Alles fließt – oder was Bewegtbild in Bewegung setzt (2/2)

Im ersten Teil des Interviews wollte ich von Peter Hankowiak von AV MEDIEN wissen, ob eigentlich noch der klassische Unternehmensfilm (für z.B. die Messe) gedreht wird oder ob er als Produzent nicht doch immer auch das Web 2.0 im Hinterkopf hat. Im Grunde genommen landet jeder Film, der heute produziert wird im Web, denn mit keinem anderen Medium lassen sich komplexe Zusammenhänge oder Abläufe so hocheffizient aufzeigen. Kein anderes Element kann so sehr emotionalisieren wie ein Film. Heute will ich von ihm wissen, was es bei so einer Unternehmensdarstellung zu beachten gibt.

Stackelberg: Na ja, von daher ist das also gar nichts Neues. Gut gemachte Videospots erzielen immer ihre Wirkung. Qualitativ neu sind aber die modernen Kommunikationsmittel. Mit welchen Medien man kommuniziert und in welche Kanäle man sie hineinspielt, das ist anders. Die Auswahl ist größer und die Videospots sind zugänglicher, auch für kleinere Unternehmen. Sie können mit guten Aktionen Erfolg haben und Aufmerksamkeit generieren. Zusätzlich stellen Onlineportale, wie das von newsaktuell, mit großer Reichweite (2,7 Millionen Page Visits) die Videospots als Footage-Material für TV-Sender, Blogs und andere Internetangebote in einer umfangreichen Multimediadatenbank bereit. Für uns natürlich besonders interessant: Journalisten nutzen diese Portale – der ARD/ZDF-Online-Studie 2010 zufolge – mittlerweile zu 86 Prozent zur Recherche nach Bildmaterial. Was also müssen die Unternehmen bei ihrer Selbstdarstellung beachten oder wo gibt es noch Defizite?

Hankowiak: Aus unserer Sicht ist heute die eigene Homepage das zentrale Kommunikationsmedium jedes Unternehmens. Daher sollte sie nicht nur professionell gestaltet, sondern immer auf einem aktuellen Stand sein: Mit aussagefähigen Texten, guten Bildern und natürlich mit Videobeiträgen. Im zweiten Schritt sollten sich Unternehmen genau überlegen, in welche Kanäle sie noch kommunizieren wollen. Im B2B-Geschäft wäre das national z.B. über Xing, international z.B. über LinkedIn. Für den Bereich Corporate Branding kommen zunehmend Facebook oder die VZ-Netzwerke in Frage, vor allem dann, wenn auch jüngere Zielgruppen angesprochen werden sollen. Hier gilt: Die Unternehmen müssen einfach zeigen, warum es sich lohnt, bei ihnen zu arbeiten oder bei ihnen zu kaufen.

Stackelberg: Wir bieten ja mit unserem Konzept Social Media Newsroom ein Werkzeug an, mit dem praktisch alle diese Anforderungen, insbesondere auch die weitgehend automatisierte Verteilung in Netzwerke und auf Plattformen, erfüllt werden. Die Anwender sind begeistert. Aber viele Interessenten schrecken vor den Kosten zurück, weil wir Ihnen noch weniger eindeutig als bei der klassischen PR sagen können, wie viele Produkte mehr sie dadurch auf dem Markt platzieren können …

Hankowiak: … und das ist deshalb ja auch keine neue Herausforderung. Oft genug verstehen auch heute noch Unternehmer und vor allem „Zahlenmenschen“ nicht, warum man zeitgemäß kommunizieren sollte. Diese gilt es zu überzeugen wo der Mehrwert für ihr Unternehmen liegt. Ich hatte neulich ein längeres Gespräch mit einem Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens für Informationstechnologien. Er sagte selber, dass er von Werbung eigentlich nichts versteht. Seine Welt besteht aus technischen Lösungen, aus höchstem Ingenieurwissen  und wirtschaftlichen Herausforderungen. Nach einem eher negativen Erlebnis im Bereich Corporate Design wird er das Thema Unternehmenskommunikation zur Chefsache machen, denn ihm ist auch klargeworden, dass er mit seiner unemotionalen Homepage etwas machen muss, denn er könnte derzeit etwa 100 Ingenieure einstellen, die er aber nicht bekommt. Dabei bietet das spannende und innovative Unternehmen sehr viel für Mitarbeiter. Das wird aber (noch nicht) kommuniziert.

sympra_welcome_fbDie gute Nachricht ist aber auch, dass sich diese Überzeugungsarbeit heute viel einfacher gestaltet. Wenn Sie nämlich das Facebook-Profil eines Unternehmens anschauen, sehen Sie auch immer gleich, wie intensiv dort kommuniziert wird. Und ob die Nutzer mit Form und Inhalten zufrieden sind, weil über den offenen Rückkanal direkt Response vom Empfänger kommt.

Stackelberg: Sich aber nur an anderen zu orientieren, ist unserer Erfahrung nach gefährlich.

Hankowiak: Klar. Wenn ein Unternehmer zum Wettbewerber schielt, weil der auf Bewegtbild und Social Media setzt und vielleicht schon die Themenführerschaft in bestimmten Bereichen übernommen hat – dann ist es (fast) schon zu spät. Aber lieber jetzt über die möglichen Alleinstellungsmerkmale und gute Ideen nachdenken als gar nicht, denn moderne Kommunikationsformen wie Bewegtbild und die Nutzung von Social Media sind unterdessen Standard. Wie man’s richtig macht, zeigen z.B. Firmen wie Krones und Kuka, oder auch das Esslinger Stadtmarketing.

Stackelberg: Und wer wissen will, wie die Umsetzung aussieht fragt Sympra oder AV MEDIEN. Herr Hankowiak, vielen Dank für das interessante Gespräch!

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