Messen, Events und Social Media Newsrooms

Messe
Dass Social Media Newsrooms die zeitgemäße Version des klassischen Pressebereichs auf der Website eines Unternehmens oder einer Institution sind, spricht sich ja langsam herum. Gut 100 dieser Websites wurden vor Kurzem auf der Facebookseite Social Media Newsroom zusammengestellt. Eine schöne Übersicht, aber auch gleichzeitig Beleg dafür, dass der Newsroom zurzeit immer noch Sache einer kleinen Gruppe von Pionieren zu sein scheint. Eigentlich erstaunlich, denn viele Unternehmen sind im Social Web bereits recht aktiv und haben erkannt, dass sie über Web-2.0-Plattformen ihre Zielgruppen, darunter auch neue, direkt erreichen.

Jedes Unternehmen kann seinen individuellen Nutzen aus einem Social Media Newsroom ziehen. Doch wenn man die Funktionen eines Newsrooms betrachtet (Veröffentlichen von Neuigkeiten aus dem Unternehmen, Pflege des Dialogs mit der interessierten Öffentlichkeit und Aggregation von interessanten Informationen aus dem Social Web), gibt es bestimmte Branchen, die davon besonders profitieren. Dazu gehören meines Erachtens Messegesellschaften. Für sie bildet ein Newsroom eine ideale Plattform, um Informationen der Presse bereitzustellen, um die Aktivitäten auf Blogs, Facebook, Flickr, Twitter & Co. zu bündeln und um ihren Ausstellern zusätzliche Services anzubieten, zu deren Nutzen und zum Nutzen der Messegesellschaft.

a. Pressebereich 2.0

Im Newsroom findet der Journalist alles, was er für die (Vor-)Berichterstattung über die Messe benötigt: Presseinformationen, Pressebilder (die z. B. in unterschiedlichen Auflösungen auf Flickr hinterlegt sind), Messelogos und Präsentationen zum Download, Audio- und Video-Postcasts und die Kontaktdaten der Ansprechpartner in der Pressestelle. Er kann sich Pressemeldungen per RSS abonnieren und erhält Informationen über Öffnungszeiten der Messe und die Ausstattung des Pressezentrums. Die Messe Frankfurt ist mit ihrem Newsroom hierfür ein schönes Beispiel.

b. Social Media Relations

Der Newsroom erweitert die Funktionen des Pressebereichs, indem er ihn mit den verschiedenen 2.0-Plattformen verbindet. Messenews und Postings ausgewählter Blogs werden in der Timeline ebenso angezeigt wie Facebook-Beiträge oder neue Präsentationen auf Slideshare oder Videos von YouTube. Die aktuellen Tweets findet man hier, die Freunde der Facebookseite, Social Bookmarks oder den Link zu iPhone Apps. Vom Newsroom aus werden Informationen aber auch ins Web verteilt. Neue Postings werden getwittert und an Facebook übermittelt – falls dies gewünscht ist. Je nach Themenbereich bieten sich auch andere, speziellere Plattformen für den Informationsaustausch an, z. B. Themenportale, die Informationen aus dem Newsroom via RSS-Feed beziehen. Auf diese Weise kann die Messeveranstalter seine relevanten Communities direkt mit den neuesten Informationen versorgen.

c. Neue Services für die Aussteller

Im Newsroom lässt sich Content von Websites Dritter einbinden. Dies können beispielsweise Blogs und Websites von Ausstellern sein. In einem speziellen Bereich im Newsroom ist ein Rubrik „Informationen der Aussteller“ denkbar, in dem die neuesten Pressemitteilungen der teilnehmenden Unternehmen und Institutionen aufgeführt sind. Intelligente Importfilter sorgen dafür, dass nur Inhalte mit passenden Tags übernommen werden. Auf diese Weise entsteht ein Informationspool um Themen rund um die Messe, der den Journalisten die Recherche erleichtert und der anderen Interessenten zusätzliche Informationen zu den Messethemen gibt. Meldungen werden, falls gewünscht, automatisch getwittert und auf weiteren Plattformen gepostet. Die Messegesellschaft profitiert dreifach:

  • Erstens kann sie das Importieren der News zu einem neuen (kostenpflichtigen) Service für die Aussteller ausbauen. Aussteller profitieren von diesem zusätzlichen Verteilkanal  und erhöhen die Reichweite für ihre Medienarbeit.
  • Zweitens erhält jede importierte Meldung automatisch eine eigene URL – eine URL der Messegesellschaft. Diese Links bzw. Backlinks erhöhen Linkpopularität und Wichtigkeit des Newsrooms bzw. der Website der Messe oder der Messegesellschaft, was sich positiv auf die Positionierung in Suchmaschinen auswirkt. (Allein dieser SEO-Effekt ist schon Grund genug für den Einsatz eines Newsrooms.)
  • Und drittens wandelt sich die reine Messe-Website zu einem Themenportal, welches wiederum eine eigene Community adressiert. Das ist insbesondere deshalb attraktiv, weil sich der personelle Aufwand für Redaktion theoretisch bis gegen Null fahren lässt. Je nach Kapazität oder Anlass kann die Messegesellschaft selbst Inhalte zum Newsroom beitragen – muss sie aber nicht. Im Idealfall kann ein solches Portal die Themenführerschaft für das Thema der betreffenden Messe einnehmen. Wie so ein Themenportal aussehen könnte, hat Sympra im Newsroom in der Rubrik Neues von Sympra-Partnern. Zusätzlich aggregiert Sympra manuell interessante Postings im Social Media Explorer.
    .

Newsrooms bieten sich für viele Unternehmen und Institutionen an. Messegesellschaften könnten deswegen besonders von ihnen profitieren, weil sie für ihre vielen Messen sehr aktiv Öffentlichkeitsarbeit für ganz unterschiedliche Zielgruppen (B2C und B2B) betreiben müssen. Denkbar ist ein einziger Newsroom mit jeweils Unterseiten für jede Fach- oder Publikumsmesse (wie es die Messe Frankfurt macht) oder ein eigener Newsroom für ausgewählte Messen (was die Einführung dieser Plattform vereinfacht). Dass Social Media eine wichtige Rolle in der Kommunikation für Messen spielt, ist unstrittig. Dass ein Newsroom die ideale Plattform dafür ist, ebenso wenig.

Informationen zur Social-Media-Newsroom-Lösung von Sympra-Team gibt es hier.

Über den Verfasser

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.