Tag 5: Sympra @ 100 Stunden Morgen – eine Woche über digitale Zukunft und Innovation

Festivalatmosphäre mit spannenden Keynotes, inspirierende Workshops, faszinierende Technologie-Showcases: Das verspricht das neue Veranstaltungsformat der IHK Region Stuttgart. 100 Stunden Morgen: Themenwoche zur digitalen Zukunft und Innovation im Mittelstand behandelt Themen, die Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels beschäftigen – oder beschäftigen sollten. Ob Informations- und Lösungsangebote für Unternehmen oder Workshops, in denen selbst Hand angelegt werden kann: in den 100 Stunden an fünf Tagen ist alles dabei. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Daher sind jeden Tag zwei Sympra-Kollegen vor Ort und berichten über #neuartigeGeschäftsmodelle #TechnologienvonMorgen #Innovationsmethoden #Experimentierräume #OpenInnovation und #Startups.

Von Blockchain zu Sozialwissenschaften – der letzte Tag
mit Constanze Trojan und Isabelle Hirsch

Nach einer Woche voller Innovationen rund um digitale Transformation stand der letzte Tag der Veranstaltung #100hMorgen unter dem Motto „Digitale Kulturen für Morgenmacher“. Digitale Kulturen? Nein, es ging dabei nicht um die Unterschiede verschiedener Nationen und ihre Fortschritte. Es handelte sich um zwei Themen, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Blockchain und der Wandel in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung.

Keine Angst vor der Blockchain
Blockchain – irgendwie hat jeder schon davon gehört, aber so richtig ernst nehmen tun das nur wenige. Dabei sind Blockchain und Kryptowährung in vielen Bereichen auf dem Durchmarsch. Erste Kurse zum Thema bieten sowohl die Frankfurt School of Finance & Management als auch die Hochschule Mittweida. Und auch Stuttgart braucht sich nicht zu verstecken – nach Berlin zählt die baden-württembergische Landeshauptstadt zur zweitgrößten Blockchain Stadt in Deutschland, da sich neben zahlreichen hier ansässigen Unternehmen und Banken auch die Börse Stuttgart aktiv mit der Thematik auseinandersetzen. Daher ist Stuttgart nicht nur wegen der geografischen Nähe besonders attraktiv für andere Länder wie die Schweiz. Für Prof. Dr. Philipp Sandner der Frankfurt School ein großer Vorteil – der kleine Staat wird nämlich auch „Kryptovalley“ genannt. Eine dezentralisierte Plattform bietet in den Augen der Blockchain-Professoren eine Menge Vorteile: Anonymität, Sicherheit, Schnelligkeit und vieles mehr. Auch wenn es sich auf Grund des Stromverbrauchs derzeit noch nicht lohnt eine Pizza mit Kryptowährung zu zahlen ist sich Prof. Rafael Capurro von der Hochschule der Medien Stuttgart, sicher, dass „die ganze Blockchain-Thematik normal für die Gesellschaft wird.“ Und Capurro muss es wissen: Der 73-jährige Philosoph und Experte für Informationsethik beschäftigt sich in seiner Funktion mit der moralischen Seite von neuen Technologien und hinterfragt diese kritisch.

Neue Geschäftsmodelle für die Industrie
Blockchain ist überall ein wichtiges Thema – die Hochschule Furtwangen beschäftigt sich mit Blockchain im industriellen Umfeld und das Start-up Astratum im Bereich der neuen Geschäftsmodelle. Was beide gemeinsam haben? Die Fortschritte, die rund um die Materie gemacht werden. Ob in zehn Jahren jedoch alle rechtlichen Fragen geklärt sind? Die Profis sind sich alle samt sicher: In zehn Jahren wird sich zum Thema einiges tun. Blockchain Ecosysteme, also die intelligente Verbindung der verschiedenen Blockchain-gestützten Services, sind bereits jetzt nicht mehr so abstrakt wie die Gesellschaft annimmt. Das Berliner Projekt „IOTA“ ist hierfür ein Beweis – und auch viele „Big Fish“-Unternehmen sind im Wandlungsprozess. Es bleibt also spannend, wie sich die Industrie im Bereich Blockchain verändern wird.

Digitalisierte Arbeitskultur
Dr. Benedikt Sommerhoff der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. erläutert, dass die Arbeit 4.0 einen großen Umbruch mit sich bringt –für Arbeitnehmer, vor allem aber für Führungskräfte. Daher spielt das Qualitätsmanagement in Unternehmen eine äußerst wichtige Rolle. Sommerhoff hat die Veränderungen anhand der Unternehmenskultur beschrieben. Wichtige Prämissen sind hierfür die Balance zwischen Veränderung und Stabilität, die Integration von Innovation und Qualität und nicht zuletzt den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Denn insbesondere das Verständnis von „Kultur und Soziologie“ ist die zentrale Herausforderung im Digitalisierungsprozess, damit sich Unternehmen im Einklang mit dem technischen Fortschritt weiterentwickeln. Laut Anette Dietz von dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, werden aber insbesondere die Soft Skills zu Schlüsselkompetenzen bei den Mitarbeitern.

Organisation anders verstehen
Starke Beziehungen, gegenseitiges Vertrauen und motivierte Mitarbeiter – Faktoren, die Unternehmen für den Wandel in der Arbeitswelt nicht außer Acht lassen sollten. Durch Transparenz kann dabei oftmals einiges erreicht werden. Denn nicht zu vergessen: Der Faktor Mensch spielt in der neuen Arbeitskultur eine wesentliche Rolle. Persönlichkeit lässt sich nämlich nicht digitalisieren und die Führung von Mitarbeitern werden zukünftig weiterhin Menschen übernehmen. Timo Schnell von AS-Systeme hat in seinem lebhaften Vortrag das Wesentliche verdeutlicht, dass Kreativität noch nicht programmierbar ist und die Persönlichkeit und Authentizität der Mitarbeiter kann von Maschinen nicht ersetzt werden. Daher müssen sich Führungskräfte und Unternehmen mit der Frage beschäftigen: Mensch oder Technologie? Die Antwort bleibt wohl erstmal Mensch.

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