Zum ersten Mal auf einer LAN-Party – und dann gleich eine mit LTE

LAN-Party

Auch mit fortgeschrittenem Alter gibt es immer noch eine Menge Dinge, die ich noch nie gemacht habe, zum Beispiel eine LAN-Party besuchen. Da kam mir die Einladung unseres Kunden Alcatel-Lucent gerade recht: Am vergangenen Wochenende fand die erste LTE&LAN-Party auf dem Campus des Unternehmens statt und ich sollte darüber berichten.

LAN-Partys, das sind diese Events, bei denen sich einige Hundert junge Menschen mit ihren PCs in einer Turnhalle einschließen, sich von Pizza und Cola ernähren und sich nach 48 Stunden Dauergedaddel mit schwarzen Ringen unter den Augen und ihrem PC unterm Arm wieder auf den Heimweg machen. Warum man sich zum Computerspielen real treffen muss, wenn das Ganze doch sowieso virtuell und über das Web vonstatten gehen kann, hatte ich mich schon immer gefragt. Also, ab nach Zuffenhausen!

Gaming gehört zu den Anwendungen, die zu dazu beitragen, dass die Telekommunikationsinfrastruktur immer schneller und leistungsfähiger ausgebaut werden muss. Anspruchsvolle Grafik und komplexe Spielverläufe erfordern hohe Bandbreiten und kurze Reaktionszeiten des Netzes. Bislang waren fürs Spielen immer Kabel notwendig, künftig werden auch in Mobilfunknetzen Autorennen, Fußballspiele oder Verfolgungsjagden überall am Notebook möglich sein. Dafür soll LTE (Long Term Evolution) sorgen, die 4. Generation (4G) von Mobilfunksystemen, eine Weiterentwicklung der UMTS- und HSDPA-Technologie. Sie ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s im Downlink (Daten aus dem Web übertragen) und bis zu 50 Mbit/s im Uplink (Daten über das Web zum Server übertragen). Die sogenannte Latenzzeit, also die Wartezeit bis eine Aktion im Netz ausgeführt wird, beträgt gerade einmal 10 Millisekunden – im Vergleich zu 60 Millisekunden im derzeitigen Mobilfunknetz. Dies ist gerade für Gamer wichtig, denn die Positionsdaten müssen zwischen den Spielpartnern sehr schnell ausgetauscht werden, damit diese genau wissen, wo sich wer gerade bewegt. Die hohen Bandbreiten sind nötig, damit Bewegungen ruckelfrei und die virtuellen Welten mit vielen Details dargestellt werden können. Die Besonderheit der LAN-Party bei Alcatel-Lucent war also, dass zehn der Notebooks mit LTE-Modems ausgestattet waren, also via Mobilfunk in das Spielgeschehen eingebunden waren.

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Der große Konferenzzentrum im Alcatel-Lucent-Headquarter war so möbliert, wie man es von LAN-Partys her kennt: lange Tischreihen, an denen die Teilnehmer vor ihren mitgebrachten PCs, Laptops und Monitoren saßen. So, wie jeder Radfahrer sein spezielles Bike hat, jeder Kegler seine Schuhe und jeder Minigolfspieler seine persönlichen Schläger, so bringt auch hier jeder Gamer sein ganz besonderes Equipment mit: Der eine schwört auf seinen PC mit gewaltigem Towergehäuse, der andere nutzt eine Tastatur, die ungefähr doppelt so viele Tasten hat wie meine, der nächste bringt einen Riesenmonitor mit, wieder ein anderer kann am Besten mit einem Röhrenbildschirm. Die Gamermaus, das habe ich auch gelernt, ist grifffest durch gummibeschichtete Kanten, extrem genau, hat mehrere Umschalter für die Bewegungsgeschwindigkeit und lässt sich durch Einsetzen von Gewichten ganz den individuellen Bedürfnissen anpassen.

Ich versuche mich in einem Autorennen an einem mit LTE-Modem ausgestatteten Notebook. Wie ich mitbekomme, spielt mit mir Michael, eine Tischreihe vor mir, und ein weiterer Spieler, den ich im Raum nicht ausmachen kann. Ich bin überhaupt nicht rennerfahren und so ist Michael schon im Ziel, als ich noch im ersten Drittel der Strecke von Leitplanke zu Leitplanke schlittere. Meine drei Finger bewegen sich wahrscheinlich nicht halb so schnell auf den Cursortasten wie die von Michael. Im vierten Rennen lande ich auf Platz zwei, denn Michael schaut parallel zum Rennen ein Video in HD-Qualität an. Neben mir beschäftigt sich eine junge Dame gerade damit, zusammen mit einigen phantastischen Wesen eine Stadt aufzubauen, gleichzeitig die benötigten Ressourcen zu beschaffen, gleichzeitig Dinge zu verkaufen und gleichzeitig das Land gegen unflätige Angreifer zu verteidigen. Das geht alles arg schnell, der Bildschirm zeigt nicht nur die Landschaft aus unterschiedlichen Perspektiven, sondern auch ein ganzes Dashboard an Diagrammen, Anzeigen und Statusanzeigen, die sich, wenigstens gefühlt, ununterbrochen verändern. Die Dame spielt aber seelenruhig; ich mutmaße, dass sie über ihren Kopfhörer entweder sanfte Klänge oder das furchtbare Säbelrasseln der Angreifer hört. Ach ja: Einen Kopfhörer haben sie fast alle auf – entweder um Musik zu hören oder um den Mitspielern im eigenen Team, dem Clan, Anweisungen zu geben oder vielleicht auch nur, um die heftige Musik im Raum etwas zu dämpfen.

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Faszinierend ist die gute Stimmung bei allen fast 40 Gamern. René erklärt mir, wie toll das gemeinsame Spielerlebnis in der Gruppe ist, wie schön, sich mit Freunden und Gleichgesinnten zu treffen und im sportlichen Wettkampf gegeneinander anzutreten. Ich glaube ihm das und kann mir vorstellen, dass es wirklich viel Spaß macht, 30 Stunden mit kurzen Unterbrechungen mit- und gegeneinander zu spielen, zwischendurch was zu essen (der Veranstalter hat dafür gesorgt, dass es nicht nur Pizza gibt) und zu trinken (Cola war schon nach kurzer Zeit alle), oder auch mal im Ruheraum nebenan eine Weile zu schlafen.

Die Spieler sind alle mindestens 18 Jahre alt, was für manche Spiele auch dringend erforderlich ist. Jüngere Spieler oder die Kinder von älteren Spielern haben im Vorraum die Möglichkeit, sich als Guitar Hero zu versuchen oder mithilfe der Wii zu kegeln und zu golfen.

Sicher: Nicht jedes Computerspiel gehört in die Kategorie „besonders wertvoll“, und als Erziehungsberechtigter betrachtet man einige Spiele kritischer als dies der eine oder andere Gamer tut. Ich habe bei meinem Partybesuch aber gelernt, dass es auch eine Menge richtig toller, zum Teil sehr komplexer und anspruchsvoller Spiele gibt; Spiele, die man zusammen mit Menschen spielt, die man soeben zum ersten Mal live getroffen hat und mit denen man nun ein Team bildet. Die Funktionalität und Optik der Spiele sind faszinierend, zum Teil haben sie fast Spielfilmqualität.

Für unseren Kunden Alcatel-Lucent ist die Veranstaltung ebenfalls eine interessante Erfahrung, denn die Ingenieure, die die Infrastruktur für die Party aufgebaut haben, können demonstrieren, dass das LTE-Mobilfunknetz den hohen Anforderungen der Spieler standhält. Damit sind die Grundlagen dafür gelegt, dass Onlinegames künftig nicht mehr an den großen PC zu Hause (oder im Büro) gebunden sind. Notebooks, Smartphones und Tablet-PCs sind das Gamerequipment von morgen.

Read the story on Alcatel-Lucent’s corporate blog: http://bit.ly/bg1nk9

Über den Verfasser

Veit Mathauer ist einer der beiden Geschäftsführer von Sympra. Wirtschaftswissenschaftler, Journalist, PR-Mensch, Boardmitglied im internationalen Public Relations Network (PRN) und Blogger. Ansonsten auch in den einschlägigen sozialen Netzwerken zu finden.

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Kommentare zu diesem Post

Rene Baumann

Hallo Herr Mathauer,

ein gelungener Beitrag. Gefällt mir sehr gut!
Vielleicht kann ich sie ja mal dazu animieren ein ganzes Wochenende teilzunehmen.

Viele Grüße
Rene Baumann

Veit Mathauer

Lieber René Baumann! Gerne - davor muss ich aber noch kräftig üben! VM

btw. Haben Sie einen Tipp für ein gutes Racinggame für einen Mac, nicht zu teuer, aber tolle Optik?

Rene Baumann

Das ist schwer... Ich hab gerade mal versucht etwas zu finden, ist aber schwer. Trackmania Nations Forever geht anscheinend, wenn man ein Zusatztool mit dem Namen CrossOver herunterlädt. Das ist aber anscheinend nicht kostenlos. Man kann aber eine Trial-Version für eine Zeit lang nutzen. Damit sollen Windows-Spiele funktionieren. Einfach mal anschauen.
Der Link: http://www.codeweavers.com/products/cxgames/

Trackmania Nations Forever hat mit entsprechenden Einstellung eine sehr gute Grafik.
Die Need For Speed Spiele kann ich ebenfalls sehr empfehlen.

Ich hoffe ich konnte ihnen dennoch helfen.

Viele Grüße
Rene

Michael Henke

Ich wurde in dem Artikel ja gleich mehrfach erwähnt! :P
Freud mich sehr, wenn "Außenstehende" ein bisschen von der Faszination dahinter miterleben können.
Es war eine super Veranstaltung, obwohl, zumindest laut der einschlägigen Presse, ein solches Event eigentlich unmöglich sein sollte, da fast ausnahmslos Killerspielspieler anwesend waren ;)

Alcatel-Lucent: LTE als LAN-Party Netzwerk | Aktuelles | Der LTE Experte

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