Von Wild Ducks und der goldenen Mitte

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Gut besucht war der gestrige Vortragsabend der Initiative Zukunftsfähige Führung (IZF) zum Thema „Was hat Innovation mit Führung zu tun?“: Rund 200 Interessierte waren hierfür ins neue Gebäude der IHK in Stuttgart gekommen. Sie bekamen zunächst einen faszinierenden Einblick in die Führungsphilosophie des renommierten Weizman Institute of Science in Israel und in die Welt der zirka 2.500 dort arbeitenden Forscher durch den Präsidenten der unabhängigen Forschungseinrichtung, Prof. Dr. Daniel Zajfman. „Wir investieren in exzellente Menschen mit exzellenten Ideen: Wir heuern Wissen, Neugierde und Leidenschaft für die eigenen Ideen an“, erklärte der Physiker. Damit Innovationen entstehen könnten brauche es Weitblick, Vertrauen und Geduld, so seine Erfahrung.

Anschließend stellte Otto Ottow, Personalvorstand des IBM Laboratoriums in Zürich, die Prozesse und Rahmenbedingungen seiner Forschungseinrichtung vor. Er zeigte anhand des dortigen Forscheralltags das Dilemma der Führungskräfte auf, zwischen Unternehmensvorgaben und Kreativität der Wissenschaftler, zwischen dem Einzelnen und dem Team sowie zwischen Langzeitforschung und Vierteljahresprojekten den goldenen Mittelweg zu finden. „Vielfalt gepaart mit Hochleistungskultur sind die Prozessbeschleuniger in unserer Einrichtung“, beschrieb Ottow die Unternehmensphilosophie. Doch genauso wichtig seien die sogenannten Wild Ducks, die Freigeister unter den Forschern. Hier mit Blick auf zielorientierte Prozesse begleitend zu unterstützen, darin sehe er die größte Herausforderung des Managements im Bereich Forschung.

Einige der durch die beiden Redner vorgetragenen Punkte gingen auch in die anschließende Podiumsdiskussion mit an Stefan Roell, Vorstandsvorsitzender der Zwick Roell AG, und Edith Koerber, Intendantin des Theaters tri-Bühne, ein. Kurzfristig sprang Otto Ottow als dritter Teilnehmer für den verhinderten Staatssekretär Klaus-Peter Murawski ein. Moderiert durch den Journalisten Klaus Haasis war es ein spannendes Gespräch rund um die verschiedenen Situationen, Bedingungen und eigenen Ansprüche an das Thema Führung. Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass die Kommunikation hier eines der wichtigsten Instrumente sei. Gegen Ende der Veranstaltung wurde der Diskurs für das Publikum geöffnet – das engagiert die Chance zur Auseinandersetzung nutzte.

 

Bild: IZF/ M. HarmsSchlaf

Über den Verfasser

Martina Hönekopp ist Senior Consultant bei Sympra und betreut u. a. Themen aus Wissenschaft, Automotive und Anlagenbau. Ende der 1990er-Jahre begann sie ihre berufliche Karriere bei Sympra, wechselte nach sechs Jahren auf Redaktionsseite (Staatsanzeiger, Schwäbischen Tagblatt). Seit 2012 wieder bei Sympra.

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