Was ist eigentlich Sharing und darf ich damit Geld verdienen?

share-1314738„Sharing is Caring“ heißt es ja so schön im Englischen. Nur: Stimmt das eigentlich? Auf der Augsburger Fachkonferenz i-share wurden erste Forschungsergebnisse des Münchner Arbeitskreises zur Sharing Economy vorgestellt. Doch schon mit der Begriffsbestimmung tun sich die Forscher schwer. Die Sharing Economy ist einfach zu divers, um sie genau zu bestimmen. Klar ist, es geht um Teilen – und geteilt wird eine Menge, vom Auto, über die Bohrmaschine bis hin zur Einliegerwohnung. Ob damit jemand, also ein Unternehmen oder ein Privatmensch, auch etwas verdienen und dementsprechende Gewinne erwirtschaften darf, ist schon wieder eine andere Frage. Und da scheiden sich die Geister. Da wird’s auch ganz schnell philosophisch.

Wirklich spannend finde ich die aktuelle Entwicklung an „Geschäftsmodellen“, die eben eigentlich keine sind. Non-Profit-Organisationen sind im Trend. Studien über die geschichtliche Entwicklung der Sharing Economy zeigen eine deutliche Tendenz hin zur Tauschgesellschaft. Ob dies auch eine Rückbesinnung auf den Nächsten, den Nachbarn, das Viertel oder zumindest die Kleinstadt ist, muss sich noch zeigen. Vielleicht wird das „Viertel“ durch die Möglichkeiten der Digitalisierung auch nur etwas größer als früher, kommt aber zumindest als Gedanke zurück. Denn die Community ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der Sharing Economy, sondern erst recht der Non-Profit-Modelle. Auch wollen sich die Forscher noch nicht darauf festnageln lassen, diese Entwicklung gleich als Gegentendenz zur wachsenden Globalisierung, Digitalisierung und Monetarisierung anzusehen. Ob die mit den genannten Phänomenen mitschwingenden Ängste ein echter Grund sind oder nicht, muss sich zeigen. Sichtbar ist die Entwicklung dennoch.

Klar ist aber auch, dass natürlich alle profitorientierten Modelle der Sharing Economy die wirklichen Player sind – auch global. Doch die Non-Profit-Ideen werden nicht nur mehr, sie wachsen auch. Aktuell aber dominieren Unternehmen wie der Fahrdienstservice Uber den Wirtschaftsbereich mit enormen Zahlen. Dabei zählt sich das Unternehmen selbst nicht mal wirklich dazu, wie Fabien Nestmann in seiner Keynote zugab. Recht hat er. Denn geteilt wird da eigentlich nix. Und wenn man ehrlich ist, ist Uber nichts anderes als ein besseres, digital getriebenes Taxiunternehmen.

Gewinne, so will es David Weingärtner von OuiShare aus München sehen, sind nichts Schlechtes. Die Geschäftsmodelle sollen aber zum gesellschaftlichen Gemeinwohl beitragen. Heißt: Es ist schon ok, wenn jemand Geld mit seiner Arbeit verdient, nur bitte soll das nicht die Hauptmotivation seines Handelns sein. Also wenn schon Kohle scheffeln, dann bitte mit der Gesellschaft im Fokus. Klingt nicht schlecht. Ob das funktioniert? Schön wär’s.

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Über den Verfasser

Tim S. Schmidt ist seit über zehn Jahren im Bereich Kommunikation tätig, darunter als Redakteur für Printmedien und Privatfunk, Online und Social Media, Pressesprecher und PR-Berater. Bei Sympra ist er seit August als Senior Consultant in den Bereichen IT und Automotive eingesetzt.

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