Tag 4: Sympra @ 100 Stunden Morgen – eine Woche über digitale Zukunft und Innovation

Festivalatmosphäre mit spannenden Keynotes, inspirierende Workshops, faszinierende Technologie-Showcases: Das verspricht das neue Veranstaltungsformat der IHK Region Stuttgart. 100 Stunden Morgen: Themenwoche zur digitalen Zukunft und Innovation im Mittelstand behandelt Themen, die Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels beschäftigen – oder beschäftigen sollten. Ob Informations- und Lösungsangebote für Unternehmen oder Workshops, in denen selbst Hand angelegt werden kann: in den 100 Stunden an fünf Tagen ist alles dabei. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Daher sind jeden Tag zwei Sympra-Kollegen vor Ort und berichten über #neuartigeGeschäftsmodelle #TechnologienvonMorgen #Innovationsmethoden #Experimentierräume #OpenInnovation und #Startups.

Am Anfang war – der Datenwust
Tag 4 mit Martina Hönekopp und Jasmin Sieverding

Der eigentliche Kern des vierten Tages waren Daten. Und zwar angefangen vom simplen physikalischen Messwert bis hin zum Nutzerverhalten. Deshalb zogen sich Fragen wie „Wie bekomme ich reale Daten von der Maschine in die Cloud und umgekehrt? Welche Daten brauche ich überhaupt? Wie will ich sie nutzen und für was genau? Wie werden aus Daten überhaupt zu Informationen?“ als rote Fäden durch den gesamten Tag.

Eine Art der „Datenverarbeitung“ sind Simulationen – zu und für jedwedes Themengebiet. Sei es im entwicklungs- und produktionstechnischen, umwelt- oder medizinischen Bereich. Was in diesem Bereich alles machbar ist führte Prof. Michael Resch von der Uni Stuttgart aus. Voraussetzung dafür ist allerdings, man verfügt so wie er über Höchstleistungsrechner!

Wofür Daten auch eingesetzt werden können, zeigte Prof. Sascha Röck vom Virtual Automation Lab (VAL) der Hochschule Esslingen. Sein Team versetzt KMUs in die Lage, ausgestattet mit Optical-see-through-Brille und einem von den Wissenschaftlern selbst entwickelten „technischen Helferlein“ ihre reale Entwicklerwelt durch AR-Anwendungen optimal zu ergänzen. Und über alle Bereiche und Medien hinweg zu vernetzen – eine der zentralen Herausforderungen in der Industrie 4.0.

Vernetzen, übergreifend arbeiten – das A und O der Digitalisierung. Damit das auch bei der Zusammenarbeit von Mensch und Technik funktioniert, gibt es Prof. Michael Burmester und sein Team an der HdM Stuttgart. Sie untersuchen die sogenannte Usability und User Experience, also wie und wie gerne die Menschen die ihnen zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel nutzen. Denn was bringen die schönsten Datensammlungen, wenn keiner mit ihnen umgehen kann bzw. will?!

Grundsätzlich sind sich alle Referenten an Tag 4 einig: Digitalisierung eröffnet eine Vielzahl an Möglichkeiten. Auch und vor allem, wenn es um die 5. Industrielle Revolution geht. Die sieht Dr. Oliver Schwarz vom Fraunhofer IPA in der Bionik oder besser: in der Transformation unserer heutigen Art zu produzieren hin zu einer biobasierten Produktion. Für Schwarz liegen die Ursachen der weltweiten Probleme beim Menschen und der von ihm genutzten Technik. „Menschen denken linear, sie können mit Komplexität nicht umgehen, sie wollen vor allem maximieren statt optimieren und sie stehen in Konkurrenz zueinander anstatt zu kooperieren.“ In der Digitalisierung sieht der Wissenschaftler deshalb einen wirkungsvollen Enabler, denn sie hilft den Menschen Zusammenhänge zu erkennen und so einen Überblick über komplexe Situationen zu bekommen. Und ermöglicht ihnen auf diese Weise, tatsächlich vernetzt – vor Ort und weltweit – die großen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen. Was seiner Meinung nach allerhöchste Dringlichkeit hat.

 

Über den Verfasser

Jasmin Sieverding ist seit Mai 2012 bei Sympra und als Consultant überwiegend in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau sowie Logistik tätig.

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