Gedenken zum Jahresende.

425619_original_R_by_Guenter-Havlena_pixelio.de_Jetzt muss ich doch noch schnell was bloggen. In Vorbereitung auf unsere Weihnachtsfeier, bei der es traditionell einen kleinen Jahresrückblick gibt, habe ich mich an ein paar ungewöhnliche Ereignisse 2013 erinnert, die ich den Freunden unseres Blogs nicht vorenthalten möchte.

Wir haben einen attraktiven B2B-Kunden aus dem Ausland. Wir sind vor eineinhalb Jahren mit einem namhaften Budget in die Deutschland-PR für das Unternehmen eingestiegen. Der Auftrag wurde ausgesetzt, kurz bevor das Unternehmen Anfang des Jahres an die Börse, konkret an die NASDAQ, ging. Quiet Period. Einige Wochen später ging’s weiter. Dann wurde wieder unterbrochen: Jetzt wurde die Firma von einem Wettbewerber übernommen. Man wolle aber unbedingt die Öffentlichkeitsarbeit fortsetzen, wenn auch nur mit einem Mini-Retainer, aber Deutschland sei ja einer der wichtigsten Märkte, unsere Leistungen seien mehr als zufriedenstellend, ja: „awesome“. Im November erreicht uns nun die Nachricht, man müsse leider den Vertrag („mit sofortiger Wirkung“) kündigen, weil ab Dezember nur noch auf dem relevanten chinesischen Markt PR-Aktivitäten stattfänden. Wir warten jetzt noch auf die Begleichung einer Rechnung. Aus dem Februar.

Ein Agenturchef teilt mir mit: „Wissen Sie, meine Kunden haben mit Social Media gar nix am Hut.“ Tja.

Wir haben einen neuen Kunden und dürfen aus seiner recht umfangreichen US-Website Texte für die deutsche Website erstellen. Umfang der amerikanischen Site: ca. 50 Seiten DIN A4. Die Hauptbotschaften ließen sich aber auch auf maximal fünf Seiten DIN A4 zusammenfassen. Der Kunde sieht das ein. Er will’s aber bei den 50 Seiten auch im Deutschen belassen.

Unsere russische Partneragentur hat eine Eilanfrage. Eine Gruppe von Geschäftsleuten aus St. Petersburg hat ein Meeting in Berlin. Das Hotel in bester Lage ist bereits gebucht; er braucht noch jemanden, der die Abendveranstaltung organisiert. Wichtiger Punkt dabei: Die Bedienungen müssen Matrosenuniformen tragen. Die Veranstaltung findet in zweieinhalb Wochen statt. Zum Glück haben wir einen Eventpartner, der hier schnell einspringen kann. Und der zufällig einen russischen Regisseur in Berlin unter Vertrag hat.

Ein öffentlicher Auftraggeber vertagt seine für 2013 geplante und auf 2014 vertagte Kampagne auf 2015. Womöglich hoffen die dortigen Mitarbeiter, dass bis dahin ihre Führung wieder ein anderes Parteibuch trägt. Management by Sitting-out. Leider haben wir für die Vorbereitungsmeetings keinen Sold erhalten. War ja „Akquise“.

Uns erreicht die Anfrage eines potenziellen Kunden, der unter unserer Ägide Public-Relations-Aktivitäten in rund einem Dutzend Länder weltweit durchführen lassen will. Wir lassen uns von unseren Partneragenturen detaillierte Angebote für die einzelnen Leistungen erstellen, interpretieren, fragen nach, stellen klar, verhandeln, aggregieren, kalkulieren. Viel Aufwand für genau drei (!) Zahlen, die wir in eine Excel-Zeile eintragen dürfen. Auf Basis dieser drei nicht weiter kommentierbaren Zahlen wird die Presseabteilung – wahrscheinlicher: der Einkauf – entscheiden, wer den Auftrag erhält.

Zum Glück gibt es viele anderen Kunden, mit denen wir in diesem Jahr erfolgreich zusammengearbeitet haben, die tolle Themen haben, die unseren Rat gern annehmen und mit denen wir auch 2014 partnerschaftlich kooperieren werden. An dieser Stelle sei ihnen herzlich gedankt. Und Danke natürlich auch an die oben genannten (potenziellen) Kunden, die für die besondere Abwechslung im Agenturalltag und für Stoff für dieses Posting gesorgt haben.

 

Bild: Günter Havlena  / pixelio.de

Über den Verfasser

Veit Mathauer ist einer der beiden Geschäftsführer von Sympra. Wirtschaftswissenschaftler, Journalist, PR-Mensch, Boardmitglied im internationalen Public Relations Network (PRN) und Blogger. Ansonsten auch in den einschlägigen sozialen Netzwerken zu finden.

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