Tag 2: Sympra @ 100 Stunden Morgen – eine Woche über digitale Zukunft und Innovation

Festivalatmosphäre mit spannenden Keynotes, inspirierende Workshops, faszinierende Technologie-Showcases: Das verspricht das neue Veranstaltungsformat der IHK Region Stuttgart. 100 Stunden Morgen: Themenwoche zur digitalen Zukunft und Innovation im Mittelstand behandelt Themen, die Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels beschäftigen – oder beschäftigen sollten. Ob Informations- und Lösungsangebote für Unternehmen oder Workshops, in denen selbst Hand angelegt werden kann: in den 100 Stunden an fünf Tagen ist alles dabei. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Daher sind jeden Tag zwei Sympra-Kollegen vor Ort und berichten über #neuartigeGeschäftsmodelle #TechnologienvonMorgen #Innovationsmethoden #Experimentierräume #OpenInnovation und #Startups.

Raus aus der Komfortzone!
mit Veronika Höber und Rebecca Weiand-Schütt

Nein, wir unterhalten uns nicht mehr über das „Ob“. Dafür hat das „Wie“ der digitalen Transformation so viele Facetten, dass es den klärenden Gesamtüberblick nicht gibt. Darum ist es gut und wichtig, sich ab und an zu fragen: Was passiert hier eigentlich? Und: Wo genau stehen wir? Dafür bot der zweite Tag der Veranstaltung #100hMorgen der IHK Stuttgart eine gute Gelegenheit.

Erfolg als Bremse
Eine irritierende Erkenntnis vorab: Uns geht es gut – und das ist schlecht. Denn tatsächlich scheint es auf den ersten Blick unsinnig, ein funktionierendes, Gewinn bringendes Geschäftsmodell disruptiv über den Haufen zu werfen und gänzlich neu zu denken. Mit dem Schaudern des Voyeurs betrachten wir aus vermeintlich sicherer Entfernung die sattsam bekannten Beispiele, wo branchemfremde Plattformkapitalisten alterhergebrachte Branchen durcheinanderwirbeln. Betrifft uns das? Wirklich? Ja, das tut es!

Konkurrenz aus ungeahnter Richtung
Deswegen geht es auch weniger darum, das Kind mit dem Bad auszuschütten, sondern mit einem zweiten Blick sehr genau hinzuschauen. Etwa, was es bedeutet, dass wir in Anwendungdomänen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie oder im Dienstleistungsbereich zwar hervorragend aufgestellt sind, sich aber beispielweise jetzt auch IT-Unternehmen mit dem Thema autonome Fahrzeuge oder Finanzierungsangebote beschäftigen. Wenn neue Player über digitale Marktplätze den Kundenkontakt übernehmen. Wenn bislang analoge Produkte vollständig digital werden. Wenn das lebenszyklusorientierte Geschäftsmodell Services abtreten muss. Und wenn noch dazu das alles ganz und gar im Sinne des Kunden ist.

Keine Panik
Es lohnt sich nicht nur, es ist einfach schlicht notwendig, mit Mut und Verstand, vor allem aber mit einer großen Offenheit und Kreativität der Frage nachzugehen, wo die Digitalisierung nicht nur ihr disruptives Potenzial entfaltet, sondern auch Enabler neuer Geschäftsmodelle in meiner Domäne sein kann. Das bedeutet nicht, der konventionellen Wertschöpfung eine generelle Absage zu erteilen. Aber es heißt, mal der operativen Hektik ganz energisch zu verbieten, für geistige Windstille zu sorgen. Auch bislang gänzlich Abwegiges zu Ende denken. Horizontale, offene Netzwerke zu knüpfen und dann ja nicht zu versuchen, die neue Geschäftsmodellidee in die vertikale Struktur zu pressen. Überhaupt: Innovationscenter, Ausgründungen, Start-ups oder welche Form auch immer so eine Idee annehmen kann, dürfen gerne auch räumlich ein wenig entfernt sein vom Erfüllungsort des bisherigen Kerngeschäfts. Denn ja, es kann in der Tat passieren, dass man sich zunächst nur ein wenig selbst kannibalisiert, am Ende des Tages aber vielleicht sogar das bestehende Geschäftsmodell obsolet wird. Und die Cases zeigen: Das ist richtig erschütternd, aber eben auch nicht der befürchtete Untergang.

Von den Gamern lernen
Vielleicht, der Gedanke sei am Schluss hier noch erlaubt, bringt uns die Digitalisierung dem noch einmal näher, was wir alle ja als unsere vornehmste Aufgabe sehen – dem Kundennutzen zu dienen. Die Gaming-Branche hat es vorgemacht und den Kunden mit der Idee des user-generated Content gleich einen aktiven Part im Geschäftsmodell zugewiesen. Das bedeutet ein völlig neues Mindset, nicht nur bei den Entwicklern. Und das Verständnis aller Beteiligten dafür, dass die digitale Transformation als strategische Antwort verstanden werden muss auf die älteste Frage aller Unternehmen: Wo stehen wir heute und wo wollen/müssen wir morgen sein?

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