ABC der digitalen Begriffe

„Stadt-Land-Fluss“, der Klassiker unter den Wissensspielen, läuft heute als App auf dem Handy. In meiner Jugend spielten wir das noch mit Papier und Bleistift. Erstaunlicherweise sind die Inhalte dieselben wie vor Jahrzehnten: Geografie, Namen, Farben, Tiere, Berufe. Zur Onlineversion würde eigentlich die Rubrik „Digitales“ passen. Bei der Probe aufs Exempel fiel mir zu jedem Buchstaben ein passender Begriff aus der digitalen Welt ein, nur X, Y und Z bleiben genauso knifflig, wie zu Zeiten von Papier und Bleistift.

Apps (Applikationen) sind kleine Programme, die auf Smartphones laufen und dafür sorgen, dass das Gerät zum Nabel der Welt wird. Kochen? Spielen? Lernen? Ohne die passende App für manche bereits undenkbar. 3,36 Millionen verschiedener Apps gibt‘s im Google Play Store, Konkurrent Apple hat 2,2 Millionen im Angebot. Und selbstverständlich gibt es eine Gratis-App, die verrät, ob Sie Handy-süchtig sind …

Big Data wächst und wächst und wächst. Um 16.000.000.000.000.000.000.000 neue Bytes alleine im Jahr 2016. Man braucht vermutlich das Gehirn eines Mathematikprofessors, um sich unter dieser gigantischen Zahl etwas vorstellen zu können.

Cloud Computing umschreibt wolkig, dass die eigenen Daten nicht auf der eigenen Festplatte liegen, sondern in einem Datacenter. Die größten „Datenwolken“ besitzen Amazon, Microsoft, IBM und Google. So schön die Metapher auch klingt – Wolken sind luftige Gebilde, die sich schnell verflüchtigen. Das befürchten wohl auch die Nutzer, die sich laut einer Umfrage zu mehr als 80 Prozent beim Cloud Computing Sorgen machen, wo in aller Welt ihre Daten gespeichert sind.

Enterprise Mobility ermöglicht es der Arbeit, immer und überall dabei zu sein. Ob Zuhause, im Café oder beim Kunden: Mobil auf Unternehmensdaten zugreifen zu können, macht unabhängiger von Arbeitszeit und -ort, kann aber zur Gratwanderung zwischen Berufs- und Privatleben werden. 75 Prozent der deutschen Unternehmen besitzen bereits Enterprise-Mobility-Lösungen, noch mobiler sind weltweit nur Inder und Chinesen.

Facebook ist eine echte amerikanische Erfolgsstory nach dem Motto „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Das einst für Studenten gedachte Netzwerk ist die unangefochtene Nummer 1 der Social Networks. Für Gründer Mark Zuckerberg hat sich das gelohnt. 2008 wurde er zum jüngsten Selfmade-Milliardär gekürt, heute ist er einer der reichsten Männer der Welt.

Homo digitalis oder noch Homo sapiens? Die Digitalisierung verändert unser Leben und vielleicht verwandelt sie uns Menschen in eine neue Spezies. Mit dem unterhaltsamen Test des Fraunhofer Instituts können Sie selbst ausprobieren, ob Sie bereits zum New Junkie, Cyborg oder Homo digitalis mutiert sind.

Internet of Things (IoT), das ist der schlaue Kühlschrank, der rechtzeitig Lebensmittel nachbestellt, ebenso wie das clevere Auto, das selbstständig einen freien Parkplatz findet. Digitalisiert und vernetzt werden „dumme“ analoge Dinge zu „intelligenten“ Smart Products. Davon gibt es bereits acht Milliarden. Das sind immerhin 500.000 mehr als Menschen auf der Erde. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der schlauen Teile auf 20 Milliarden anwachsen.

Java ist eine vollmundige Kaffeesorte aus Indonesien. Angeblich stand sie Pate, als für die heute beliebteste Programmiersprache ein Namen gesucht wurde. Ganz dem Klischee entsprechend sollen die Java-Programmierer gerne starken Kaffee getrunken haben. Ob die Geschichte stimmt, wissen wohl nur die Erfinder.

Künstliche Intelligenz (KI) begegnet uns in Science-Fiction-Filmen als Roboter, die mit überlegener Intelligenz die Menschheit vernichten oder wahlweise retten wollen. Um das Terminator-Image geht’s den meisten Tech-Firmen beim Machine Learning zum Glück nicht. Sie erforschen vielmehr, wie sich Intelligenz automatisieren lässt, um Nutzen zu stiften. Etwa, indem Computer über Bilderkennung lernen, Krebszellen oder Kunstfälschungen zu erkennen.

Light Fideltiy (LiFi) versucht, große Datenmengen mittels Licht von LED-Leuchten zu übertragen. Das soll schneller und sicherer sein als mit WLAN, hat aber einen Nachteil. Licht kann keine dichte Materie, wie eine Wand, durchdringen. Die Konsequenz: Steht ein Hindernis im Weg, geht dem Internet kein Licht auf.

Mobilfunk macht´s möglich, dass wir per Smartphones immer und überall erreichbar sind. Für die „Generation Handy“ undenkbar, woran sich die etwas Älteren noch erinnern. Mobilfunk begann 1958 mit 16 kg schweren Autotelefonen, bei denen das Hauptgerät noch im Kofferraum lag.

Netflix weiß, worauf es beim digitalen Geschäftsmodell ankommt: auf die Daten der Kunden. Die sammelte das Unternehmen bereits, als es noch DVDs vermietete. Im Big-Data-Zeitalter nutzt der Streaming-Dienst sein gesammeltes Wissen, um genau abgestimmt auf die Zuschauervorlieben erfolgreiche Filme und Serien zu produzieren. Während sich nahezu 100 Millionen Kunden weltweit mit House of Cards, dem Tatortreiniger oder Stranger Things unterhalten lassen, klingelt bei Netflix die Kasse.

Open Source Software besitzt den Mythos des Kostenkillers. Doch wie so oft bei Mythen, entsprechen sie nicht immer auch der Wahrheit. Open bedeutet nicht automatisch gratis, sondern nur, dass der Programm-Quellcode zum Ansehen und Verändern jedermann offen steht. Nichtsdestotrotz: Viele Open Source Tools sind tatsächlich kostenlos.

Pay-as-you-go erinnert an Coffee-to-go – und funktioniert auch so. Nur das es nicht um Kaffee geht, sondern beispielsweise um Ressourcen in der Cloud. Bezahlt wird hier nur der tatsächliche Verbrauch. Vorbei die Zeiten der Pauschale, damit Dienstleistungen überhaupt bereitgestellt werden.

QVC ist nicht nur ein Teleshopping-Sender, sondern vor allem ein digitales Handelsunternehmen, für das es wichtig ist zu wissen, wo die Deutschen am liebsten Weihnachtsgeschenke kaufen. Warenhaus oder Webshop? Beides liegt mittlerweile gleichauf. Aber es gibt einen großen Unterschied: Online werden Plattformen bevorzugt, die möglichst alles anbieten. Wer hingegen vor Ort im Geschäft kauft, macht das lieber bei einem Spezialisten.

Roboter – der Begriff tauchte vor knapp 100 Jahren erstmals im Theaterstück „Rossum´s Universal Robots“ von Karel Capek auf. Heute tummeln sich mehr als 1,8 Millionen Roboter weltweit in den Industriehallen, und es gibt immer mehr Lebensbereiche, in denen sie uns (zukünftig) begegnen.

Silicon Saxony soll das sächsische Pendant zum Silicon Valley werden. Ein Netzwerk aus mehr als 300 Herstellern, Zulieferern, Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen arbeitet daran, die Region zum bedeutenden IT- und High-Tech-Standort zu machen. Jüngster Coup in der Reihe prominenter Firmenansiedlungen ist eine milliardenschweren Fabrik von Bosch, in der ab Ende 2019 Prozessoren und Halbleiter für autonom fahrende Autos gefertigt werden sollen.

Twitter verbreitet bis zu 280 Zeichen lange Tweets, die monatlich 330 Millionen Menschen in die Welt zwitschern. Den beliebtesten Account hat die US-amerikanische Sängerin Katy Perry mit rund 105 Millionen Followern. Wortgewaltig nutzt auch Donald Trump den Kurznachrichtendienst. Mit durchschnittlich sieben Tweets pro Tag und gut 40 Millionen Followern belegt er im Ranking der twitternden Staatsoberhäupter den ersten Platz.

Usability lässt einen im digitalen wie realen Leben gleichermaßen verzweifeln, wenn etwas eben nicht so einfach und intuitiv funktioniert wie es soll. Unübersichtliche Displays, umständliche Verpackungen, unklare Fehlermeldungen… die Liste der ärgerlichen Usability-Hindernisse im Alltag lässt sich beliebig fortsetzen.

Virtual Reality (VR) eröffnet uns neue Welten – zwar nur virtuell, dafür sehr authentisch. Die rasante Verfolgungsjagd, der Blick in den Abgrund oder der bedrohliche Dinosaurier treiben einem den Puls in die Höhe. Denn gute VR-Anwendungen wirken lebensecht und fühlen sich an wie eine tatsächlich gemachte Erfahrung.

Wearables ist Hightech am Handgelenk. Die Armbänder zählen Schritte und Kalorien, zeichnen Schlafdauer und Herzfrequenz auf. Die Selbstvermessung der Deutschen boomt. Etwa jeder Dritte nutzt bereits Tracker und Apps, um die eigenen Gesundheits- und Fitnessdaten immer im Blick zu haben.

 

Über den Verfasser

Rebecca Weiand-Schütt ist Senior Consultant bei Sympra. Die PR-Referentin und Wirtschaftswissenschaftlerin betreut Unternehmen in allen Bereichen der B2B-Kommunikation.

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