Block. Chain. Blockchain.

Ja, die Blockchain ist in vieler – nicht aller! – Munde. Meist wirkt die Sache etwas nerdig, behaftet mit Buzzwords. Grund genug also, das Thema einmal auf die Kette zu bringen.

Wie funktioniert‘s?

Um das Prinzip zu veranschaulichen, ein einfaches Beispiel: Eine Bio-Orange wächst auf einer spanischen Plantage am Orangen-Baum. Damit jeder weiß, dass es sich um eine Bio-Orange von genau dieser Plantage handelt, legt der Bauer eine Karteikarte bei sich an. Darauf ist eingraviert „Diese Orange hat Bauer XY angebaut.“ Er verkauft die Orange nun weiter an den Händler. Der Händler seinerseits legt ebenfalls eine Karte an, auf der steht „Diese Orange hat Händler Z für 25 Cent im Sommer von Bauer XY gekauft.“ Händler Z gibt die Orange weiter an den Supermarkt, der seinerseits einen Datensatz eröffnet mit dem Inhalt „Supermarkt A hat die Orange von Händler Z ins Sortiment gegeben.“ Und dann kommt der Kunde B, kauft eine Orange, und direkt wird in seiner persönlichen Karteikarte der Satz eingetragen„Kunde B hat die Orange für 1,50 Euro im Supermarkt A gekauft.“ Bei jeder Transaktion wiederum notiert der vorherige Besitzer seinerseits auch den nachfolgenden auf seiner Karteikarte, inklusive Kontaktdaten. Lückenlos lässt sich dann zurückverfolgen, wo die Orange her kommt und welche Transaktionen sie hinter sich hat. Die Daten sind also auf viele Stellen verteilt. Sollte ein an der Kette Beteiligter seine Karteikarte aus welchen Gründen auch immer verändern wollen, dann geht das nicht ohne Zustimmung der anderen. Die Kette lässt sich nicht lösen.

Etwas technischer, Bitteschön!

Übertragen auf die dezentrale Technologie, hat jeder, der an der Kette beteiligt ist (der Miner), alle oder einen Teil der Daten bei sich auf dem Computer in einem Peer-to-Peer Netzwerk gespeichert. Hierfür stehen verschiedene Blockchain-Softwares zur Verfügung. Die Datenblöcke sind wie eine Kette miteinander verknüpft und zwar über digitale Codes, die sogenannten Hashes. Anhand dieser Hashes lassen sich aber auch die Informationen der Blöcke überprüfen. Sollten also die Informationen im Block verändert werden, passt der Hash nicht mehr. Die Kette wäre ungültig. Und daher können Einzelne eine solche Kette auch nicht verändern, sondern die Mehrheit muss zustimmen. Die Technologie des Distributed Ledger – also eines „verteilten Logbuchs“ – deren wichtigster Vertreter die Blockchain ist, kann die Datenverwaltung in Unternehmen oder vor allem Behörden ganz massiv verbessern. Sie verbindet Digitalisierung mit Vertrauen, lässt sich nach heutigem Stand nicht manipulieren. Um aktuelle Herausforderungen wie eine energiefressende Architektur, einen Stau an der Kette auf Seiten der Miner, eine langsame Performance aufgrund statischer Ketten etc. in den Griff zu bekommen, gilt es, die Technologie entsprechend weiterzuentwickeln.

Und nun?

Natürlich kann man sich fragen „muss ich wirklich wissen, was eine Blockchain ist, wie sie funktioniert und welche Technologie dahinter steckt?“. Nein. Es interessiert ja auch die wenigsten, ob sie ihre Mails über einen SMTP, IMAP oder POP3 Port verschicken. Hauptsache, es funktioniert! Ähnlich wird es auch in wenigen Jahren mit der Blockchain sein. Dann werden hinter vielen Anwendungen Blockchains stecken, völlig unbemerkt.

Über den Verfasser

Jasmin Sieverding ist seit Mai 2012 bei Sympra und als Senior Consultant tätig. Leidenschaftlich beschäftigt sie sich mit Fragen der Digitalisierung, IoT, Industrie 4.0.

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