Themensetting: Amis lieben alte Säcke

Die Vorgeschichte:

Im Rahmen unseres Mitarbeiterprogramms create5 beschließt meine Kollegin Anahita, sich die Kreativszene in New York genauer anzuschauen. Damit sie dort mit den richtigen Leuten zusammenkommt, frage ich meinen Schulfreund Uwe in Berlin um Rat: Er war dort zehn Jahre lang Amerika-Korrespondent für den Fokus, ist nach wie vor bestens vernetzt mit Medienschaffenden im Big Apple. Uwe schickt gleich mal der Sabine eine Mail. Sabine berichtete jahrelang für RTL aus New York, dreht inzwischen Filme (z. B. Biografien über erfolgreiche Wirtschaftskapitäne im Auftrag von deren Kinder) – und näht Sofakissen aus alten Getreidesäcken. Sabine nimmt mit Anahita Kontakt auf, organisiert einige lehrreiche Redaktions- und Agenturbesuche für sie. Als Dankeschön für Sabines Bemühungen lasse ich ihr über Anahita zwei über hundert Jahre alte Mehlsäcke zukommen, die ich vor langer Zeit von einer Bäuerin in meiner Heimatstadt Schwenningen geschenkt bekomme habe.

Die Story nimmt ihren Lauf …

Sabine ist entzückt über Anahitas Gastgeschenk und verarbeitet die Säcke zeitnah zu exklusiven Kissen. Sie schickt mir Fotos davon. Wow! Historische Schwenninger Säcke avancieren zum Lifestyleprodukt in New York! Ich finde das interessant und informiere den Schwenninger Heimatverein darüber. Der Redakteur vom Heimatblättle, dem Vereinsmagazin, nimmt das Thema gerne auf, stellt Sabine noch ein paar Fragen und bringt einen Beitrag über die Sackkissen:

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Weiter geht’s: Die Lokalzeitung Die Neckarquelle wird – ohne mein Hinzutun – auf das Thema aufmerksam. Deren Chefredakteur recherchiert weiter, organisiert sogar noch ein Foto von Sabine und macht ebenfalls eine schöne Geschichte über die alten Schwenninger Säcke:

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Sabine ist im Glück (vielleicht unterstützen die Beiträge ja ihr Beschaffungsmarketing); mich freut’s, weil das Themensetting via Stuttgart-Berlin-New York-Stuttgart-Schwenningen-Berlin-Schwenningen offensichtlich prima geklappt hat und weil mal wieder deutlich wird, dass auch vermeintlich “kleine” Geschichten Relevanz für bestimmte Zielgruppen haben.

Nachtrag:  Soeben hat mich eine Leserin der Neckarquelle angerufen und angeboten, eine größere Menge alter Säcke aus einem Nachlass für Sabine bereitzustellen …

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Was ist eigentlich Sharing und darf ich damit Geld verdienen?

share-1314738„Sharing is Caring“ heißt es ja so schön im Englischen. Nur: Stimmt das eigentlich? Auf der Augsburger Fachkonferenz i-share wurden erste Forschungsergebnisse des Münchner Arbeitskreises zur Sharing Economy vorgestellt. Doch schon mit der Begriffsbestimmung tun sich die Forscher schwer. Die Sharing Economy ist einfach zu divers, um sie genau zu bestimmen. Klar ist, es geht um Teilen – und geteilt wird eine Menge, vom Auto, über die Bohrmaschine bis hin zur Einliegerwohnung. Ob damit jemand, also ein Unternehmen oder ein Privatmensch, auch etwas verdienen und dementsprechende Gewinne erwirtschaften darf, ist schon wieder eine andere Frage. Und da scheiden sich die Geister. Da wird’s auch ganz schnell philosophisch.

Wirklich spannend finde ich die aktuelle Entwicklung an „Geschäftsmodellen“, die eben eigentlich keine sind. Non-Profit-Organisationen sind im Trend. Studien über die geschichtliche Entwicklung der Sharing Economy zeigen eine deutliche Tendenz hin zur Tauschgesellschaft. Ob dies auch eine Rückbesinnung auf den Nächsten, den Nachbarn, das Viertel oder zumindest die Kleinstadt ist, muss sich noch zeigen. Vielleicht wird das „Viertel“ durch die Möglichkeiten der Digitalisierung auch nur etwas größer als früher, kommt aber zumindest als Gedanke zurück. Denn die Community ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der Sharing Economy, sondern erst recht der Non-Profit-Modelle. Auch wollen sich die Forscher noch nicht darauf festnageln lassen, diese Entwicklung gleich als Gegentendenz zur wachsenden Globalisierung, Digitalisierung und Monetarisierung anzusehen. Ob die mit den genannten Phänomenen mitschwingenden Ängste ein echter Grund sind oder nicht, muss sich zeigen. Sichtbar ist die Entwicklung dennoch.

Klar ist aber auch, dass natürlich alle profitorientierten Modelle der Sharing Economy die wirklichen Player sind – auch global. Doch die Non-Profit-Ideen werden nicht nur mehr, sie wachsen auch. Aktuell aber dominieren Unternehmen wie der Fahrdienstservice Uber den Wirtschaftsbereich mit enormen Zahlen. Dabei zählt sich das Unternehmen selbst nicht mal wirklich dazu, wie Fabien Nestmann in seiner Keynote zugab. Recht hat er. Denn geteilt wird da eigentlich nix. Und wenn man ehrlich ist, ist Uber nichts anderes als ein besseres, digital getriebenes Taxiunternehmen.

Gewinne, so will es David Weingärtner von OuiShare aus München sehen, sind nichts Schlechtes. Die Geschäftsmodelle sollen aber zum gesellschaftlichen Gemeinwohl beitragen. Heißt: Es ist schon ok, wenn jemand Geld mit seiner Arbeit verdient, nur bitte soll das nicht die Hauptmotivation seines Handelns sein. Also wenn schon Kohle scheffeln, dann bitte mit der Gesellschaft im Fokus. Klingt nicht schlecht. Ob das funktioniert? Schön wär’s.

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Land der kreativen Netzarbeiter

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Die Niederlande. Das ist für viele: Königin Maxima, die traditionellen Tässchen Kaffee (kopjes koffie) zu jeder Tages- und Nachtzeit, Fahrräder. Ja, auch Holzschuhe, Tulpen und der berühmte Käse. Mancher weiß noch, dass die Niederländer keine Schwerindustrie haben und im wirtschaftlichen Bereich vor allem als Dienstleister gelten. Und dass neben dem Weltkonzern Philips die Landwirtschaft ein big player ist. Wer aber weiß, dass in den Niederlanden viele clevere Köpfe unterschiedlicher Herkunft leben, die zum Beispiel im Hightech-Campus in Eindhoven arbeiten und von dort aus die erstaunlichsten technischen Neuentwicklungen für den IT-, Automobil-, Maschinenbau-, Gesundheits-, Erneuerbare Energien- und Umweltbereich produzieren? Und zwar für und in Kooperation mit zahlreichen namhaften Unternehmen in Deutschland. Und in enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Universitäten deutschlandweit.

Möglich macht das die wohltuende Unbeschwertheit und die kreative Begeisterung, mit der sich die Niederländer an die Lösung von Herausforderungen und Aufgaben machen. Auch in (wirtschaftlich) schwierigen Situationen. Diesen Eindruck bekommt man jedenfalls, egal mit wem man sich dort unterhält, seien es Redakteure, Unternehmer oder Start-up-Gründer. Dabei ist sicher auch hilfreich, dass – laut den Niederländern – die Bürokratie nicht so restriktiv ist wie in Deutschland. Auch die unglaubliche Flexibilität der Niederländer spielt eine große Rolle. Und dass sie offenbar keine Scheu vor dem Betreten für sie fachfremder Terrains haben.

Auf den Spuren der PR

Leider ist das vielen Deutschen wenig bekannt. Vor allem denen im Süden der Bundesrepublik nicht. Liegt das daran, dass der Abstand zu groß ist? Oder funktioniert die Kommunikation in dem Benelux-Staat anders? Und wenn ja, wie?! Dieser Frage wollte ich auf den Grund gehen. Und eine Unternehmerreise dorthin – von der Exportakademie der IHK Stuttgart initiiert, von der Deutsch-Niederländischen Handelskammer in Den Haag mit unglaublichem Engagement bestens organisiert – bot eine hervorragende Gelegenheit dazu. Also machte ich mich Anfang Oktober im Zuge von create5 auf in Richtung Schiphol Amsterdam. Nijmegen, Utrecht, Eindhoven, Deventer, Den Haag: Vier Tage lang sprach ich mit Herausgebern und Verantwortlichen verschiedener Fachpublikationen, lernte die Arbeit unterschiedlichster Start-ups und Research Labs kennen, die auf dem Hightech-Campus in Eindhoven zuhause sind, und konnte hinter die Kulissen eines weltweit operierenden Auftragsherstellers für Elektronikprodukte schauen. Alles ausgesprochen spannend.

Direkt und ohne Umschweife

Auch mit Vertretern der PR-Branche habe ich mich über das Thema Kommunikation in, für und um Unternehmen herum ausgetauscht. Das Resultat: Im Bereich Presse- und Öffentlichkeit funktioniert sehr vieles wie bei uns, allerdings sind die Niederländer uns in der Nutzung digitaler Medien ein gutes Stück voraus. Der entscheidende Unterschied ist aber: Niederländer sind die geborenen Networker. Offen für jede neue Begegnung. Und – anders als hierzulande – ungeniert die Frage stellend: „Was habe ich davon, dir meine Zeit zur Verfügung zu stellen?!“ Als diese Frage in einem der ersten Gespräche zum ersten Mal gestellt wurde, war das zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig. Doch tatsächlich ist dieses direkte Ansprechen eines konkreten Benefits klasse, denn auf diese Weise kommen relativ schnell handfeste Projekte zustande. In diesem konkreten Fall stehen die Chancen übrigens gut, dass besagter Gesprächspartner Unterstützung für ein Event erhält, das er fürs Frühjahr 2017 plant.

Das „Nebenprodukt“ eines solch direkten Networkings ist eine sehr direkte Kommunikation. Denn von Mund zu Mund wird das Wissen um und die Information über die Fähigkeiten und Angebote des jeweiligen Gesprächspartners weitergetragen. Aus erster Hand, belastbar und eine erste Einschätzung etwa hinsichtlich Kompetenz und Qualität inklusive. Ein Anwenderbericht mit Zitaten von Testimonials könnte nicht effektiver sein. Wer braucht da noch einen kommunikativen Überbau?!

Connected Cars

Mein Auto weiß mehr als ich – und das finde ich prima! Es verändert eigenständig die Route und navigiert mich am Stau vorbei, unterwegs zeigt es die Tankstelle mit dem günstigsten Sprit an und findet am Ziel eine freie Parklücke, in das es sich auch noch selbst hinein bugsiert. Aber ich weiß immerhin, warum mein Auto das alles kann. Denn gleich mehrere unserer Kunden beschäftigen sich mit dem Thema Connected Cars: T-Systems, MBtech, GIGATRONIK. Diese Spezialisten tüfteln an Softwarelösungen fürs vernetze Fahren. Die Systeme, Apps und Services steuern mein Fahrzeug schon heute souverän über den Daten-Highway und erleichtern mir das Leben. In den vergangenen 100 Jahren prägte die klassische Ingenieurskunst die Mobilität von der Pferdekutsche bis zum Flugzeug. Künftig treiben Computertechnologien die Innovationen voran. Die digitalen Visionen unserer Kunden für das Auto der Zukunft sind jedenfalls faszinierend. Ich bin gespannt darauf, wie sie die Möglichkeiten der Vernetzung nutzen werden, um das Fahren noch komfortabler, sicherer oder einfach anders zu machen.

Einen interessanten Überblick, welche Features im Connected Car eingesetzt werden und was Autofahrer davon halten, gibt die Grafik.

Infografik: Connected Cars | Statista

Ein Rucksack voller Energie – Sympra engagiert sich pro bono

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Katrin Pütz hat etwas ganz Besonderes entwickelt: den Biogasrucksack. Mit dem stabilen, aber leichten Ballon kann eine einzelne Person bis zu 1.000 Liter Biogas nach Hause transportieren. Welche Tragweite die Entwicklung der Agraringenieurin hat, versteht man aber erst, wenn man den Biogasrucksack als Teil eines intelligenten Systems sieht. Dieses möchte die Hohenheim-Absolventin in möglichst vielen Ländern der Welt implementieren und gründete dazu das Social-Franchise-Unternehmen (B)energy mit Sitz in Deutschland.

Die Idee: Private Haushalte in Entwicklungsländern, die bisher von ungesunder, teurer und umweltschädlicher Energieerzeugung mit Brennholz abhängig waren, kochen stattdessen mit Biogas. Biogas ist nicht gesundheitsschädlich, und jeder kann es nachhaltig selbst produzieren. Katrin Pütz‘ Vision: Die Energieerzeugung in energieinfrastrukturschwachen Regionen sollte in den Händen der Privatverbraucher liegen – unabhängig von externer Entwicklungshilfe! (B)energy versorgt bereits einige Haushalte in afrikanischen und asiatischen Ländern nicht nur günstig mit Rucksäcken und Biogaskochern, sondern sogar auch – als zentraler Bestandteil der Lösung – mit Biogasanlagen. Katrin Pütz unterstützt durch Ausbildung lokaler Frachisenehmer und bietet ein funktionierendes Business-Model zur Umsetzung an. Haushaltsabfälle und Kuhdung bilden die Grundlage für die Biogaserzeugung. Ein Nebenprodukt ist zudem hochwertiger Dünger.

Für ihr Biogasrucksack-Konzept erhielt Katrin Pütz 2013 den “empowering people. Award” der Siemens Stiftung. Auf diesem Wege lernte Sympra die sympathische Preisträgerin kennen und beschloss, das Projekt pro bono zu unterstützen. Neben individueller Beratung entwarf Sympra u.a. einen deutsch- und englischsprachigen Flyer als Grundlage für zukünftige Kommunikationsmaßnahmen der engagierten Sozialunternehmerin. Weitere gemeinsame Projekte sind in Vorbereitung.

Tu es oder tu es nicht!

Tu es oder tu es nicht! Das war schon das Motto der Jedi. Auch die Unternehmen im Silicon Valley scheinen sich an diese Philosophie zu halten - und machen einfach.

Der Großteil der deutschen Unternehmen hat die kommende industrielle Revolution vor Augen. Viele unserer Kunden befassen sich mit der Verzahnung von Produktion und moderner Informations- und Kommunikationstechnologie. Das wirft zunächst mal technische Fragen auf und solche zu den Prozessen. Es ist gut und wichtig, sich mit diesen Fragen zu befassen. Denn die Industrie 4.0 verspricht eine große Chance für viele Unternehmen. Die Produktion wird effektiver, Supply-Chains können optimiert und mit großer Wahrscheinlichkeit auch Arbeitsplätze in der Fertigung eingespart werden. Positive Stimmen meinen, wir, also wir Mitarbeiter, haben dann mehr Zeit zum Denken, für Kreativität, vielleicht sogar für uns selbst. Doch was machen wir damit?

Der Mensch muss in den Mittelpunkt

Die Kritik an der deutschen Auseinandersetzung mit Industrie 4.0 wächst. Sie nehme den Menschen nicht mit und sei zu technologiebasiert – einfach zu kurz gedacht. Die Stimmen mehren sich. Prof. Dr.-Ing. Andreas Syska von der Hochschule Niederrhein seziert in seinem Buch „Illusion 4.0. Deutschlands naiver Traum von der smarten Fabrik“ die Vorstellungen der Industrie. Das absolute Vernetzen aller Dinge, hin zu einer vollständig menschenleeren, vollautomatisierten Fabrik, sei ein zu kleiner Schritt. Die Industrie laufe nicht nur Gefahr, die immanente Chance auf neue Geschäftsmodelle zu verpassen, sondern auch, die gesellschaftlichen Auswirkungen vollständig zu übersehen.
Der Gedanke, hocheffizient gleiche oder zumindest sehr ähnliche Produkte herzustellen, ist gefährlich. Denn er übersieht zwei wichtige Faktoren: den Menschen als Konsumenten und als Arbeiter. Eine echte Revolution wäre Industrie 4.0 nur dann, wenn sie gesamtgesellschaftlichen Fortschritt mit sich brächte, so der Tenor der Kritiker. Dann nämlich dürfe nicht nur hocheffizient produziert werden. Es müssten auch Produkte entstehen, die neu sind, Mehrwert bieten und damit dem Käufer gefallen. Zusammen mit diesen Produkten müssen zudem auch neue Jobs entstehen – im Dienstleistungs-, Kreativ- und Beratungssektor. In Deutschland sehe man jedoch im Vergleich zu den USA zu sehr die Technik und zu selten die Möglichkeiten, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Nicht zuletzt, weil Banken hierzulande konservativer entscheiden und ihr Geld nur ungern in unkalkulierbare, weil neue, Geschäftsideen investieren. Was machen die Amerikaner also richtig, frage ich mich. Ich glaube, sie halten sich an Yoda, den Jedi-Meister aus Star Wars. Der sagte schon „Do or do not!“ Die Amerikaner machen einfach. Wir Deutschen „hirnen“, um es mal schwäbisch zu formulieren. Und dabei verpassen wir das Tun.

Kein Grund für Goldgräberstimmung

Doch auch mit viel mehr Startup-Schwung wird die Digitalisierung nicht der Weg in neue goldene Zeiten sein, meint US-Ökonom Robert J. Gordon. In seinem Buch „The Rise and Fall of American Growth“ schreibt Gordon, dass er nicht an mehr Wohlstand glaube. Die Hurra-Mentalität im Silicon-Valley sei bedenklich, suggeriere sie doch immer größeres und schnelleres Wachstum aufgrund unzähliger digital gestützter Dienstleistungsangebote. Die Digitalisierung verändere die Welt zwar drastisch, sorge aber nicht für mehr Wachstum – und vor allem nicht für mehr Wohlstand auf breiter Basis. Als Beispiel für seine Bewertungen nennt er das Unternehmen Uber, das mit seinen weltweit rund 6.500 Mitarbeitern auf einen Unternehmenswert von bis zu 70 Milliarden Dollar komme. BMW hingegen mit seinen 122.000 Angestellten lediglich auf 47 Milliarden. Uber produziert nichts, BMW bekanntermaßen Autos. Gordon geht deshalb mit den von ihm als Techno-Optimisten bezeichneten Start-Uppern hart ins Gericht. Die guten Jahre seien vorbei, die Erfindungen nicht mehr bahnbrechend genug. Die Industrie 4.0 sei kein Allheilsbringer.

Kommt der künstliche Konsument?

Der wichtigere Punkt ist aber der: Was passiert eigentlich, wenn eine Fabrik keine oder nur noch sehr wenige Arbeiter benötigt? Prognosen des World Economic Forum sehen einen weltweiten Wegfall von fünf Millionen Jobs bis ins Jahr 2025. Das ist nicht mehr lang hin. Lediglich 2,1 Millionen neue Jobs sollen geschaffen werden. Das deutsche Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht davon aus, dass wir in Deutschland im gleichen Zeitraum 490.000 Arbeitsplätze verlieren werden. Gut 430.000 neue sollen entstehen. Beide Studien haben gemeinsam, dass sie vor allem „Blaumannjobs“ verschwinden sehen. Der Lackierer, Zerspanungstechniker oder Industriemechaniker wird in Zukunft einfach nicht mehr gebraucht. An seiner Stelle werden wir vernetzte Roboter haben.

Deutsche Gewerkschaften und Betriebsräte werden es schon richten, sagen die Gegenstimmen. Ich halte das für unwahrscheinlich. Schon immer wurde rationalisiert, was rationalisiert werden konnte, umstrukturiert, was sich umstrukturieren ließ. Dafür ist der wirtschaftliche Zwang einer globalisierten Welt einfach zu groß. Wenn aber immer weniger Arbeiter und immer mehr Denker benötigt werden, deren Anzahl in der Regel schlicht geringer ist, was passiert dann mit der Gesellschaft? Philip Kovce forderte vor der Schweizer Abstimmung über das bedingungsose Grundeinkommen die Grundsicherung als Konsequenz einer neuen Industrialisierung, in der immer weniger Arbeiter, aber gleichbleibend viele Konsumenten in der Gesellschaft lebten. Sogar die Hipster im Silicon Valley denken laut darüber nach. Erschaffen oder erhalten wir uns als Gesellschaft also künstlich einen Konsumenten? Schließlich muss irgendwer ja auch das Geld haben, die neuen Produkte zu kaufen, die neuen Dienstleistungen zu nutzen.

Was mir deshalb fehlt, ist ein echtes wirtschaftliches und politisches Zukunftsmodell. Eines, das alle Bevölkerungsschichten einbindet und partizipieren lässt. Es ist Zeit, etwas zu tun. Denn die Digitalisierung kommt mit großen Schritten. Klar wird mir beim Verfolgen der Diskussion vor allem eines: Der Schritt in eine neue industrielle Zukunft gelingt nur, wenn der Mensch daran beteiligt ist – und zwar in all seinen möglichen Funktionen. Als Unternehmer, Mitarbeiter, kreativer Denker, Konsument und vor allem – als Mitglied der Gesellschaft.

Cornelia Nyhof und Tim Schmidt verstärken das Sympra-Team

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Tim Schmidt (42) ist seit August Senior Consultant bei der Agentur Sympra in Stuttgart. Zuvor war er Pressesprecher für das Landeskommando Baden-Württemberg der Bundeswehr in Stuttgart. Als Ressortleiter des ministeriellen Wochenblatts des Verteidigungsministeriums war er u.a. für die Berichterstattung aus den Einsatzgebieten der Truppe verantwortlich. Zudem war er Redakteur bei verschiedenen PR-Agenturen (z. B. SchaalTrostner und Vox Mundi) und federführend an der Entwicklung IT-Podcasts von Handelsblatt beteiligt. Bei Sympra betreut Tim Schmidt insbesondere Kunden aus den Bereichen Automotive und IT.

Cornelia Nyhof (34) ist ebenfalls seit August als Consultant für die Agentur tätig. Sie war davor vier Jahre lang Pressereferentin beim internationalen Projektmanagement- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer. Zuvor arbeitete sie als PR-Beraterin bei ergo Unternehmenskommunikation und bei Dr. ZitelmannPB. sowie in der Pressestelle von Issey Miyake Europe. Die studierte Kommunikationswissenschaftlerin unterstützt das Sympra-Team im Bereich Bildung, Wissenschaft und Stiftungsarbeit.

„Wir freuen uns, dass wir Cornelia Nyhof und Tim Schmidt für unser Team gewinnen konnten. Mit ihren umfangreichen beruflichen Erfahrungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sind sie eine echte Bereicherung für unsere Agentur“, sagt Sympra-Geschäftsführer Veit Mathauer.

 

 

Über Sympra

Sympra GmbH (GPRA) ist eine auf B2B-Themen spezialisierte Agentur für Öffentlichkeitsarbeit mit Hauptsitz in Stuttgart und Zweigstellen in München und Berlin. www.sympra.de.

 

Kontakt für die Redaktion:
Veit Mathauer und Veronika Höber
c/o Sympra GmbH (GPRA)
Stafflenbergstraße 32, 70184 Stuttgart
Tel. 07 11/9 47 67-0, E-Mail pr@sympra.de

Sympra ist ‘n Top-Arbeitgeber – steht jetzt auch in w&v

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In ihrer aktuellen Ausgabe (Heft 32/2016) berichtet die w&v, Deutschlands führendes Wochenmagazin für die Kommunikations- und Medienbranche, darüber, was für ein bemerkenswerter Arbeitgeber Sympra ist. Zum Nachlesen gibt’s die ganze Story hier. Mit unserem Programm create5 geht’s demnächst weiter.

Arbeitsplatz 2.0 – Update fehlgeschlagen

Wir arbeiten per OpenOffice gemeinsam an Dokumenten, planen Geburtstagsgeschenke in unseren individuellen WhatsApp-Gruppen, und die Bilder der letzten Party geben wir per Dropbox blitzschnell an alle Gäste weiter. Und das Beste: Wir tun es von überall aus! Leider ist von dieser digitalen Vernetzung im Berufsleben nicht viel zu spüren. Im Gegenteil: In den meisten Fällen versprühen Konzern- und Agenturbüros noch immer den Charme der Jahrtausendwende.

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Ich bin Studentin und habe die letzten fünf Jahre durch Praktika und Werkstudentenjobs hinter die Kulissen von vielen Unternehmen schauen dürfen. Digitale Kollaboration? Fehlanzeige. Dazu eine kleine Anekdote: Voller Erwartungen an perfektionierte Arbeitsabläufe begann ich letztes Jahr ein Praktikum bei einem renommierten, international aufgestellten Konzern. Einst hatte ich die unliebsame Aufgabe Vorträge zu transkribieren. Doch niemand wusste, wie ich an die Videos der Vorträge komme. Also quälte ich mich durch eine Kurzwahlliste, um nach unzähligen erfolglosen Telefonaten endlich den richtigen Ansprechpartner am (Kabel-)Telefonhörer zu haben. Zwei Tage später bekam ich dann per Hauspost eine CD (!) mit den benötigten drei Dateien. Spätestens zu diesem Zeitpunkt akzeptierte ich, dass digitale Vernetzung in deutschen Büros ein Phantomdasein führt.

Dabei könnte es doch so einfach sein!

Es gibt zahlreiche Softwareanbieter, die sich auf interne und externe Unternehmenskommunikation spezialisiert haben. In den meisten Unternehmen, die ich monateweise unterstützt habe, stehen den Mitarbeitern auch solche Programme zur Verfügung, nur nutzt sie fast niemand. In besagtem Konzern versuchte zumindest noch ein motivierter Mitarbeiter der Abteilung vergeblich das Langzeitprojekt namens Wiki voranzutreiben. Wer braucht auch schon Kollaborationsplattformen, wenn es doch die gute alte E-Mail gibt?! Und so sitzt man täglich vor seinem vollen Posteingang und versucht sich einen Weg durch den persönlichen E-Mail-Dschungel zu bahnen, ohne dabei die Nerven zu verlieren. Wer dabei zwischen Rundmails, Fragen der Kollegen und Arbeitsaufträgen noch die E-Mails des Kunden findet, gewinnt!

Bei der Veranstaltung der bwcon SIG „Future Business“ bringt es Dr. Josephine Hofmann, Leiterin des Competence Centers Business Performance Management beim Fraunhofer IAO, auf den Punkt: „An sich ist nicht die Technik das Problem – Organisation und Kulturwandel sind die ausschlaggebenden Faktoren bei der erfolgreichen Etablierung einer digitalen, vernetzten Arbeitswelt.“ Dabei seien Verhaltensentwicklung und Mitarbeitereinbindung das A und O. Man müsse zunächst die Medienkompetenz der Mitarbeiter stärken und herausfinden, welche Form der Digitalisierung wirklich zum Unternehmen passt. Anschließend sei ein langer Atem gefragt, denn ein derartiger Kulturwandel sei ein strategisches, zeitintensives Projekt. Daher sei es oft sinnvoll, diesen Prozess unter externer Anleitung zu durchlaufen. Ich persönlich halte die unternehmensweite Einführung von Skype for Business schon einmal für einen guten Anfang, aber man will ja nicht zu viel verlangen.

Wenn Sie andere Erfahrungen gemacht haben und sie mit mir teilen möchten, schicken Sie mir daher am besten einfach eine E-Mail ;).

Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe der Special Interest Group (SIG) „Future Business“ der Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg Connected (bwcon) referierte am 14. Juli 2016 unter anderem Dr. Josephine Hofmann über die Bedeutung von digitaler Transformation für Unternehmen und Organisationen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe stehen insbesondere die Gestaltung von Geschäftsprozessen, damit sich Unternehmen und Institutionen auf verändernde Business- und Servicemodelle, auf neue Märkte und Kunden, die Kreation innovativer Produkte sowie auf die Ansprüche junger Mitarbeiter einstellen können. Ebenso die Beantwortung von Fragen bzgl. der Einbindung von Social Media, der Einführung eines systematischen Ideenmanagements oder der Arbeitsplatzgestaltung. Sympra-Geschäftsführer Veit Mathauer ist Mitglied im Board der SIG und organisierte den Abend mit. Die nächste Veranstaltung findet am 12. Oktober 2016 statt; dann geht es um die Herstellung von Publikationen: Hat das gedruckte Magazin noch eine Zukunft?

10 Jahre PRN – eine Bilanz

(oder: PR auf internationalem Level ist gar nicht so einfach!)

Am vergangenen Wochenende feierte das Public Relations Network (PRN) bei der Mitgliederversammlung in Zürich sein zehnjähriges Bestehen. Sympra ist Gründungsmitglied, wir betreuen das PRN-Sekretariat, und ich bin Chairman des fünfköpfigen Boards. Wir betreuen jetzt schon eine Dekade lang länderübergreifende Projekte. Wir dürfen also, glaube ich, zurecht behaupten, dass wir Erfahrung in Sachen internationale PR haben.

1. Die Anfänge

Der erste Sympra-Kunde kam 1992 aus England. Über einen privaten Kontakt in London kam damals ein US-Unternehmen auf uns zu, das Videokonferenzsysteme auf den deutschen Markt bringen wollte. Wir konnten hier erfolgreich unterstützen, Kunde und Partneragentur waren glücklich. Als wir zwei Jahre später ein Projekt in UK hatten und die Agentur anriefen, wusste dort mit dem Namen „Sympra“ leider niemand mehr etwas anzufangen. Ähnlich ging’s uns später in Singapur und in Frankreich.

Zu Zeiten den New Economy betreuten wir ein am Neuen Markt notiertes Hightech-Unternehmen. Wir hatten den Auftrag, dafür zu sorgen, dass auf der Detroit Motor Show, dem Autosalon Paris und dem Turiner Autosalon Fachjournalisten den Stand besuchten. Das hat geklappt dank einer Französin und einer Italienerin, die wir kurzfristig rekrutierten, und einem US-Journalisten, die wir zufällig kannten. Der Aufwand war gewaltig und nicht wirklich nachhaltig.

Medienarbeit in anderen Ländern von Leinfelden-Echterdingen oder von Stuttgart aus zu betreiben, ist kaum möglich.

2. Warum ein Network?

2005 folgten wir der Einladung der italienischen Soluzione Group nach Mailand, die dort ihr Vorhaben der Gründung eines europäischen Agenturverbunds vorstellten. Dies kam unseren damaligen Überlegungen in Sachen Internationalisierung sehr entgegen. Wir wollten unseren Agenturkontakten nicht nur einen organisatorischen Rahmen geben, sondern die Kontakte nachhaltig ausbauen und als Marke positionieren. Fünf Agenturen beschlossen zusammenzuarbeiten und im Erfolgsfall ein Jahr später ein Network zu gründen. Erste internationale Aufträge kamen schnell, im Juni 2016 unterzeichneten wir in London das Gründungsprotokoll. Das Public Relations Network (PRN) war installiert.

Aus fünf Agenturpartnern sind inzwischen mehr als 20 geworden, das ursprünglich europäische Network ist längst ein globales geworden.  

 3. Kurze Wege zu Freunden

Unser internationales Network ist für uns schnell zur essenziellen Infrastruktur zum Bearbeiten von internationalen PR-Kampagnen geworden. Wir treffen die meisten unserer Partner zwei Mal pro Jahr bei den Mitgliederversammlungen, manche auch unterjährig, mit vielen stehen wir in Kontakt, weil wir gemeinsame Projekte betreuen. Wir wissen, wie unsere Kollegen ticken, welche Informationen sie für die Bearbeitung ihrer Märkte benötigen und vor allem: dass sie Leistungen in höchster Qualität liefern – ob sie in den USA, in Frankreich, in Südafrika oder in China sitzen. Die Teams sind eingespielt, man kann sich aufeinander verlassen, Zusagen werden gehalten. Viele internationale Projekte gehen uns einfach von der Hand

Zusammen mit unseren PRN-Partnern betreuen wir z.B. einen Anlagenbauer bei der Fachpressearbeit in zwölf Ländern und eine Stiftung in zehn Ländern. In viele Projekte sind zwei, drei oder vier PRN-Agenturen involviert. Gut ein Drittel unserer Projekte haben eine internationale Komponente.    

4. Der Aufwand ist groß

Reicht es, um internationale PR anzubieten, wenn man ein paar Kollegen im Ausland kennt? Vielleicht. Genügt es, wenn man angibt, im Auftragsfall schnell jemanden in Amerika oder Afrika zu finden? Definitiv nicht. Wir haben über die GPRA-Mitgliedschaft von Sympra und über meine DPRG-Mitgliedschaft Zugang zu den jeweiligen internationalen Dachorganisationen – was aber gar nichts bringt, wenn man nicht weiß, welche Agentur sich hinter einem Namen oder einer Webadresse verbirgt und wie diese arbeitet. Eine Website ist geduldig, ihre Inhalte können alt oder schlichtweg falsch sein.

Am einfachsten lässt sich ein Agenturkontakt halten, wenn man sich zu einem gemeinsamen Projekt austauscht. Nicht immer gibt es diese Projekte. Dann ist es wie bei einer Freundschaft: Man muss in die Beziehung investieren, sich regemäßig melden, Erfahrungen austauschen, sich besuchen. Bei PRN haben wir dazu Plattformen auf Facebook und LinkedIn eingerichtet, wir halten Webinare ab und verabreden uns zu Telkos, in denen wir uns regelmäßig zu vorab definierten Themen austauschen. Als Boardmitglied und als Leiter des Sekretariats haben wir hier eine besondere Verpflichtung und damit eine besondere Chance.

Mit unserer Mitgliedschaft im Agenturverbund PRN haben wir für Sympra einen USP geschaffen, der Nutzen wir unsere Kunden und damit für uns stiftet. Das Netzwerk am Laufen zu halten ist ziemlich anstrengend, macht viel Spaß und bringt uns einen positiven ROI. Den Vorsprung, den wir hier haben, werden wir weiter ausbauen. 

 

 

Vertreter der PRN-Mitgliedsagenturen aus zwölf Ländern bei der Mitgliederversammlung in Zürich im Juli 2016.

 

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