In Gesprächen mit anderen Agenturchefs höre ich immer wieder von Agenturen und Unternehmen, die keine Praktikanten und Trainees mehr einstellen. Denn: Die Arbeiten, die diese Berufseinsteiger klassischerweise übernehmen, könne doch die KI viel besser und schneller erledigen. Dieser Trend spiegelt sich auch wider in der Fülle von erstklassigen Bewerbungen, die uns in den letzten Monaten erreicht.
Für unsere Branche bedeuten solche Entscheidungen über kurz oder lang ihr Ende. Ich bin überzeugt davon, dass Agenturen zwar ihr Geschäftsmodell anpassen müssen, dass es aber auch in Zukunft noch Agenturen braucht, die konzipieren, positionieren, beraten, den Wandeln vorantreiben und Maßnahmen auch umsetzen. Wenn wir aber jetzt nicht in die Ausbildung des Branchennachwuchses investieren, fehlen uns bald die gut ausgebildeten Consultants, junge Menschen, die nicht nur prompten können, sondern die KI-Ergebnisse auch bewerten und einordnen und optimieren können.
Die KI macht’s einfach, eine Pressemeldung oder ein Posting zu erstellen. Für einen richtig guten Text braucht‘s aber Erfahrung, Schreibgefühl, Wissen, um das Ergebnis auf Qualität und Richtigkeit hin prüfen zu können. Ein Konzept in Sympra-Qualität kommt nicht fertig aus der KI, denn es fließen auch hier Erfahrung, Empathie und das Wissen um Machbarkeit und Passgenauigkeit auf die Kundenbedürfnisse in das finale Dokument ein. Die Liste der Aufgaben in einer Kommunikationsagentur und die Anforderungen an die Consultants ließe sich fast beliebig erweitern.

Daher setzen wir uns bei Sympra – übrigens seit Gründung unserer Agentur vor über 30 Jahren – mit großem Engagement in die Ausbildung des Branchennachwuchses ein. So stellen wir, vielleicht antizyklisch, auch in diesem Jahr wieder eine Trainee ein. Wir haben aktuell eine Praktikantin an Bord, im August kommt die zweite. Wir haben in diesem Jahr drei Bogy-Praktikanten Einblicke in die PR-Welt vermittelt. Wir unterstützen die Young Professionals unseres Agenturverbands GPRA, wir haben dabei mitgewirkt, ein Weiterbildungsformat für die Mid-Levels auf den Weg zu bringen, und wir begleiten die Studierenden der PRIHO, der Public Relations Initiative der Universität Hohenheim.
Als Lehrbeauftragter an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart durfte ich im Sommersemester rund 40 Studierende im ersten Semester in die Public Relations einführen (s. Foto). Dazu holte ich mir mit Eveyln Engesser von Unicepta, Jasmin Sieverding von Leadec, Pitt Marx von Thales und Frank Zeithammer vom Evangelischen Medienhaus weitere Praktiker als Gastdozenten ins Seminar. An der Universität Hohenheim berichten meine Kollegin Sophie Tutzschke und ich aus dem Agenturalltag, Studierende der HdM und der Macromedia-Hochschule besuchen uns zusammen mit ihren Dozentinnen regelmäßig in der Agentur.
Ich halte die Ausbildung in der Agentur und den Austausch mit Hochschulen für essenziell, damit Sympra, damit aber auch unsere Branche insgesamt agil und kreativ bleibt. Wer heute lieber in KI-Modelle, statt in die Ausbildung investiert, springt definitiv zu kurz. Public Relations bleiben – und der Begriff impliziert das ja bereits – nämlich vor allem eines: people business.
Schreibe einen Kommentar