Mein ganz persönlicher Digitalisierungsschub gen Stuttgart

Das Münchner Sympra-Büro liegt im Stadtteil Nymphenburg-Gern nahe an dem Kanal, der zum Nymphenburger Schloss hinführt. So oft es das Wetter zulässt, radele ich mit dem Fahrrad ins Büro und überquere dabei den Kanal über die Gerner Brücke. Von der Brücke hat man einen malerischen Blick auf das Schloss. Nicht zuletzt deswegen lädt sie zum Verweilen ein: viele Touristen und Jugendliche, die in der Gegend wohnen. Normalerweise. Doch dieses Jahr erschwerten von einem auf den anderen Tag weiträumig um die Brückengeländer verteilte Absperrgitter das Verweilen. Die Jugendlichen sollten daran gehindert werden, auf der Brücke zu feiern, und Touristen kamen sowieso keine mehr im Frühjahr 2020. Zu dieser Zeit im März und April, als die Corona-Pandemie plötzlich so vieles veränderte. Die Absperrgitter sind längst wieder weg, aber die Pandemie hat uns weiter im Griff und auch in meinem Sympra-Arbeitsalltag ein Neues Normal geschaffen.

Als Münchner Büroleiter bin ich für den hiesigen Standort, dessen Weiterentwicklung und die von hier betreuten Kunden zuständig. Die tägliche Arbeit beginne ich bei einer ersten Tasse Kaffee mit einem Blick in die aktuellen News der meinungsbildenden und für meine Kunden wichtigen Medien. Danach widme ich mich den typischen Aufgaben eines Agenturmenschen wie dem Verfassen von Konzepten, Plänen, Artikeln und Pressemeldungen, Blogbeiträgen, Reportings – und den Kontakten zu Journalistinnen und Journalisten.

Diese Kontaktpflege findet dieses Jahr quasi nur virtuell statt, keine Konferenzen, Messen, Pressegespräche, Redaktionsgespräche oder informelle Treffen. Das ist schon eine Einschränkung, denn gute Pressearbeit lebt von und mit dem persönlichen Kontakt. Eingeschränkt ist seit dem Ausbruch der Pandemie auch der persönliche Kontakt zu den Agenturkolleginnen in Stuttgart oder auch mal hier in München. Besprechungen finden längst routiniert über Zoom, Teams und andere Tools, ja, und manchmal sogar auch noch telefonisch statt. Im Büro gilt seit einigen Monaten Maskenpflicht, ein Desinfektionsmittel-Station steht am Empfang. Und ich arbeite mal aus dem Büro, mal aus dem Homeoffice. Vieles ist plötzlich flexibler geworden. Und eine Sache ist sogar besser:

Als der erste Lockdown in Kraft trat, bedeutete das für die Kolleginnen und Kollegen aus Stuttgart, dass sie aus dem Homeoffice arbeiten mussten. Plötzlich saßen sie zuhause, ohne den täglichen Kontakt im Büro in der Stafflenbergstraße. Was also tun, damit ein gewisser direkter Austausch doch stattfindet? Ein täglicher Videocall sollte es richten. Headsets und Webcams wurden angeschafft, zusätzliche VPN-Leitungen installiert und ein Setting geschaffen, das für mich in der Kommunikation mit den Kollegen alltäglich war. Und schon saßen sie alle vor der Webcam. So wurde aus dem wöchentlichen Call, zu dem ich hinzugeschaltet wurde, eine tägliche Team-Besprechung. Und Stuttgart rückte virtuell für mich viel näher. Wochenlang ging das während des ersten Lockdowns so. Auch nach der Rückkehr ins Büro und erst recht aktuell im Teil-Lockdown haben wir diesen täglichen Call beibehalten. Der Lockdown hat damit also nicht nur die reale Gerner Brücke kurzzeitig verengt, sondern parallel auch für eine virtuelle Brücke gesorgt, die meine Verbindung zum Team in Stuttgart verbessert hat. Das ist sozusagen mein ganz persönlicher Digitalisierungsschub.

Über den Verfasser

Arno Laxy ist Senior Consultant bei Sympra und Leiter des Büros München. Als PR-Referent beschäftigt er sich vor allem mit Kommunikationsarbeit in der ITK-Branche.

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