She’s not man enough…

Frauen_in_Fuehrungspositionen

Mein letzter Blogbeitrag handelte von der sich in der Vogue präsentierenden Yahoo-Chefin Marissa Mayer und der Frage, ob geschlechtsstereotypes Denken der Grund dafür sein kann, dass es so wenige weibliche CEOs gibt.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit an der Universität Hohenheim fand ich in einer experimentell-angelegten Befragung unter mehr als 300 Probanden heraus, dass einer Frau als CEO sowohl mehr feminin-weiche Eigenschaften (Kommunikationsfähigkeit und Mitgefühl) als auch mehr maskulin-harte Eigenschaften (Durchsetzungskraft und Härte) zugeschrieben werden als ihrem männlichen Pendant. Trotz dieser herausgefundenen optimalen Mischung schaffen es nur wenige Frauen, in eine Führungsposition zu gelangen bzw. CEO eines Unternehmens zu werden.

Deswegen untersuchte ich in einem zweiten Schritt nur die Probanden, die ehrlich und nicht nach gesellschaftlichen Zwängen antworteten. Das Ergebnis steht für sich, denn die Tatsache, dass weibliche CEOs weicher und damit weniger als Manager wahrgenommen werden als Männer wird deutlicher: Ehrliches Antworten beurteilt weibliche CEOs femininer. Es existiert demnach ein gesamtgesellschaftliches Hemmnis, Frauen in Führungspositionen anhand weicher Merkmale zu beurteilen. Eine Erklärung könnte massiv geforderte Gleichberechtigung, Sexismusdebatten, Bewegungen wie Femen und #aufschrei sowie die kategorische und kompromisslose Ablehnung konventioneller Geschlechterrollen vieler jungen Frauen sein, die gemeinsam zu folgendem Gedankengang führen könnten: „Die Gesellschaft erachtet es als diskriminierend, einer Frau ihre traditionelle Geschlechterrolle zuzuschreiben.“ Deshalb werden Frauen in Führungspositionen dann weniger weiche Attribute zugeschrieben, wenn Probanden glauben, sonst auf soziale Ablehnung zu stoßen. Wird eine Frau als zu weiblich eingeordnet, verstößt das gegen das (medial geprägte) gesellschaftliche Bild eines erfolgreichen Managers. Soziale und mediale Normen geben also vor, einer Frau in einer Führungsposition weniger weiche Merkmale zuzuschreiben.

Meine Arbeit kommt deswegen zu dem Schluss, dass es (zu) wenige Frauen als CEOs gibt, weil man bei ihnen immer noch vermehrt weiche Faktoren wahrnimmt, wenn sie ehrlich beurteilt werden. Jedoch sind es gerade die konträren Eigenschaften, die für eine berufliche Führungskarriere essentiell erscheinen.

Frauen, die eine Führungskarriere anstreben, sollten sich deshalb gemäß dem Doing-Gender-Konzept kontextbezogen verhalten und dürfen in manchen Situationen das in den Köpfen der Menschen verankerte Geschlechtsstereotyp „feminin-einfühlsam“ spielen. In anderen Situationen sollten sie sich aber auch maskulin-durchsetzungsfähig zeigen. Dies kann ihnen dabei helfen, sich in (männerdominierten) Umfeldern erfolgreich zu bewegen. Behalten sie ihre Weiblichkeit und treten dann konsequent auf, wenn es notwendig ist, haben Frauen eine gute Basis für ihren beruflichen Werdegang.

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