Social Media und Jugendliche (Teil 1/3)

claudia_luca_sympraWie nutzen Jugendliche Social Media? Wir haben Vorstellungen und machen Annahmen, aber belegen können wir sie nicht. Deshalb haben wir die Chance genutzt und unseren BOGY-Praktikanten befragt. Digital Immigrant (Claudia Mutschlechner, Jahrgang 1978) und Digital Native (Luca Preller, Jahrgang 2000) unterhalten sich:

Hallo Luca, cool, dass du bereit bist, für uns im Blog zu berichten, wie du als fast 15-Jähriger Social Media nutzt. Zunächst: Was hast du für ein Smartphone und warum?

Ich bin Besitzer eines Samsung Galaxy S4 mini. Das hat keinen bestimmten Grund. Meine Eltern haben mir das zum 14. Geburtstag geschenkt und seitdem benutze ich es eben. Dass es dann aber das „Mini-Modell“ wurde, war für mich doch ganz sympathisch, denn sonst passt es nicht in die Hosentasche (lacht).

Haben alle in deiner Klasse ein Smartphone? Und wird man gedisst, wenn man ein bestimmtes Smartphone hat oder eben nicht hat?

Also, richtiges Mobbing gibt es jetzt nicht, nur weil man kein iPhone oder Android Handy hat. Aber kleine Nicklichkeiten [Anm. der Red.: Dreistigkeit, Frechheit, Gemeinheit, Hinterlistigkeit] gibt es natürlich schon, wenn man, wie einer meiner Freunde, „nur“ ein Handy von Huawei besitzt. Das ist aber nichts Ernstes und hält sich alles im Rahmen.

Welche App auf dem Smartphone nutzt du am häufigsten und warum?

WhatsApp! Egal, ob in der Schule, beim Zahnarzt oder in der Straßenbahn: Das Handy, und damit WhatsApp, ist immer mit dabei. Die mehr oder weniger „klassische“ SMS wird für uns Jugendliche immer uninteressanter. WhatsApp hat viel mehr Funktionen, wie das Erstellen von Gruppen oder das Einstellen von Profilbildern. In meinem Umfeld wird WhatsApp vor allem dazu benutzt, um sich in der „Klassengruppe“ über die neuesten News der Schule auszutauschen. Dagegen hat die SMS einfach keine Chance. Ihre größte Stärke spielt die App aber im Ausland aus. Genau dann nämlich, wenn man lästige Gebühren für das Verschicken von Bildern oder Videos per MMS an die heimischen Freunde vermeiden möchte. WhatsApp kann nämlich auf der ganzen Welt benutzt werden und ist, sofern man eine Internetverbindung z. B. über Wlan besitzt, kostenlos.

Du hast gerade die Gebühren angesprochen. Zahlst Du Deine Handyrechnung eigentlich selber und hast du ein Prepaid Handy oder einen Vertrag?

Die Handyrechnung übernehmen glücklicherweise noch meine Eltern. Wenn ich alles rund um Technik selber zahlen müsste, dann müsste ich wohl drei Minijobs annehmen (lacht). Nein, aber meine Eltern finden das Handy auch wichtig, um mit mir schnell zu kommunizieren, deshalb zahlen sie das auch. Was die andere Frage betrifft: Ich hatte früher in der Tat ein Prepaid Handy, aber irgendwann ging mir das dauernde Rennen zur Tankstelle dann doch sehr auf die Nerven. Und wenn das Guthaben einmal aufgebraucht ist, kann man ja weder SMS schreiben, noch telefonieren. Natürlich passiert das dann immer in den ungünstigsten Augenblicken, und deshalb bin ich dann auf einen Vertrag umgestiegen. Der ist einfach komfortabler.

Gibt es denn auch Nachteile, die WhatsApp mit sich bringt?

Bei WhatsApp dient vor allem die Gruppenfunktion immer wieder als öffentliche Plattform, um sich Luft zu verschaffen. Egal ist dabei, ob der Ärger gegen einen Lehrer, einen Mitschüler oder die Putzkraft geht. Da wird es dann schon mal ziemlich hässlich im Chat und der eine oder andere wird wüst oder übel beschimpft. Es gibt auch noch eine zweite nervige Seite von WhatsApp: Die Gruppenchats dienen manchmal einfach nur als Spamlager des gesamten Mists, der jemals auf dieser Erde erschien. Es werden unnötige Bilder gesendet, die teilweise derben oder einfach schlechten Humor beinhalten oder es wird einfach mal ein Smiley in die Gruppe geschickt, nur um auch ja sicher zu gehen, dass man etwas „beigetragen“ hat. Manchmal möchte ich an solchen Tagen das Handy einfach nur noch in die Ecke werfen und die App von meinem Handy löschen. Doch irgendwie bringt man es dann doch wieder nicht fertig, weil man sich einredet, es könne ja doch mal was Wichtiges in den Chats stehen. Vielleicht ist es aber einfach auch nur das Bedürfnis, mitreden zu können. So ganz weiß ich das selber nicht genau.

Okay, also ihr nutzt eigentlich WhatsApp untereinander, sei es in Gruppenchats oder sonst wie. Und wie kommunizierst du mit deinen Eltern?

Meistens greife ich da dann auf den guten alten Anruf zurück. Wenn ich mit meinen Eltern sprechen möchte, reicht eben oft eine kurze WhatsApp-Nachricht nicht aus, aber wenn‘s nur um kurze Informationen geht, schreibe ich entweder eine SMS oder schicke eine WhatsApp-Nachricht. Das ist mehr oder weniger zufällig, was davon ich nun benutze.

Hier Teil 2 weiterlesen

 

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