Heute vor 20 Jahren…

Die wilden 20er… Kommunikation mit anderen Mitteln

Musik ist ein ganz wunderbares, mitunter sogar wunderliches Kommunikationsmittel. Egal woher die Menschen stammen – Musik kann alle mit einem Schlag vereinen. Das Gegenteil ist natürlich auch möglich.

Soviel gleich vorweg: Meine wilden 20er sind mit der Überschrift nicht gemeint. 1992 war ich erst 17 Jahre alt. Aber am 24. Mai vor 20 Jahren war ich als Pianist einer New Orleans Jazzband zumindest stilistisch in den 20er Jahren unterwegs. Im Radio lief „Rhythm Is a Dancer“ von SNAP! und von Salt’N’Pepa: „Let’s Talk About Sex” und wir spielten Hits, die unser Durchschnittsalter um ein Vielfaches übertrafen und trotzdem das Publikum immer noch begeisterten. Der Livery Stable Blues zum Beispiel war 1917 das erste Jazz-Stück, das auf Schallplatte gebannt und damit in kürzester Zeit zu einem Millionenhit wurde. Aus heutiger Sicht wirkt das irgendwie komisch. Schallplatten gibt es fast nicht mehr und MP3s haben CDs längst abgelöst, aber die Musik der 20er wird immer noch gehört.

Musik überschreitet alle Grenzen. Sie überwindet Sprachbarrieren, Länder und Ozeane. Sie ist ein Kommunikationsmittel, das einzigartig in seiner Wirkung sein kann. Wer erinnert sich nicht sofort an Werbesongs wie „Always Coca Cola“ oder den Bacardy-Song und „Like ice in the sunshine“. Aber auch bei gesellschaftlichen Themen kann Musik als Vehikel unterstützen, beispielsweise beim legendären Live Aid Konzert.

Eine interessante Variante finde ich aktuell Personal Radio-Streams, also kleine Web-Radio-Sender, die es jedem Internetnutzer und Unternehmen ermöglichen, ein eigenes Musik- oder Informationsprogramm für ganz spezielle Zielgruppen zusammenzustellen. Selbstverständlich ist das längst auch auf Smartphones usw. mobil abrufbar. Eine gute Möglichkeit, eine heterogene Zielgruppe, die sich in Alter, Nationalität usw. deutlich unterscheidet, zu vereinen und für sich zu gewinnen. Das alles kann Musik.

Das interessante daran ist, je bekannter ein Stück ist und je öfter die Menschen es gehört haben, umso mehr verbindet es sie. Ein deutlicher Unterschied zu unseren sonstigen Kommunikationsmaßnahmen, bei denen immer wiederkehrende Geschichten doch eher Langeweile hervorrufen. Im Jazz werden dagegen seit 100 Jahren immer und immer wieder die gleichen Songs gespielt und nie wird es langweilig zuzuhören. Übrigens auch nicht, sie zu spielen. Die Jazzband von 1992 gibt es heute noch, und wir feiern ebenso wie Sympra 20-jähriges Jubiläum. Wer den Livery Stable Blues in einer Version von 1999 hören möchte, kann das hier tun.

Bild: http://www.loc.gov/jukebox/recordings/detail/id/4668/

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