Digitalisierte Kollegen

Es hat schon etwas von „Twilight“, in dem das neugeborene Vampir-Mensch-Kind auf den befreundeten Werwolf geprägt wird: So ähnlich folgte ein kleiner, autonom fahrender Kommissionierer meinem Kollegen. Blieb stehen oder beschleunigte – eben genau so, wie sein Maschinenführer sich entlang eines Regals bewegte. Dem voran gegangen war ein rascher Scan-Vorgang und mit dem Satz „Er ist jetzt auf Sie geprägt und zwar nur auf Sie!“ fiel der Startschuss für den Selbstversuch. Das Video gibt es HIER.

Anstatt Fiffi einen Kommissionierer im Schlepptau zu haben – so etwas geht schon heute und ist eine von zahlreichen Lösungen, mit der die Logistik-Branche die Industrie 4.0 vorantreibt. Unser Kunde Würth Industrie Service hat hierfür eigens ein Fachforum veranstaltet und Kunden und Partner zum Austausch über Digitalisierung und Autonomisierung im Logistikumfeld eingeladen. Zu den Referenten gehörte neben Rednern von Kärcher, KUKA, STILL und Würth auch Prof. Dr. Michael ten Hompel, für den die Logistik die bewegende Instanz der Vierten Industriellen Revolution ist.

Digitalisierung als Teil der Geschäftsstrategie

Warum ausgerechnet die Logistik den Wandel einer ganzen Industrie vorantreibt, liegt auf der Hand: Beginnend schon heute in der westlichen Welt, wird Studien zufolge bis zum Jahr 2050 weltweit ein Mangel an Arbeitskräften herrschen. Für produzierende Unternehmen spielen die Digitalisierung und das Nutzen von Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine deshalb eine zentrale Rolle bei der künftigen Geschäftsstrategie. Und weil es in der Logistik um das Bewegen von (schweren) Gütern geht, ist diese Branche besonders darauf bedacht, Arbeitskräfte zu schonen und den Beruf dahingehend zu „erleichtern“, indem Hilfsmittel wie Hebezeuge, autonom fahrende Kommissionierer und Robotertechnik zum Einsatz kommen.

Werden uns Roboter in der Zukunft ersetzen?

Nicht zuletzt, weil die Wall-Es dieser Welt gegenüber Transformers, Terminator & Co. einfach unterrepräsentiert sind, gibt es spürbare Vorbehalte gegenüber Robotern. Doch Angst vor dieser Zukunft braucht niemand zu haben, darin waren sich alle Experten auf der Veranstaltung einig. „Eines ist klar: Wir stehen erst ganz am Anfang der Vierten Industriellen Revolution – die Entwicklung hat gerade erst begonnen“, erklärt Michael ten Hompel. „Und die Erfahrung aus den vorangegangenen drei Industrierevolutionen hat gezeigt, dass der arbeitende Mensch nie überflüssig wird. Die Arbeit wird sich jedoch deutlich verändern.“

Über den Verfasser

Jasmin Sieverding ist seit Mai 2012 bei Sympra und als Consultant überwiegend in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau sowie Logistik tätig.

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