweils in der Nähe seines aktuellen Standorts. Bei jedem möglichen Auftrag sind die Transportkosten und der für den Fahrer verbleibende Gewinn angegeben. Den Warentransport erledigt der Fahrer z. B. auf dem Weg ins Büro, oder eben als Vollzeit-Kurierfahrer.

Durchschnittliche Zustellzeit: 46 Minuten

Aktuell gibt es den Dienst in Taipei, Hongkong, Bangkok, Singapur, Ho-Chi-Minh-Stadt, Manila und in mehr als 100 Städten in China. Je nach Verkehrssituation verspricht Lalamove, dass die Sendung binnen 50 bis 60 Minuten zugestellt wird. Zu den Kunden gehören Pizzadienste, Burger King, IKEA, Shoppingmalls, Fabriken, aber auch DHL und UPS, die sich von Lalamove auf der letzten Meile unterstützen lassen – zum großen Teil also Geschäftskunden. In Bangkok sind es vor allem Speisen und Getränke, die mit dem Motorrad ausgeliefert werden; in Hongkong transportieren die Fahrer meistens Baumaterial mit Kleintransportern, und in Singapur werden insbesondere per Lastwagen Produkte zugestellt, die die Empfänger vorab im Onlineshop bestellt haben. Rund 30 Millionen Sendungen waren es im letzten Jahr; für 2018 gilt: „Lalamove continues to expand rapidly across China and Southeast Asia”.

MD Blake Larson beim PRN Digital Forum in Hongkong.

Und warum spricht Blake Larson auf einer Digitalkonferenz? Weil sein Unternehmen im Wesentlichen aus einer IT-Lösung besteht, die auf der einen Seite Aufträge entgegennimmt und auf der anderen Seite passende Fahrer sucht und das Ganze am Ende abrechnet. Alle Prozesse basieren dabei auf einem ausgeklügelten Trackingsystem, das alle relevanten Daten über den Kunden, das Fahrzeug und die Route, aber auch über Nutzungsverhalten und über die Wirkung von Marketingmaßnahmen miteinander verknüpft. Am Beispiel von Manila zeigte Blake Larson auf, wie er sich in der Vorweihnachtszeit auf die zu erwarteten Steigerung der Fahrten um das Drei- bis Fünffache einstellen konnte. Durch Prognosemodelle, visualisiert in „Heatmaps“, konnte er recht genau voraussagen, wann er wo wie viele Fahrer benötigt. Dementsprechend aktivierte er Fahrer und incentivierte sie, damit er das Ziel der Zustellung innerhalb einer Stunde auch in diesen Stoßzeiten zusichern konnte.

Eigentlich ist es naheliegend, die Geschäftsidee von UBER auf Pakete und Pizzen zu übertragen. Auch hier profitiert ein Unternehmen davon, dass es Transportdienstleistungen offeriert, ohne einen eigenen Fuhrpark vorhalten zu müssen. (Man kennt diesen Ansatz ja auch von AirBnB.) Die Investoren glauben an  Lalamove und versorgten das Unternehmen im Oktober 2017 mit weiteren 100 Millionen US-Dollar. Beeindruckend finde ich vor allem, welch atemberaubende Dynamik so ein Dienst gerade in Asien entwickeln kann und innerhalb von wenigen Jahren so groß wird. Während wir in Deutschland und Europa erste Erfahrungen in Smart-Logistik-Pilotprojekten sammeln, bedient Lalamove bereits mehr als 15 Millionen Kunden. Auch bei der letzten Meile können wir offenbar von China lernen. Oder genauer gesagt: von Hongkong.

ABC der digitalen Begriffe

„Stadt-Land-Fluss“, der Klassiker unter den Wissensspielen, läuft heute als App auf dem Handy. In meiner Jugend spielten wir das noch mit Papier und Bleistift. Erstaunlicherweise sind die Inhalte dieselben wie vor Jahrzehnten: Geografie, Namen, Farben, Tiere, Berufe. Zur Onlineversion würde eigentlich die Rubrik „Digitales“ passen. Bei der Probe aufs Exempel fiel mir zu jedem Buchstaben ein passender Begriff aus der digitalen Welt ein, nur X, Y und Z bleiben genauso knifflig, wie zu Zeiten von Papier und Bleistift.

Apps (Applikationen) sind kleine Programme, die auf Smartphones laufen und dafür sorgen, dass das Gerät zum Nabel der Welt wird. Kochen? Spielen? Lernen? Ohne die passende App für manche bereits undenkbar. 3,36 Millionen verschiedener Apps gibt‘s im Google Play Store, Konkurrent Apple hat 2,2 Millionen im Angebot. Und selbstverständlich gibt es eine Gratis-App, die verrät, ob Sie Handy-süchtig sind …

Big Data wächst und wächst und wächst. Um 16.000.000.000.000.000.000.000 neue Bytes alleine im Jahr 2016. Man braucht vermutlich das Gehirn eines Mathematikprofessors, um sich unter dieser gigantischen Zahl etwas vorstellen zu können.

Cloud Computing umschreibt wolkig, dass die eigenen Daten nicht auf der eigenen Festplatte liegen, sondern in einem Datacenter. Die größten „Datenwolken“ besitzen Amazon, Microsoft, IBM und Google. So schön die Metapher auch klingt – Wolken sind luftige Gebilde, die sich schnell verflüchtigen. Das befürchten wohl auch die Nutzer, die sich laut einer Umfrage zu mehr als 80 Prozent beim Cloud Computing Sorgen machen, wo in aller Welt ihre Daten gespeichert sind.

Enterprise Mobility ermöglicht es der Arbeit, immer und überall dabei zu sein. Ob Zuhause, im Café oder beim Kunden: Mobil auf Unternehmensdaten zugreifen zu können, macht unabhängiger von Arbeitszeit und -ort, kann aber zur Gratwanderung zwischen Berufs- und Privatleben werden. 75 Prozent der deutschen Unternehmen besitzen bereits Enterprise-Mobility-Lösungen, noch mobiler sind weltweit nur Inder und Chinesen.

Facebook ist eine echte amerikanische Erfolgsstory nach dem Motto „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Das einst für Studenten gedachte Netzwerk ist die unangefochtene Nummer 1 der Social Networks. Für Gründer Mark Zuckerberg hat sich das gelohnt. 2008 wurde er zum jüngsten Selfmade-Milliardär gekürt, heute ist er einer der reichsten Männer der Welt.

Homo digitalis oder noch Homo sapiens? Die Digitalisierung verändert unser Leben und vielleicht verwandelt sie uns Menschen in eine neue Spezies. Mit dem unterhaltsamen Test des Fraunhofer Instituts können Sie selbst ausprobieren, ob Sie bereits zum New Junkie, Cyborg oder Homo digitalis mutiert sind.

Internet of Things (IoT), das ist der schlaue Kühlschrank, der rechtzeitig Lebensmittel nachbestellt, ebenso wie das clevere Auto, das selbstständig einen freien Parkplatz findet. Digitalisiert und vernetzt werden „dumme“ analoge Dinge zu „intelligenten“ Smart Products. Davon gibt es bereits acht Milliarden. Das sind immerhin 500.000 mehr als Menschen auf der Erde. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der schlauen Teile auf 20 Milliarden anwachsen.

Java ist eine vollmundige Kaffeesorte aus Indonesien. Angeblich stand sie Pate, als für die heute beliebteste Programmiersprache ein Namen gesucht wurde. Ganz dem Klischee entsprechend sollen die Java-Programmierer gerne starken Kaffee getrunken haben. Ob die Geschichte stimmt, wissen wohl nur die Erfinder.

Künstliche Intelligenz (KI) begegnet uns in Science-Fiction-Filmen als Roboter, die mit überlegener Intelligenz die Menschheit vernichten oder wahlweise retten wollen. Um das Terminator-Image geht’s den meisten Tech-Firmen beim Machine Learning zum Glück nicht. Sie erforschen vielmehr, wie sich Intelligenz automatisieren lässt, um Nutzen zu stiften. Etwa, indem Computer über Bilderkennung lernen, Krebszellen oder Kunstfälschungen zu erkennen.

Light Fideltiy (LiFi) versucht, große Datenmengen mittels Licht von LED-Leuchten zu übertragen. Das soll schneller und sicherer sein als mit WLAN, hat aber einen Nachteil. Licht kann keine dichte Materie, wie eine Wand, durchdringen. Die Konsequenz: Steht ein Hindernis im Weg, geht dem Internet kein Licht auf.

Mobilfunk macht´s möglich, dass wir per Smartphones immer und überall erreichbar sind. Für die „Generation Handy“ undenkbar, woran sich die etwas Älteren noch erinnern. Mobilfunk begann 1958 mit 16 kg schweren Autotelefonen, bei denen das Hauptgerät noch im Kofferraum lag.

Netflix weiß, worauf es beim digitalen Geschäftsmodell ankommt: auf die Daten der Kunden. Die sammelte das Unternehmen bereits, als es noch DVDs vermietete. Im Big-Data-Zeitalter nutzt der Streaming-Dienst sein gesammeltes Wissen, um genau abgestimmt auf die Zuschauervorlieben erfolgreiche Filme und Serien zu produzieren. Während sich nahezu 100 Millionen Kunden weltweit mit House of Cards, dem Tatortreiniger oder Stranger Things unterhalten lassen, klingelt bei Netflix die Kasse.

Open Source Software besitzt den Mythos des Kostenkillers. Doch wie so oft bei Mythen, entsprechen sie nicht immer auch der Wahrheit. Open bedeutet nicht automatisch gratis, sondern nur, dass der Programm-Quellcode zum Ansehen und Verändern jedermann offen steht. Nichtsdestotrotz: Viele Open Source Tools sind tatsächlich kostenlos.

Pay-as-you-go erinnert an Coffee-to-go – und funktioniert auch so. Nur das es nicht um Kaffee geht, sondern beispielsweise um Ressourcen in der Cloud. Bezahlt wird hier nur der tatsächliche Verbrauch. Vorbei die Zeiten der Pauschale, damit Dienstleistungen überhaupt bereitgestellt werden.

QVC ist nicht nur ein Teleshopping-Sender, sondern vor allem ein digitales Handelsunternehmen, für das es wichtig ist zu wissen, wo die Deutschen am liebsten Weihnachtsgeschenke kaufen. Warenhaus oder Webshop? Beides liegt mittlerweile gleichauf. Aber es gibt einen großen Unterschied: Online werden Plattformen bevorzugt, die möglichst alles anbieten. Wer hingegen vor Ort im Geschäft kauft, macht das lieber bei einem Spezialisten.

Roboter – der Begriff tauchte vor knapp 100 Jahren erstmals im Theaterstück „Rossum´s Universal Robots“ von Karel Capek auf. Heute tummeln sich mehr als 1,8 Millionen Roboter weltweit in den Industriehallen, und es gibt immer mehr Lebensbereiche, in denen sie uns (zukünftig) begegnen.

Silicon Saxony soll das sächsische Pendant zum Silicon Valley werden. Ein Netzwerk aus mehr als 300 Herstellern, Zulieferern, Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen arbeitet daran, die Region zum bedeutenden IT- und High-Tech-Standort zu machen. Jüngster Coup in der Reihe prominenter Firmenansiedlungen ist eine milliardenschweren Fabrik von Bosch, in der ab Ende 2019 Prozessoren und Halbleiter für autonom fahrende Autos gefertigt werden sollen.

Twitter verbreitet bis zu 280 Zeichen lange Tweets, die monatlich 330 Millionen Menschen in die Welt zwitschern. Den beliebtesten Account hat die US-amerikanische Sängerin Katy Perry mit rund 105 Millionen Followern. Wortgewaltig nutzt auch Donald Trump den Kurznachrichtendienst. Mit durchschnittlich sieben Tweets pro Tag und gut 40 Millionen Followern belegt er im Ranking der twitternden Staatsoberhäupter den ersten Platz.

Usability lässt einen im digitalen wie realen Leben gleichermaßen verzweifeln, wenn etwas eben nicht so einfach und intuitiv funktioniert wie es soll. Unübersichtliche Displays, umständliche Verpackungen, unklare Fehlermeldungen… die Liste der ärgerlichen Usability-Hindernisse im Alltag lässt sich beliebig fortsetzen.

Virtual Reality (VR) eröffnet uns neue Welten – zwar nur virtuell, dafür sehr authentisch. Die rasante Verfolgungsjagd, der Blick in den Abgrund oder der bedrohliche Dinosaurier treiben einem den Puls in die Höhe. Denn gute VR-Anwendungen wirken lebensecht und fühlen sich an wie eine tatsächlich gemachte Erfahrung.

Wearables ist Hightech am Handgelenk. Die Armbänder zählen Schritte und Kalorien, zeichnen Schlafdauer und Herzfrequenz auf. Die Selbstvermessung der Deutschen boomt. Etwa jeder Dritte nutzt bereits Tracker und Apps, um die eigenen Gesundheits- und Fitnessdaten immer im Blick zu haben.

 

Tolle Neuigkeiten für nachhaltige Kaffeeliebhaber

Zu Beginn meines Traineeships bei Sympra war ich für sechs Wochen in Peru, um zusammen mit dem Social Start-up Café Compadre, Gewinner des empowering people. Award der Siemens Stiftung, an einem Marketingkonzept zu arbeiten. Seither ist bei den Kaffeeprofis viel passiert. Neben einem geplanten Coffeeshop in Lima, einer frisch aufgesetzten Social-Media-Strategie und einigen neugewonnenen Großkunden vor Ort haben sie den großen Schritt nach Europa geschafft: Das Start-up Panda Coffee Berlin ist Ende 2017 auf Café Compadre aufmerksam geworden und hat für Anfang 2018 den Verkauf von Compadre Kaffee in Deutschland geplant.

Ein Panda auf großer Mission

Panda Coffee ist ein Social Start-up, das es sich zum Ziel gesetzt hat, fairen Kaffee in Deutschland zum Standard zu erheben. Im Onlineshop wird ausschließlich Kaffee von eigens geprüften, traditionellen Kaffeebauern verkauft, die nachhaltig anbauen und fair vergütet werden. Mit jeder verkauften Packung Kaffee steigt die Lebensqualität der Farmer, die den Kaffee angebaut und gepflückt haben. Und nicht nur das: für jedes verkaufte Kilo spendet das Team von Panda Coffee drei Euro an humanitäre und artenschutzerhaltende Organisationen. Mit diesem Konzept passen sie perfekt zu Café Compadre, die vergleichbare Ziele verfolgen.

Neben den drei tragenden Säulen des Panda Coffee Modells – Nachhaltigkeit, Werthaltigkeit und Wohltätigkeit – spielt für Panda Coffee ein weiterer Aspekt eine wichtige Rolle: Aufklärung. Um auf spielerische Weise ein größeres Bewusstsein für die Missstände in der Kaffeeindustrie zu schaffen, schicken Sie einen Panda – ihr Markensymbol und Maskottchen – in die Welt hinaus und lassen ihn Geschichten aus den Anbauregionen ihres Kaffees erzählen. Bald wird der Panda dann auch die Farm von Cristobal im peruanischen Satipo besuchen und unter anderem über Café Compadre und ihren Solarröster berichten.

Sympra im Solarkaffeefieber

Spätestens seit Juan Pablo Perez, einer der Gründer von Café Compadre, im September einige Tage zu Besuch bei uns in der Stafflenbergstraße war, sind wir alle im Solarkaffeefieber. Daher freut es uns umso mehr, dass der Kaffee von Farmer Cristobal & Co. bald auch in Deutschland zu haben ist und wir dann gleich zwei Sozialunternehmer mit unserem Kaffeekonsum unterstützen können.

Mit gezückter Kaffeetasse warten wir gespannt auf die neue Panda-Marke und wünschen Café Compadre und Panda Coffee Berlin viel Erfolg bei den letzten Vorbereitungen.

PRN Member Meeting & Digital Forum in Hongkong

Internationale PR ist eines unserer Steckenpferde. Das haben wir nicht zuletzt dem Public Relations Network (PRN) zu verdanken, das Sympra 2006 mitgegründet hat. Mittlerweile umfasst es 24 inhabergeführte Agenturen auf vier Kontinenten. Über Sprachbarrieren, Zeitverschiebungen und kulturelle Unterschiede hinweg unterstützen sich die Mitglieder bei der internationalen Öffentlichkeitsarbeit.

Am 25. und 26. Januar 2018 ist es wieder soweit: Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder des internationalen Agenturverbunds – live und in Farbe – , um sich über globale und regionale PR-Trends auszutauschen, Ziele für 2018 festzulegen und die gemeinsamen Erfolge des letzten Jahres zu feiern. Dieses Jahr kommen wir in Hongkong zusammen; zum ersten Mal findet eine Mitgliederversammlung in Asien statt. In diesem Rahmen wird ein besonderes Highlight das PRN Digital Forum „Exploring the Digitalization of Culture, Consumer and Market“ werden, das unsere chinesischen Gastgeber, die Creative Consulting Group, organisiert hat.

In Podiumsdiskussionen und Round Tables werden Führungskräfte, Medienvertreter und Marketingexperten aus aller Welt gemeinsam erörtern, was Unternehmen zukünftig wirklich brauchen, um die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern. Digitalunternehmen und Startups wie Swire, HSBC, British Telecom, Lalamove, Easyship, JetOne Motion und Qupital werden Teil der Veranstaltung sein, sowie Vordenker und Branchenspezialisten von Infiniti, Microsoft, Swire Properties, OAX Foundation, MoneyHero.com, Nexchange, Blueprint, Gatcoin, dem Hong Kong Jockey Club und MITs HK Innovation Node.

Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt zufällig in Hongkong sind (oder aus diesem Anlass dorthin reisen möchten), können Sie sich hier ein Ticket sichern. Für alle anderen gibt es natürlich einen ausführlichen Nachbericht auf dem Sympra-Blog. Weitere Informationen zum PRN Digital Forum finden Sie unter www.creativegp.com/prndigitalforum/ oder im offiziellen Veranstaltungsflyer.