Warum sich Pro-bono-PR lohnt

Wenn’s um Pro-bono-Arbeit geht, fragt man sich als PR-Agentur: Womit können wir gesellschaftlich einen wirklichen Mehrwert schaffen? Natürlich ist es hilfreich, Vereinen und Organisationen durch Spenden zu unterstützen. Nicht minder wertvoll ist jedoch die Unterstützung durch Kommunikationsarbeit. Kein gemeinnütziger Verein kommt ohne gute PR aus. Im Gegenteil: Insbesondere im Social-Profit-Bereich sind nachvollziehbare Argumente das A und O, um eine potenzielle Unterstützergruppe davon zu überzeugen, für die eigene Vision einer besseren Welt einzutreten. Viele namhafte Sozialprojekte entstehen so: Auf Basis einer kleinen Idee wachsen sie mithilfe verständlicher, klarer und einfühlsamer Kommunikationsarbeit zu gesellschaftsweit einflussreichen Akteuren heran.

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Kommunikationsagenturen können hier wirklich Gutes tun. Darum sind Pro-bono-Projekte fester Bestandteil der PR-Aktivitäten von Sympra. Wir verschenken Kommunikationsarbeit an ausgewählte Initiativen. Insbesondere Social-Profit-Akteure in den Kinderschuhen profitieren davon nachhaltiger, als wenn sie eine monetäre Spende von uns erhalten würden.

Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit Katrin Pütz. Die junge Agraringenieurin und Hohenheim-Absolventin lernten wir über einen Kunden, die Siemens Stiftung, kennen: Katrin Pütz ist Preisträgerin des empowering people. Award 2013. Sie wurde für ein ganz besonderes Projekt ausgezeichnet, in dessen Mittelpunkt ein selbst entwickelter Biogasrucksack steht. Mithilfe dieser sehr einfachen und günstigen Lösung soll es Menschen in Regionen mit fehlender Energieinfrastruktur ermöglicht werden, bis zu 1.000 Liter Biogas auf dem Rücken von der Biogasanlage nach Hause zu transportieren, um damit kochen zu können. Mit ihrem Sozialunternehmen (B)energy ist die Agraringenieurin derzeit vor allem in Äthiopien aktiv. Sympra fand ihr Engagement und ihre Idee so beeindruckend, dass wir anboten, (B)energy bei der Öffentlichkeitsarbeit pro bono zu unterstützen.

Kommunikationsarbeit im Ehrenamt ist herausfordernd. Denn sie muss quasi „nebenher“ laufen, braucht aber natürlich dieselbe Aufmerksamkeit und strategische Herangehensweise, wie jedes andere, reguläre Projekt auch. Dennoch gilt es, den Aufwand – bei aller Begeisterung, die sinnstiftende Themen mit sich bringen – in vertretbarem Rahmen zu halten.

Das erfordert Verständnis und Augenmaß auf beiden Seiten. Nicht zuletzt auch dafür, dass die Prioritäten nicht immer passgenau übereinstimmen. Während sich für den Klienten neue Horizonte öffnen und die gebotenen Optionen häufig mit großem Engagement wahrgenommen werden, darf das laufende Agenturbusiness nicht leiden. Mit Katrin Pütz haben wir u. a. eine zweisprachige Broschüre umgesetzt, mit der sie ihre Idee weiter verbreiten kann; im nächsten Schritt wollen wir sie dabei unterstützen, ein Finanzierungsmodell für ihre Produkte bekannt zu machen.

Es wäre jedoch falsch zu behaupten, dass unser ehrenamtliches Engagement gänzlich uneigennützig ist. Zum einen ist es wichtig und gewinnbringend, immer wieder über den Tellerrand hinaus schauen zu dürfen. Was gibt es da draußen an unabhängigen Ideen und inspirierenden Kontakten? Was passiert jenseits unserer eingetretenen Pfade und wiederkehrenden Themen? Für alle Mitwirkenden ist die Erfahrung, mit der eigenen Arbeit etwas bewegen zu können, eine schöne Bestätigung. Alle diese Aspekte bereichern ganz ohne Zweifel unser Alltagsgeschäft. Zum anderen bietet Pro-bono-Arbeit unserem PR-Nachwuchs ein anregendes Lernfeld. Unsere Trainees, denen wir solche Projekte unter professioneller Anleitung anvertrauen, haben hier viel Raum zum Ausprobieren. Sie führen ein reales Kommunikationsprojekt von Anfang bis Ende durch, ohne jedoch unter dem üblichen Budget- und Zeitdruck des Alltagsgeschäfts zu stehen.

Foto: Photocase

 

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Über den Verfasser

Veit Mathauer ist einer der beiden Geschäftsführer von Sympra. Wirtschaftswissenschaftler, Journalist, PR-Mensch, Boardmitglied im internationalen Public Relations Network (PRN) und seit einiger Zeit Blogger. Ansonsten auch in den einschlägigen sozialen Netzwerken zu finden.

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